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Normalerweise würde mich der Bundesparteitag der AfD einen Scheißdreck interessieren, allerdings postete Community-Mitglied Toddy gestern diese Rede von Bundessprecher Jörg Meuthen bei uns in den Discord-Channel. Er kommentierte dies mit folgenden Worten:

„Die Rede von Meuthen beim AfD-Parteitag. Mich würde es nicht wundern, wenn diese Rede sein politischer Selbstmord war und er nach Lucke, Petry und anderen nun auch vom rechten Flügel geschluckt wird.“

Ich habe anschließend doch mal reingeschaut. Schon spannend wie zerstritten die Partei offenbar intern ist. Achtet mal darauf, wie die Parteispitze auf Meuthens Rede reagiert: Gauland mit nem „Slow Clap“, Weidel applaudiert gar nicht und der rechte „Flügel“ ignoriert Meuthen komplett. Scheinbar tobt in der Partei mal wieder ein interner Matchkampf.

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18 KOMMENTARE

  1. Luke macht ne Partei gegen Euro und so , dann wundert er sich das die Rechten in seine Partei strömen(wie wir haben Nazis in meiner Partei?) und ihn weil er zu Liberal ist absetzten.
    Petry und Co übernehmen machen auf voll Konservativ Rechts und so , werden dann aber auch abgesetzt.
    Meuthen denkt sich na dann mache ich mit den Opa zusammen und Möchtegern Goebbels halte ich in Schach(kennen wir ja klappt immer gut).

    Demnächst : Höcke so zu Gauland , haben wir noch Bürgerliche Konservative in der Partei?

  2. Weitestgehend richtig. Mal vorweg das, was eigentlich für diesen Parteitag geplant war: Die AfD-Gegner können der Partei jetzt nicht mehr vorwerfen, sie hätte kein Sozial- und Rentenprogramm, denn das ist mit großer Mehrheit beschlossen worden. Aber das tritt – nachvollziehbar – hinter den Querelen zurück.

    Ja, Meuthen hat Klartext gesprochen. Er will die AfD klar im bürgerlich-konservativ-liberalen Lager platzieren, um die Partei politisch anschluss- und mehrheitsfähig zu machen, sie aus der medialen Schmuddelecke rausholen. Sein Gegner ist das – ich nenne es jetzt mal so, auch wenn es nicht exakt passt – Lager Höcke, welches mit den Querdenkern kuscheln will und lieber Fundamentalopposition betreiben will.

    Ich habe die Rede gestern gesehen, und Meuthen ist in seiner politischen Position absolut untadelig, und er hat sich da seit ich ihn kenne nicht einen Miillimeter bewegt. Eine Meuthen-AfD könnte ohne weiteres die Position der Prä-Merkel-CDU einnehmen, und darauf hoffe ich.

    Aber das Lager Höcke will das nicht mitmachen. Nach meiner Einschätzung ist das sowas wie die Antifa der AfD: klein, aber laut. Wäre es heute zu einer Abstimmung über Meuthen gekommen, hätte ich ihm ein Ergebnis von 70-80% prophezeiht.

    Anyway, es gewittert heftig, und so ein Gewitter kann entweder das Haus in Brand setzen oder aber die Luft reinigen. Oder beides. Was bei der AfD passiert, weiß ich nicht. Vielleicht spaltet sich das Lager Höcke ab, vielleicht bleibt der innere Streit bestehen. Das muss sich zeigen.

    Stichwort Höcke: nach diesem Wochenende dürfte er außerhalb seines Landesverbandes keine Rolle mehr spielen. Dort ist er stark und laut, auf dem Parteitag hat er sich nichtmal getraut, das Wort zu ergreifen.

    Meuthen wird nach meiner Einschätzung das Wochenende überleben und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorgehen. Von einem Todesurteil keine Spur. Das Meuthen-Lager hat die klare Mehrheit.

    Ich schätze, die AfD wird ein schweres Wahljahr vor sich haben, und wahrscheinlich hier und da Prozente verlieren. Aber langfristig kann nur eine Meuthen-AfD Erfolg haben; als Partei der Schreihälse würde sie sehr schnell den Piraten folgen.

    • Angenommen, du irrst dich und Meuthen wird in naher Zukunft abgesetzt und das Höcke-Lager übernimmt die Parteiführung – wirst du dich dann von der AfD distanzieren?

