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Der Walkman war eine der großen Errungenschaften der 80er-Jahre. Laut Wikipedia erschien der erste Walkman von Sony im Jahr 1979. Ich hätte jetzt gesagt, dass er deutlich später nach Deutschland schwappte, kann es aber einfach nicht mehr genau sagen. Fakt ist, dass wir vor dem Walkman unsere Kassettenrekorder oder „Ghettoblaster“ überall hin mitschleppen mussten. Und das sah dann immer ungefähr so aus…

Nachdem der Walkman auf den Markt kam, wurde Musikhören sehr viel privater. Ich kann mich gut daran erinnern, was es für ein Kampf mit meiner Mutter war, mir ein solches Gerät kaufen zu dürfen. Sie befürchtete immer, ich würde beim Tragen der Kopfhörer im Alltag von einem Auto überfahren werden. Irgendwann durfte ich mir dann aber einen Walkman kaufen. Ich hatte jeden Tag einen relativ langen Schulweg – von der Straßenbahn-Haltestelle bis zur Schule waren das nochmal ca. 20-25 min Fußweg. Und was hat mir dieser Walkman damals das lange Latschen jeden Morgen versüßt. Ich erinnere mich an geile Ärzte-Alben und Drei-Fragezeichen-Hörspiele.

Es war in dieser Zeit gar nicht so einfach, an gute Musik/Lieder zu kommen – und vor allen Dingen diese dann auf eines der legendären Mixtapes zu kriegen. Seinen jeweiligen Lieblingssong ergatterte man in den 80ern und 90ern auf drei Arten:

1. Man kaufte sich die Schallplatte und überspielte diese auf eine Kassette – was auch nicht immer einfach war. Ich machte es oft so, dass ich die Platte einfach abspielte und den Kassettenrekorde danebenstellte und den Song mitschnitt.

2. Man kaufte sich das Album auf Kassette und überspielte das jeweilige Lied über einen Ghettoblaster mit zwei Kassettendecks.

3. Man nahm die Musik übers Radio auf.



Gerade als Kind oder Jugendlicher hatte man oft keine Kohle für die teuren Platten oder Kassetten, also bediente man sich an Methode Nummer 3. Das Problem daran war, dass man oft den jeweiligen Radio-Moderator zwischen den Songs hörte, weil der Cut nie zu 100% sauber war. Aber am Ende störte das nie wirklich. Es gehörte irgendwie auch zu dieser Zeit dazu.

Einige Jahre nach dem Walkman kam die CD auf den Markt und Sony legte den Discman nach. Das Problem daran war, dass die CDs für diese Zeit relativ teuer waren – neue Technologie halt. Und vor allem: Die Technik hinter den CD-Playern war noch relativ jung und der Discman kam daher mit Erschütterungen nicht so richtig klar. Wenn man also beim Gehen eine falsche Bewegung machte, setzte der CD-Player einfach kurz aus – was besonders am Anfang unglaublich nervig war. Aber von der Klangqualität her war es natürlich ein komplett neues Zeitalter, was man aber auch wie gesagt teuer bezahlen musste.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man in meiner Jugend cool sein wollte, trug man nen Walkman oder später nen Discman. Ich kann mich an viele schöne Stunden vor allem mit dem Walkman erinnern. Weil man so stolz auf das Gerät war, trug man es auch Zuhause und hört im Bett zum Einschlafen über den Walkman seine Hörspiele. Leider war mein Batterieverbrauch entsprechend hoch damals.

Der Walkman zählt auf jeden Fall zu den Dingen, die ich in meiner Jugend massiv abgefeiert habe und die mich eine lange Zeit begleiteten. Wie war das damals bei Euch?



11 KOMMENTARE

  1. hehe, für mich haben teilweise die Kommentare der Radiosprecher, oder anfangende Jingles in den Aufnahmen dazugehört.
    Es gibt paar Lieder, bei welchen ich HEUTE noch nach all den Jahren in meinem Kopf den fehlenden Sprecher/Sound dazu denke 😉

  2. Ich hab meinen Walkman noch bis in die frühen 2000er genutzt. Irgendwann um 2004/5 gab es dann den ersten MP3 Player.
    Ich hab bis dahin weiterhin den mit Kassettenfunktion genutzt, den wenn ich mich Recht entsinne lag das mit der stoppenden nicht an der „neuen Technik“ sondern daran, dass der Laser seinen Punkt auf der CD verliert. Und das konnten auch später Modelle nicht besser. Entsprechend war die Kassette bis zum mp3 Player mein Goto Musikmedium.

