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Ein kleiner Teil Grasbergs sowie mehrere Gebiete in den Landkreisen Osterholz und Rotenburg sind als Endlager für Atommüll geeignet. Zumindest erfüllen sie die geologischen Voraussetzungen […] Geeignet erscheinen der BGE außerdem die Regionen um Brümmerhof, Taaken, Horstedt und Scheeßel im Kreis Rotenburg. (Via)

Hintergrund ist wohl, dass u.a. Scheeßel über einem gigantisch großen unterirdischem Salzstock liegt. Ich kenn mich in dieser Sache zu wenig aus, um sagen zu können, was ein unterirdisches Atom-Endlager für Auswirkungen auf das Grundwasser und die Bevölkerung hat. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass man a) in einer solchen Stadt leben will und dass es b) keinerlei Auswirkungen hat.

Ich denke trotzdem, dass Scheeßel hier nicht ausgewählt werden wird – schon allein wegen des Hurricane-Festivals und den vielen tausend Menschen, die dadurch jedes Jahr dort zu Gast sind.

Falls es am Ende doch anders kommt, muss ich ziemlich froh sein, dort vor zwei Jahren weggezogen zu sein – auch wenn ich „mein“ Scheeßel immer noch sehr vermisse.



19 KOMMENTARE

  1. Eine Warntafel in sieben Sprachen soll 200.000 Jahre vor diesem Ort warnen (Wikilink unten):

    Dieser Ort ist eine Botschaft… und Teil eines Systems von Botschaften… achten Sie darauf!
    Diese Botschaft zu senden war uns wichtig. Wir betrachteten uns als eine mächtige Kultur.
    Dieser Ort ist kein Ort der Ehre… hier wird keiner hochgeschätzten Tat gedacht… nichts, was geschätzt wird, ist hier.
    Was hier ist, war gefährlich und abstoßend für uns. Diese Botschaft ist eine Warnung vor der Gefahr.
    Die Gefahr ist an einem bestimmten Ort… sie nimmt zu einem Zentrum hin zu… das Zentrum der Gefahr ist hier… von einer bestimmten Größe und Form, und unter uns.
    Die Gefahr ist immer noch gegenwärtig, in Ihrer Zeit, wie sie auch in unserer war.
    Die Gefahr besteht für den Körper, und er kann töten.
    Die Form der Gefahr ist eine Emanation von Energie.
    Die Gefahr wird nur dann entfesselt, wenn Sie diesen Ort physisch erheblich stören. Diesen Ort meidet man am besten und lässt ihn unbewohnt.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Long-time_nuclear_waste_warning_messages

  2. Die entsorgung von Atommüll ist ein Fass ohne Boden. Leider wird das niemandem klar und es wird zuwenig dafür getan das zu ändern. Viel mehr kann man dazu einfach nicht sagen. Wenn die Kapazitäten an den von dir genannten Orten aufgebraucht sind, werden die nächsten Orte gesucht usw usw usw.

  3. Im aktuellen Stand der Suche ist ja noch halb Deutschland potenziell geiegnet.
    Guckst du hier:

    https://www.bge.de/de/endlagersuche/zwischenbericht-teilgebiete/

    https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Standortsuche/Wesentliche_Unterlagen/Zwischenbericht_Teilgebiete/Zwischenbericht_Teilgebiete_barrierefrei.pdf

    Sollte sich bei der weiteren Suche aber rausstellen, dass nur in Scheßel ein wirklich geeigneter Standort wäre, würde das Festival sicher kein Ausschlußkriterium. Das könnte man ja auch wo anders machen. Und selbst wenn nicht würde ich mir keine Gedanken machen, wenn man mal ein Wochenende dort verbringt. Dort zu wohnen wäre dann schon eher viel bedenklicher.

  4. Hab was über den Auswahlprozess im Lage der Nation Podcast gehört. Das ist eine 100% Wissenschaftlicher Prozess an dem erst gaaaanz am Ende wenn nurnoch eine Hand voll Orte übrig sind final entscheidet.