    • Die Abstimmung gab es doch, auch wenn in anderer Form und wenn man es so sehen will ist Sie doch pro Meuthen ausgefallen, waren es nicht ca 53 % gegenüber 47% gewesen? Mag sein das die Lautesten (Thüringen) nur einen sehr kleinen Verbund darstellen aber die 47% sprechen zumindest eine ähnliche Sprache und hätten gerne den Rüffel gegenüber Meuthen befürwortet.
      Einfach die Partei splitten, dann regelt es sich von selbst durch die 5% Hürde. Und ob im Osten evtl. der Höcke weiterhin Zuspruch erlangt, naja da lächele ich als NRW´ler drüber.

      • Nicht ganz richtig, die Abstimmung war über einen GO-Antrag, gerichtet auf Nichtbefassung mit dem Missbilligungsantrag. Und zwar mit der Begründung (zusammengefasst), dass man sich jetzt 2 Stunden lang argumentativ im Kreis gedreht hatte und eine Seite nach einer öffentlichen Sachabstimmung ihr Gesicht verlieren würde. Die Frage war also weniger „pro/contra Meuthen?“, sondern „muss der Krug hier und jetzt brechen?“. Oder meinetwegen sogar „wollen wir uns noch länger im Kreis drehen oder zur Sacharbeit zurückkehren?“

        Also die 53:47 kannst du nicht auf Meuthen/Höcke umrechnen.

    • Nachdem ich die Beschlüsse gelesen habe:
      Wie kann Höcke „außerhalb seines Landesverbandes keine Rolle mehr spielen“, wenn er sich de facto beim Rentenkonzept durchgesetzt hat? Meuthen und Weidel wollten eine praktisch ausschließlich kapitalgedeckte Rente – und haben sie nicht bekommen.
      …wenn ein Rechtspopulist besser aussieht bei Sozialfragen als der neoliberale Haufen…autsch…

    • Meuthen hat einfach das Problem, nicht im Bundestag zu sein.
      Mal völlig unabhängig von allem inhaltlichen: Diejenigen AfD’ler, die im Rampenlicht stehen, sind Weidel, Gauland, Brandner etc. Denn das sind diejenigen, die im Bundestag die Reden halten. As Oppositionspartei ist das deine größte Arena. Und alle paar Wochen wird Meuthen dann rangeholt um zu bewerten, ob seine Fraktion gut oder schlecht gearbeitet hat.
      Meuthen ist nicht der Chef der AfD. Er ist ihr Pressesprecher. Der Hansel, der jeder Entwicklung um Wochen hinterherläuft. Kein Wunder bekommt er keine Power hinter seine Führung.

      • stimme ich zu, unter PR-Gesichtspunkten sollte Meuthen im Bundestag sitzen. Das ganze ist zeitlich unglücklich gelaufen. Er war ja erst im Landtag BW, dann musste er als Nachrücker in die Europa-Fraktion, dann brach die auseinander, und er musste als einziger AfDler Aufbauarbeit für die nächste Europawahl leisten. Und dann stand er im Wort, Brüssel nicht sofort wieder für Berlin zu verlassen.

        Ich hoffe, dass er 2021 für den Bundestag kandidiert.

  3. Das war leider schon immer so und ich für mich das frustrierende daran.

    Ich habe nie die AFD gewählt, hätte es mir aber ‚eventuell‘ unter Petry vorstellen können. Ich würde gerne mal ne normale konserativ-rechts Partei wählen. Aber halt ohne rechtsussen Spinner wie Höcke. Man kann politisch vieler Meinung sein, aber eine gemäßigte rechte Partei zum Ausgleich von SPD/Grün wäre sinnvoll. Genauso wie eventuell eine gemäßtigte Linke sinnvoll wäre. Beides haben wir leider nicht, also sitzen wir mit unser stagnierenden öden Mitte fest.

  4. Der eine AfD Flügel wollte vor ca. 3 Wochen die Grenzen auf Krampf komplett schließen, weil Corona eine Gefahr ist die bisher unterschätzt stark wird und man keine weitere Infizierte durch offene Grenzen einführen will. Die AfD hat zu gar die CDU/CSU im Bundestag angegriffen, dass sie noch nicht genug tun um Corona zu bekämpfen und die Pandemie bisher unterschätzen.

    Dagegen der andere AfD Flügel möchte am liebsten auf alle Corona Maßnahmen pfeifen und verharmlost diesen Virus.

    Eine goldene Mitte scheint die AfD nicht zu finden, da geht es nur von einem Extrem ins andere.

  5. Gauland selbst hat später gesagt, er fände die Rede von Meuthen „mitunter spalterisch“, zudem würde er sich nicht reinreden lassen, wie er die Fraktion zu leiten habe.
    Ich sag mal so: Für die Rechtspopulisten ist die AfD immer noch die genau richtige Partei. Aber diejenigen, die geglaubt haben, sie könnten auf dieser Welle Karriere machen…für die ist es ein Alptraum.

