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Karl Lauterbach rät im „Spiegel“ dazu, die Eindämmungs-Maßnahmen zur Corona-Pandemie im Herbst zu verschärfen. Er sagt in einem Interview: „Von einer Steigerung der Todesfälle gehe ich in sechs bis acht Wochen aus.“ Wie in Frankreich und Spanien werde es auch in Deutschland zuerst die Jüngeren treffen, bevor das Virus dann auf die Älteren übergehe und es wieder mehr schwere Verläufe geben werde. (Via)

Die Voraussage, dass die Zahlen zum Herbst hin wieder steiler nach oben gehen werden, ist meiner Ansicht jetzt keine „Rocket Science“. Auch wenn es viele von Euch nicht gerne hören, weil es ja angeblich keine Anzeichen gäbe und man Corona am liebsten wegignorieren würde, müssen wir zum Herbst hin mit steigenden Zahlen rechnen und unser Verhalten entsprechend anpassen. Mehr gibt es dazu aktuell noch nicht zu sagen – ich bleibe trotzdem dabei, dass die ganzen Lockerungen aktuell (wieder Zuschauer in die Stadien, etc.) im Hinblick auf den kommenden Herbst nicht das beste Signal sind.



11 KOMMENTARE

  1. Es kommt in 6-8 Wochen der Herbst-Winter und die Grippezeit. Da sterben _immer_ mehr Leute als im Sommer! Da brauchen wir gar kein Corona dafür! Natürlich werden da mehr sterben? Wird man bei mehr davon Corona feststellen? Aber hallo! Ich weiß gar nicht was die große Erkenntnis sein soll…

    • Klar kann man das feststellen. Die Übersterblichkeit gibt gute Hinweise darauf, wie viele mit Grippe oder mit Corona versterben. Und ja, ich sagen hier bewusst nicht „an“, weil man die Erhebung der Daten immer so gemacht hat, weswegen diese unter Corona-Bedingungen immernoch valide sind.
      Ich meine, guck sie dir an. Ein blinder mit Krückstock kann das richtig auswerten: https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/
      Vor allem um Woche 17/2020 kann man gut erkennen, wer gut durch die Krise gekommen ist und wer viele Corona-Tote hatte.
      Was der Huckel um 2018 ist? Die ach so schlimme Grippewelle, die ja angeblich so krass war wie Corona.
      Selbst wenn wir also die Grippe als Faktor für die Übersterblichkeit herausrechnen, so werden wir das merken, wenn Corona im Winter stark ausbrechen sollte.

  2. Seit einigen Wochen heißt es immer in zwei Wochen. Es ist schwierig bei den aktuellen Zahlen noch eine Gefahr zu sehen. Das führt besonders bei den Alten und Gefährdeten zu Infektionszahlen wie anfänglich der globalen Pandemie. Leider wissen nicht alle, dass 95% der Verstorbenen in De der Generation 60+ angehören und sind entsprechend wenig vorsichtig. Ich mache da den Alten aber keinen Vorwurf. Die Jungs und Mädels sind eh schon einsam und jetzt sollen sie wie Ausgestoßene behandelt werden. „Das ist wie Sterben auf Dauer“ sagte jüngst eine Frau bei uns in der Gemeinde, die wieder zu Andachten und Seniorennachmittagen gehen möchte. Die tun mir wirklich leid.

  3. Ihr vergesst alle.. wenn die Masken und Abstandsregeln nicht mehr vorgeschrieben sind, dürft ihr auch weiterhin beides einhalten.

    Nur wegen der Rücksichtnahme ging die Zahl im März sogut runter. Niemand zwingt euch ohne Maskenpflicht den Speichel anderer zu lecken.. wenn mir wer auf die Pelle rückt, teilt ich das anderen mit.. auch vor Corona.

    • Tatsächlich gibt es da ein „Problem“ und das ist das Vermummungsverbot. Gut, das gilt meines Wissens nach nur in Banken und Tankstellen, aber wahrscheinlich wurde es früher auch in Supermärkten nicht gerne gesehen.
      Solange der Staat nicht eine Handhabe dafür rausgibt, kann es dir theoretisch passieren, dass man dir in der Bank sagt „so, Maske ab oder raus“.

  4. Lauterbach warnt …
    – vor höherer Demenz-Wahrscheinlichkeit nach Corona-Infektion
    – vor Großveranstaltungen
    – vor kostenlosen Corona-Tests
    – vor dem Toilettengang zu Corona-Zeiten
    – vor Aufhebung der Maskenpflicht im Handel
    – vor Pleitewelle bei Krankenkassen
    – vor Fußballspielen mit Publikum
    – vor Abschaffung der Maskenpflicht
    – vor erneuten Schul- und Kitaschließungen
    – vor Lieferengpässen bei Grippeimpfungen
    – vor freiem Reiseverkehr für Menschen aus Gütersloh
    – vor „Kamineffekt“

    Das ist alles, was ich auf die schnelle aus den ersten zwei Trefferseiten Google herausziehen konnte.

    Lauterbach warnt grundsätzlich vor jedem worst case. Vermutlich ist das das einzige, was er tun kann, um wenigstens noch etwas wahrgenommen zu werden. Die Chancen darauf, dass ein von Lauterbach vorhergesagtes Ereignis eintritt, sind dementsprechend sehr gering. Nicht, weil er blöder wäre als alle anderen, sondern eben weil er grundsätzlich vom schlimmsten ausgeht.

    • Danke dafür.
      Karl Lauterbach wird wohl auch SPD-intern gerne als „Karlchen Überall“ betitelt, weil er keine Talkshow auslässt, um vor irgendwas zu warnen. Naja, es ist, wie in der Geschichte mit dem Jungen, der vor dem Wolf warnt – hoffe ich.
      Aber wahrscheinlich nicht. Solange er weiterhin Aufmerksamkeit bekommt, wird er weiter machen…

  5. Ich weiß, viele sagen „ich kann es nicht mehr hören“, aber ich glaube, diese „Nervensägen“ wie Drosten oder Lauterbach sind Deutschlands große Stärke.
    Schaut mal nach Israel. Die hatten Corona verdammt gut im Griff, sind sogar noch besser durchgekommen als wir. Doch nachdem man den Lockdown aufgehoben hatte, ist man direkt wieder von 0 auf 100 gesprungen. Und jetzt? Israel ist Rekordhalter in Neuinfektionen pro Einwohner, die Todeszahlen sind jetzt bedrohlicher als im Frühjahr. Nun ist Israel wieder für drei Wochen im Lockdown und das Volk ist pissed bis zum abwinken.

    Auch wenn wir alle die Schnauze voll haben: „Slow and steady wins the race“ erscheint mir die richtige Devise. Mit kleinen Schritte vorwärts, dann tut es auch nicht so weh, wenn man mal wieder einen zurückgehen muss.

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