    Phase 1 ist abgeschlossen. Dort wurden nur die offensichtlichen ausgeschlossen (wie z.B. Gorleben xD)
    In Phase 2 werden die übrigen Orte besucht und persönlich angesehen. Sowas wie nähe zu Städten wird dort wohl erst in betracht gezogen.
    In Phase 3 werden dann Bohrungen gemacht. Dann hat man erst eine Liste von möglichen endlagern.

    Vorher sollte man sich mmn keine Sorgen machen. Sehen die Bayern wohl anders. Die haben wohl in den Koalitionsvertrag geschrieben, dass sie nicht die Absicht haben das Endlager in Bayern zu haben. (Ein großer Teil Bayerns ist noach P1 noch im rennen) Aber darüber wird die aktuelle Regierung nicht mehr entscheiden 😛

  5. Die aktuelle Endlagersuche ist eine Todgeburt. Ich sehe keine Chance das es jemals ein Endlager geben wird wenn man das mit den betroffenen Diskutiert. Niemand wird jemals akzeptieren das in seiner Nachbarschaft Atommüll verbudelt wird, da können Wissenschaftler und Ingenieure soviel versprechen wie sie wollen. Schon alleine der fadenscheinige Ausschluß von Gorleben im ersten Schritt zeigt doch allen das man nur laut genug Demonstrieren muss um von der Liste zu kommen. Hier muss die Demokratie in Sinne von der Macht der Mehrheit ausgelegt werden, die Anwohner werden nie zustimmen. Meiner Ansicht nach muss man einen dünnbesiedelten Standort möglichst schnell aussuchen, dann alle Anwohner mit Geld überschütten damit sie weg ziehen und den Rest möglichst Zeitnah großzügig enteignen. Das ganze mit Gesetzten abgesichert die Wasserfest sind und die obligatorischen Prozesse mit Sondergerichten innerhalb eines Jahres abschließen. Am besten dann noch eine Sperrzone mit drakonischen Strafen bei Betreten um den Standort um die Aktivisten davon abzuhalten das ganze zu sabotieren. Da dies aber aktuell in Deutschland undenkbar ist, wird der Müll die nächsten Jahrzehnte weiter in mässig sicheren Lagerhalen vor sich hin strahlen.

  6. Natürlich hat das KEINE Auswirkungen! Das ist doch gerade der Sinn eines ENDlagers das es so sicher sein soll das eben nix passieren kann. Außerdem wird das ja nicht nur in paar Meter tiefe verbuddelt sondern paar Hundert.

  7. Letztendlich muss man da neutral und unvoreingenommen drangehen. Wir haben die Atomkraft genutzt und irgendwo muss der Müll hin und da muss der aus wissenschaftlicher Sicht am besten geeignete Ort gewählt werden (da darf nicht aus finanziellen oder regionalpolitischen Gründen ein geeigneter Standort ausgeschlosen werden).
    Ob das nun in Bayern, im hohen Norden oder bei mir vor der Haustür ist: wenn der falsche Ort gewählt wird und es Probleme gibt, dann ist das kein regionales Problem, also sollten alle Interesse haben, dass der beste Ort gewählt wird.

    Aber wir wissen ja mittlerweile, dass zu viele nur an sich denken, den breiten Konsens in den Wissenschaften anzweifeln und irgendwie werden die Dozenten der Youtube/Telegram-Universität dann auch Bill Gates, Soros und andere reinbasteln 😉

  8. Natürlich will keiner den Müll in seiner Nähe haben, aber alle wollen billigen Strom und haben jahrelang Atomstrom Gekauft. Das Zeug muss halt irgendwo hin, am liebsten wäre Bayern da die am meisten Müll verursachen und sich konsequent gegen ein Lager in Bayern wehren.

  9. Das Endlager wird so geplant, dass die Behälter 100.000 Jahre dort sicher lagern. Und natürlich soll das Endlager gar keine Auswirkungen haben. Hierfür sind die geologischen Voraussetzungen maßgeblich. Hier verfolgen die Länder unterschiedliche Ansätze die Vor- und Nachteile bieten.

    Hier stehen Salz, Granit und Ton zur Auswahl.

    Steinsalz – Vorteile: Unter natürlichen Lagerungsbedingungen ist Steinsalz praktisch undurchlässig gegenüber Gasen und Flüssigkeiten und besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit sowie Eigenschaften, die zum Verschluss von Hohlräumen im Gebirge führen.

