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Ich habe gestern den Link zu einer Doku zum Thema „Homeschooling während Corona“ bekommen. Ich verlinke hier ganz bewusst NICHT die Doku, einfach weil hier niemanden an der Pranger stellen möchte. Auch möchte ich alle Lehrer-Kollegen in dieser Zeit in Schutz nehmen, weil es genug Beispiele dafür gibt, in denen sich Lehrer den Hintern aufgerissen haben, um während der Pandemie vernünftigen (Online)Unterricht anbieten zu können und dafür am Ende noch einen von der Behörde oder einem (sich beschwerenden) Elternteil auf die Finger bekommen haben. Ich mache also keinem Kollegen einen Vorwurf, der irgendwann gesagt hat: „Gut, wenn Ihr mir auch noch in die Suppe spuckt, dann mache ich halt nur noch die Zettel-Nummer“.

Zurück zu Doku: Ich habe einfach mal einen Screenshot gemacht, weil ich an einer Stelle aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus kam…

Deutschland, auch im Bereich Bildung ein digitales Entwicklungsland: Anstatt Dinge digital zu lösen, werden Zettel ausgegeben, auf denen Youtube-Links per Kugelschreiber zum Abtippen eingefügt werden. Da verlierst Du doch den Glauben.

Wie gesagt: Ich kenne weder den Hintergrund der Schule noch der Lehrerin, von daher weder Verurteilung noch Schuldzuweisung. Fakt ist aber, dass in Deutschland in diesem Bereich eine Menge falsch läuft…



33 KOMMENTARE

  1. Also ich kenns so, dass die Links zwar auch auf dem Wochenplan stehen, aber zusätzlich auf den Online-Plattformen gelinkt sind. Bei uns wird bspw viel Teams benutzt und der Link dort dient nur zur Orientierung oder für die die mit Teams nicht umgehen können.

    • Bei diesem Thema hat unsere Regierung völlig versagt. Genau jetzt wo es darauf ankommt, merkt man wie bei diesem Thema die letzten Jahre alles auf die lange Bank geschoben wurde. Was war denn soooo wichtig die letzte Zeit? Große Airlines zu retten, Autokonzerne auf ein neues Zeitalter vor zu bereiten dass diese völlig verschlafen hatten. Natürlich will man offiziell Arbeitsplätze retten. Kein Cent in Bildung/Forschung oder Breitbandausbau zu viel! Und das im Land der Die Dichter und Denker, naja so ist das halt in einem Land das von Börsenkursen abhängig ist und nicht den Mut hat Dinge bewusst anders zu machen. Mal ganz abgesehen von der Corona-Krise. Ich find das so traurig wir waren in diesen Bereichen mal mit Abstand führend in der ganzen Welt. Traurig einfach nur traurig, auch wie die betroffenen Lehrkräfte darauf vorbereitet werden. Traurig und das macht einfach sprachlos…

  2. Mein Neffe bekommt die Aufgaben per Post auf dem Zettel, aber bei Youtube Links würde denen meine Schwester die Meinung blasen oO

    • Aber warum? Auch bei YouTube findest man mittlerweile gute Lernvideos die Eltern / Großeltern eine Unterstützung sein können. Selbstverständlich muss man als Lehrkraft die Videos vorher selbst anschauen und prüfen. Aber es haben sich soviel Kollegen und Kolleginnen schon Mühe gemacht und warum dann nicht das nutzen was da ist.

      • Dann soll man das bitte direkt digital verschicken und nicht mühevoll die Links abtippen lassen holy shit! Denen würde ich Terror machen… natürlich per Post da keine E-Mail vorhanden ist ;D

        • ich glaub es war nicht ganz klar, dass du nicht was gegen youtube videos hast, sondern gegens das umständliche abtippen 😉

        • In der Regel wird der Plan für beide Varianten erstellt. Digital als auch zum verschicken. Sollten die Eltern dann doch die Links benötigen können sie diese einfach eingeben (QR Code wäre besser aber man will ja Platz und Papier sparen)

          Mein Plan sieht genauso aus. Wir MÜSSEN die Pläne per Post versenden (ich mach es noch als Dokument per Mail). Leider haben, du wirst es nicht glauben, auch noch einige KEINE E-Mailadresse. Und Eltern dazu zwingen, eine anzulegen kann ich nicht.