  3. Mein Begleiter durch die letzten Jahre der Schule und der Ausbildung – ein Aiwa PX 347, dazu ein paar Sony In-Ears, die irgendwie am Morgen den Weg um den Hals gefunden haben und diesen bis zum Abend auch nicht mehr verlassen hatten…
    Ja, auch sehr zum Ärger der Lehrer, die regelmäßig behaupteten, ich würde damit im Unterricht Musik hören, was aber ohne Gerät am lose herabhängenden Stecker einfach nicht zu beweisen war 😉

    Gott was waren das Zeiten – ein paar Tapes im 4you und natürlich die obligatorischen Ersatzakkus, für den Aiwa je 2 x AAA, denen man meist noch einen kleinen Lötpunkt auf die Spitze setzten musste, damit der Abnehmer im Gerät auch richtig getroffen wurde und man sich die teuren originalen Akkupacks sparen konnte.

    Der Diskman war irgendwie nie etwas für mich, zu teuer in der Anschaffung, viel zu schnell waren da die Akkus leer, ständig Liedsprünge und die Qualtiät war auch nicht so viel besser, als die der auf einem guten Tapedeck aufgenommenen Mix-Tapes.

  4. Es gab noch einen Zwischenschritt vom Walkman zum Discman, und zwar das Digital Audio Tape (DAT Walkman) ! Er bot damals schon die Audio Qualität von CD.Mein Cousin hatte einen…krasser Sound Qualität Unterschied zwischen den verrauschten Aufnahmen meines Walkmans und diesem überteuerten High-Tec Wunderwerks.

  5. In den 90gern hatte ich auch ne Walkman und Discman, Methode 3 hab ich auch reichlich genutzt.
    Ich hab schöne Erinnerungen an die Zeit. 🙂

    • Ich habe Methode 3 mit meiner Mini Stereo Anlage auch realisiert.
      Bayern 3 hatte Freitag Abends die Charts, die haben die Lieder komplett ausgespielt, es war so perfekt um es mit zu schneiden. Ich hab das auf das „Master Tape“ aufgenommen und von dort dann in beliebiger Reihenfolge auf das Mixtape überspielt. Das war relativ viel Arbeit, aber hey, Gratis Musik in der der Reihenfolge in der ich es haben wollte.
      Qualität war richtig gut, hatte die Anlage an den Kabelanschluss gehängt.

      Thema CD unterwegs, habe mir, nachdem mich die 3 Sekunden Antishock genervt hatten, einen Panasonic mit 40 Sekunden geholt, das war dann okay, beim normalen rumlaufen war alles super, man konnte mal über die Straße oder eine Treppe runter rennen ohne dass die Musik aussetze….
      #Erinnerungen

  6. Mal abgesehen vom Batterieverbrauch waren die teile toll habe immer noch meinen Aiwa PS171 und ein Pocket Radio den Grundig City Boy 40 ich finde nur meinen Sony Diskman nicht ich denke ich habe den D-191 ich kann so was einfach nicht entsorgen

  7. WALKMAN!!! Geil Krömer!!!

    Ich hatte meinen ersten Mitte der 80er. Einen von Sony, zuerst so einen Brotkasten, später einen etwas rundlicheren, der war schmaler und kompakter. Hatte auch Autoreverse, einen einfachen 3-Band-Equalizer und Radio. Der hat mich überall hin begleitet. Was habe ich das Teil geliebt.

    Aber wehe, die Batterien schwächelten und man hatte keine Ersatz-Batterien dabei. Frust pur! 😀 Ein DiscMan kam mir nicht ins Haus. Zu anfällig, zu groß und CDs kosteten anfangs echt gutes Geld. Außerdem konnte man besser zwei, drei Kassetten in der Jackentasche verstauen, aber keine 2-3 CDs.

    Ach ja, war schon eine tolle Zeit und ich bin dankbar, die analoge Welt mit Plattenspielern und Kassetten voll und ganz erlebt haben zu dürfen.

  8. Habe mir damals einen Discman gekauft, die Batterien waren soooooo schnell leer, trotz anti Schock Funktion, wurde die Wiedergabe öfters unterbrochen etc. also zurück zum Walkman! Ich habe mir damals über meiner Stereo Anlage die mit dem TV verbunden war, Simpsons Folgen aufgenommen und diese als Hörspiel angehört °_°

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