    Steinsalz – Nachteile: Salz ist besonders gut löslich, sodass Wasser oder Laugen sich einen Weg hindurch bahnen können.

    Ton – Vorteile: Tongesteine weisen eine große Bandbreite auf, vom plastischen Ton mit Übergangsformen bis zum stark verfestigten und teilweise geklüfteten Tonstein. Ton ist kaum wasserlöslich und auch kaum wasserdurchlässig.

    Ton – Nachteile: Ton leitet Wärme schlechter ab als Steinsalz. Zudem sind künstliche Hohlräume nicht so stabil und müssen mit technischen Hilfsmitteln stabilisiert werden. Außerdem darf die durch die Abfallwärme hervorgerufene maximale Gebirgstemperatur eine Temperatur von 100 Grad nicht überschreiten, die Zwischenlagerzeit beträgt nach Einschätzung der BGR daher mindestens 30 bis 40 Jahre.

    Granit – Vorteile: Kristallingesteine (Granite und metamorphe Gesteine) zeichnen sich besonders durch ihre hohe Festigkeit und Hohlraumstabilität sowie durch ihre geringe Temperaturempfindlichkeit aus. Bei unzerklüfteten Formationen ist die Durchlässigkeit von kristallinen Gesteinen sehr gering.

    Granit – Nachteile: Bei stärker zerklüfteten Gesteinsschichten müssten die Abfälle in zusätzlichen Behältern verschlossen werden, weil das Material kein Wasser absorbieren kann.

    Als Anwohner würde ich mir daher gar keine Gedanken machen. Bis der Tag kommt an dem es da zu Problemen kommt und ich mir darüber ernsthaft Gedanken machen müsst erlebe ich sowieso nicht.

    Ich frage mich allerdings wie man sicherstellt, dass Menschen über einen Zeitraum von 100.000 Jahren wissen, dass da unten etwas ist.

  10. Würde ich mir keine Sorgen machen. Bis da Atommüll verbuddelt wird, sind wir längst zur Atomkraft zurückgekehrt, und dann wird der Müll verwertet statt eingelagert.

    • Ich musste mir das mal anschauen, das ist zugegebenermaßen ein interessanter Ansatz, den du hier „anteaserst“: https://www.quarks.de/technik/energie/so-koennte-man-atommuell-recyceln-transmutation/
      Allerdings ist dieses Verfahren wohl noch zu wenig erforscht, um tatsächlich damit zu rechnen; das heißt sich Gedanken über sichere Lagerplätze zu machen ist sicherlich richtig. Abgesehen davon, dass vom Müll trotz allem noch immer genug übrigbleiben wird, das eingelagert werden muss, selbst wenn das Wiederverwenden die Menge vermindern könnte.

      • Wir suchen gefühlt seit 50 Jahren nach einem Endlager, von daher kann das auch nochmal 50 Jahre dauern! Bis dahin gehe ich davon aus, dass die Wissenschaft Mittel und Wege gefunden hat, den Atommüll zu verwerten. Und dabei würde ja schon ausreichen, wenn dabei Rückstände übrigbleiben, die eben nicht mehr zigtausend Jahre vor sich hin strahlen, sondern die nur noch eine Halbwertszeit von 100 Jahren oder weniger hätten. Ich bin da recht zuversichtlich.

        Ein Endlager soll ja „für die Ewigkeit“ dienen, und genau diese Ewigkeit werden wir wohl eher nicht brauchen.

  11. Ach was, bis in Deutschland auch nur irgendwo Atommüll unter die Erde kommt, genießt du bereits deinen Ruhestand in deinem Alterswohnsitz. Wie wärs mit der Karibik? Da ist weit und breit kein Atomkraftwerk in der Nähe! 😁

  12. Es liegt halt nur ein möglicher Standort vor. Derzeit wird nur auf geologische Gegebenheiten geschaut, erst später wird die Besiedlung miteinbezogen. Ich denke nicht, dass Scheeßel in die engere Auswahl kommt und nach dem jetzigen Zeitplan bekommen das eventuell dann deine Enkel mit aber nicht mehr du oder ich

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