          Nachvollziehbar die Erklärung? Ich weis es ist peinlich, aber leider ist die Realität bei Eltern, was die digitale Ausstattung angeht, genauso bitter wie bei den Schulen. VG

  3. Bei uns sieht es ähnlich aus.
    Nur das der Plan nicht handgeschrieben ist. Mein Kind ist in Klasse 1. Wir haben auch festgestellt, dass nach einem halben Jahr Schule einige Eltern Padlet nicht nutzen. Viele Kinder werden von den Großeltern betreut, da bei den meisten beide Elternteile arbeiten. Betreuungstage sind super, theoretisch, praktisch machen sich viele Gedanken wie es vom Arbeitgeber oder den Kollegen aufgenommen wird. Also werden einige Kinder betreut von älteren Menschen, die nicht mit dem Rechner aufgewachsen sind oder täglich damit arbeiten. Dem muss auch Rechnung gezahlt werden, besonders in den unteren Klassen.
    Im ganzen bin ich echt zufrieden wie es läuft, unsere Schule informiert uns schnell und umfassend. Der Unterricht läuft gut.
    Von mir aus kann es bis Ostern so weiter gehen.

    • Toll als Lehrer auch mal zu hören das es klappt. Ist wie beim Thema Corona. Nur das Negative wird laut kommuniziert. Danke

      PS: Genau die Problematik mit den Großeltern macht einen analogen Weg (Parallel) soooo wichtig.

  4. Wie sie aber auch &feature=youtu.be mit aufschreiben. Da fehlt es an mehr als an der modernen, digitalen Umsetzung des Unterrichts.

    • Oof, ja genau daran muss gearbeitet werde… nicht. Man kann sich auch über jeden scheiß aufregen. Solangs URL funktioniert juckt das doch echt nicht. Kannst nicht erwarten das jeder Lehrer komplett informiert ist über jeden scheiß.

      • Na ja wenn du nach der Arbeit noch mit deinen Kindern Unterricht machen musst und solche Links mit Krampf abtippen, da bekommt man schon geistige und körperliche Krämpfe :3 Wenn ich bedenke dass ich bei meinem letzten Job nach der Arbeit direkt ins Bett gefallen bin, na danke.

  5. Da muss ich mal intervenieren (aktuell als Lehrer einer 1. Klasse).
    Mein Lernplan sieht genauso aus. Alle Eltern bekommen die Pflichtaufgabe per Post mit allen Materialien und Erklärungen. Auf meiner digitalen Pinnwand sind dann meine selbstgedrehten Lernvideos zu neuen Buchstaben und zur Lauterarbeitung inklusive Zusatzaufgaben.

    Der Lernplan der Lehrerin ist doch super! Digitalisierung scheitert nicht nur an der Schule sondern auch an den Eltern. Viele Eltern vor allem in der Grundschule (auf dem Bild ist eine 1. Klasse) haben KEINEN Drucker, die meisten nichtmal einen PC. Oft gibt es nur Smartphones. Die Lernplan auf dem Foto bietet ein Padlet (digitale Pinnwand) an. Man muss hier schon differenzieren zwischen Grundschule, welche komplett auf die Eltern angewiesen sind und höheren Klassen wo viel mehr möglich ist.

    Es gibt beispielsweise in meiner Klasse Eltern, die die Nutzung von Apps wie Anton etc. auch meine digitale Pinnwand komplett ablehnen. Dann gibt es Eltern die haben nur ihr geringes mobiles Datenvolumen. Auch diese Kinder muss man versorgen. Das heißt es gibt oft keine andere Möglichkeit. Und mit dem Lernplan auf dem Foto wird sichergestellt, dass man allen Kindern die Möglichkeit gibt, am Bildungsprozess teilzunehmen.

    Wenn du gute Ideen hat, wie man das in der 1. / 2. Klasse besser gestalten kann ich würde sofort zu dir ins Discord kommen. Denn einen anderen Weg habe ich nicht gefunden! Wäre super spannend. Videokonferenzen in Klasse 1 und 2 machen keinen Sinn. Wir haben es probiert, es geht nicht.

    VG Andi

    • Hallo Kollege!