    Aber um ganz ehrlich zu sein: Am meisten bin ich tbh daran interessiert, wie Kinki auf eine Zerstörung Meuthens reagieren würde. „Heiland vs. Heilandpartei“ – worauf fällt da die Entscheidung?

    • In deiner Wortwahl: „Heiland“. Würde die AfD Meuthen rausekeln (wovon ich nicht ausgehe), gäbe es zwei Möglichkeiten:
      a) Meuthen gründet eine AfD-reloaded, dann wäre das meine politische Linie
      b) Ohne Meuthen, also auf Kurs nationale Fundamentalopposition, könnte ich mir den Gang zur Wahlurne sparen: Alle anderen können nix, die AfD will nicht, ich säße im politischen Vakuum. Wobei, beim zweiten Nachdenken würde ich wohl FDP wählen, die Sozialistenparteien sind komplett unwählbar, die SPD bedeutungslos, lediglich eine Merz-CDU wäre noch denkbar. Und die FDP bliebe halt als meine Quasi-Familienpartei übrig, aber ohne wirkliche Überzeugung dahinter. Aber wenigstens wäre es eine Stimme gegen R2G.

      • Da haben ja nun endlich den schon lange vermuteten Kern der Sache.

        Da du keine politische Heimat mehr hattest hast du in der AFD damals deine neue Heimat gesucht (war ja auch am Anfang unter Lucke ne normale Konservative Partei , CDU 80/90er like) und geglaubt endlich etwas Konservatives für dich gefunden zuhaben.
        Um diese Heimat nicht zu verlieren oder den Glauben daran hast die ganzen Jahre die gante Rechte Nazi scheiß dir schön geredet , ausgeblendet oder irgendwie versucht zu relativieren.
        Weil nicht sein kann was nicht sein darf.

        Aber vielleicht fällt ja langsam der Schleier , und erkennt endlich an das dein blauer Haufen in Wirklichkeit tief Braun ist.

        • Du machst dir völlig falsche Vorstellungen von braun. Und das finde ich sogar positiv, denn braun liegt in der BRD schon so lange zurück, dass sich keiner mehr wirklich daran erinnert.

          Zumal du dir bzw. den Medien auch widersprichst: Du gestehst zu, dass die Lucke-AfD eine konservative Partei war. Die Nazi-Sprüche gabs aber seit der Parteigründung. Und diese angeblich braune Partei damals ist, wenn man den Medien glauben darf, seitdem mindestens ein Dutzend mal nach rechts abgerutscht, also danach müsste die AfD so weit jenseits der messbaren Skala sein wie der Tiefenmesser in Wolfgang Petersens Boot!

          Um es ganz klar zu sagen: ich würde auch heute noch Björn Höcke jederzeit gegen den Vorwurf verteidigen, ein Nazi zu sein. Und das zuvörderst mit dem Argument, dass ich mir alleine aus dem historischen Vergleich keinen gewaltlosen Nazi vorstellen kann. Und in zweiter Linie, weil ich nach wie vor zwischen Fremdenhass und Patriotismus klar unterscheide.

          Was nicht heißt, dass ich leugnen würde, dass es Neonazis in der AfD gegeben hätte. Und zwar ebenso wenig, wie ich das für nahezu alle anderen Parteien ausschließen würde; was Schütze Arsch im Keller hortet, weiß ich nicht!

          Und was auch nicht heißt, dass es Leute in der AfD gegeben hat und teilweise immer noch gibt, die mir persönlich zu weit rechts stehen. Und ja, vielleicht habe ich auch deren Gesamtbedeutung in der Partei ein Stückweit unterschätzt … der Osten ist weit weg!

          Wer aber von einem Naziproblem in der AfD spricht, egal ob damals oder heute, der plappert dasselbe öde Framing wie seit nunmehr 7 Jahren nach.

        • War doch bei Konservativen noch nie anders. Lieber die ganz Rechten tolerieren, als mit den *schauder* Linken gemeinsame Sache zu machen. Das war doch beim Ermächtigungsgesetz schon das Gleiche. Kommunisten waren alle schon weggesperrt und das Zentrum, also die Vorgänger von CDU/CSU haben brav dem Führer die Stange gehalten. Die einzigen Gegenstimmen kamen von den Sozialdemokraten.
          Es gibt auch x Analysen, dass selbsternannte „Zentristen“ immer näher am rechten als am linken Lager stehen.

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