      Meiner sieht auch ähnlich aus. Wir machen 2x die Woche ne Videokonferenz. Anwesenheit ca. 2/3. Es stimmt schon, es scheitert auch oft am technischen Verständnis bzw. der Ausstattung der Eltern.

      In meiner Klasse (auch ne 1.) geht es, habe seit Tag 1 die Eltern darauf geeicht, digital zu korrespondieren. Habe auch von allen eine gültige Mailadresse. Aber auch da: Rückmeldungen kommen von einigen gar nicht – telefoniert man hinterher. Manche bekommen es nicht hin, mir ein Foto per Mail zu schicken und bringen die Sachen lieber in der Schule vorbei.

      Ansonsten bekomme ich sehr viel positive Rückmeldungen von den Eltern. Es steckt aber auch ne Menge Arbeit im Homeschooling.

      Nebenbei: Wie erstellst du die Lernvideos? Ich mache aktuell ne PPT und vertone die dann (Buchstabeneinführung). Dauert allerdings relativ lange.

    • Hab ein Kind in der 2.Klasse. Die Klasse (20 Schüler) wurde in 2 Gruppen aufgeteilt und es gibt jeden Tag hintereinander 1 Stunde Unterricht in Teams. Ansonsten gibt es auch einen Schulaufgabenplan und am Ende der Woche gibt man die Unterlagen zur Korrektur ab.

      Teams ist super für die Kinder, die freuen sich wenn sie sich sehen. Aus pädagogischer Sicht kommt da nicht viel bei rum. Es liegt aber nicht an der Lehrerin, aber bei irgendeinem Kind ist immer irgendwas. 2 am Klo, beim anderen die Handwerker im Haus. Dann wurden die Mikrofone deaktiviert. Die eine Hälfte checkt die Meldenfunktion nicht, der nächste sucht seine Stifte, beim anderen hat der Hund das Heft gegessen usw… Und schon ist die Stunde vorbei.

      Unser Fazit nach 2x Homeschooling in der 1. und 2. Klasse. Onlineunterricht via Teams, Zoom etc ist da nicht sinnvoll möglich. Wir machen momentan noch die Anton App nebenbei & haben uns den sofatutor Gratismonat geholt.

  6. Für unsere Tochter, 4. Klasse, bekommen wir zum Ausdrucken Wochenpläne, welche die Aufgaben der einzelnen Schulfächer zeigt. Je nach Motivation der Lehrer sind einfach nur Abkürzungen der Bücher mit Seitenzahlen darauf, oder ein kleiner Beschreibungstext.
    Ganz Schlimm sind dann die Emails in denen Steht „ich habe für Sie Arbeitsblätter vorbereitet. Sie finden Sie in der Schule im Klassenraum zum Abholen im Ablagefach ihres Kindes.“ Kein Witz.

    Oder Arbeitsblätter werden mit dem Handy fotografiert und an die Eltern geschickt, da kein Scanner bereit steht.

    Es gibt durchaus auch bei uns motivierte Lehrer, die sich auch hinsetzen und Online-Videos bereit stellen und den Unterrichtsstoff versuchen zu Vermitteln – was sehr gut funktioniert. Leider alles auf US-Plattformen (DSGVO?).

    Es fällt uns aber sehr schwer den Unterrichtsstoff so zu vermitteln, wie es Lehrer tun. Wir können dies leider nicht ersetzen. Die Motivation beim Kind ist entsprechend nicht so hoch sich alles selbst bei zu bringen.

    • Aber dann sind doch gerade die Lernvideos der Lehrer umso wichtiger, damit die Eltern wissen, auf welche Art und Weise die Lehrkraft den Stoff vermittelt.

      „Leider alles auf US-Plattformen (DSGVO?)“ <– ist doch total egal. Wenn ich als Lehrer ein Video erstelle muss ich ja damit leben, dass es eventuell für immer im Internet zu finden ist. Als Eltern sollte man dafür doch Dankbar sein uns nicht die DSGVO hinterfragen, denn das macht das ganze immer verrückter.

      • DSGVO ist Notwendig wenn ich auf der Plattform Email, Vor- und Nachnahme sowie Schule und Klasse angeben muss.
        Ja es ist toll und sehr Hilfreich als Elternteil wenn diese Videos existieren, auch die Mühe der Lehrerin rechne ich ihr hoch an.
        Ich kritisiere auch nicht ihre Arbeit, bin ihr dafür sogar Dankbar.

        Was ich kritisiere ist, dass es in fasst einem Jahr in Deutschland keine Plattform geschafft hat von Schulen und Datenschützern anerkannt zu werden um ein nationales Konzept für Schulen bereit stellt auf das sich alle einigen und geschult werden könne.

        Wie gesagt, die Plattform ist auf Englisch. Meine Tochter kann das in der 4. Klasse noch nicht „perfekt“ – wie auch, der Unterricht ist die reinste Katastrophe.
        Also ist sie auf die Hilfe von uns Eltern angewiesen. Ich kenne auch nicht jede Plattform, muss mich da auch erst einarbeiten und gucken wo wir was finden.

        Es fehlt an Einarbeitung, Hilfestellung, Schulung der Lehrer, Schulung der Eltern und der Kinder usw. Datensicherheit (DSGVO) spielt da auch eine wichtige Rolle. Alles nicht optimal. Viele individuelle Lösungen, für jedes Fach was anderes …

  7. Passt aber irgendwas nicht zusammen. Im Plan sind Übungen bei Padlet, aber die Lehrkraft weiß nicht, wie man einen Link in den Plan kopiert? Ergibt für mich irgendwie keinen Sinn.

    Bei uns sind viele Kollegen auch überfordert, aber wenn der Chef/die Chefin da klare Ansagen macht, dabei die Kollegen aber auch unterstützt, ist vieles machbar. Unsere ü60er schaffen es mittlerweile auch, Dateien in die Cloud zu laden und E-Mails zu beantworten.

    Es gibt überall schwarze Schafe, der Großteil kümmert sich jedoch. Das dumme ist doch, dass es 0 Vorgaben von oben gibt. Kümmert euch mal selbst drum ist bei uns die Divise. Dabei haben wir weder W-Lan in der Schule noch irgendwelche Endgeräte. Aber hey, ihr macht dat schon.

  8. Bei uns läuft es über Cisco WebEx und die App Padlet. Also: die Aufgaben stehen im Padlet. Die Schüler wählen sich zu den vorgeschriebenen Zeiten in die WebEx Räume der Lehrer ein. Vorteil: es gibt zumindest die Möglichkeit nachzufragen und einen gewissen Druck die Sachen auch zu machen. Um Welten besser als im 1. Lockdown.

    • Und alle Eltern/Kinder in der Grundschule bei dir können Cisco WebEx ohne Probleme nutzen? Das würde mich echt wundern, dass alle GS Kinder und Eltern/Großeltern das hinbekommen.

      • Jupp, klappt. Alle drin. Gibt für WebEx aber auch ne iOS App, sprich läuft halt per Klick auf jedem iPhone / iPad. Wahrscheinlich gitbs auch ne Android App, das weiß ich aber nicht.

  9. *kopfkratz*

    Ich habe jetzt eine Ewigkeit draufgestarrt… Kann es sein, dass das einfach die Schriftart ist? Ich nutze solche Schriftarten auch manchmal, weil sie eben den Eindruck von Handschrift erwecken (wenngleich weit ordentlicher und gleichmäßiger, als wohl die Meisten schreiben könnten).

    Ich kann mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen, warum jemand so einen feinsäuberlichen Plan in Word erstellt, um dann in akribischer Kleinarbeit Youtube-Links handschriftlich reinzuschreiben…..

    Dass Zettel ausgegeben werden, ist meist eher der Tatsache geschuldet, dass man auch diejenigen berücksichtigen will, die zuhause keine Vollausstattung genießen. Niemand weiß, ob dieser Plan nicht zusätzlich in digitaler Form übermittelt wurde – mit anklickbaren YT-Links.

    • Es ist eine Schriftart. Man sieht’s relativ deutlich am „slash“. Die sind alle exakt gleich und im gleichen Abstand.

  10. Ich war kurz geschockt, weil „Jahrgangsstufe 1“ in meinem Teil des Südens Klasse 10 oder 11 der beruflichen Oberstufe (also Abi auf dem zweiten Bildungsweg) war, zumindest damals, als ich Abi gemacht habe. Scheint woanders wohl was anderes zu sein – zumindest hoffe ich das. Wenn ich in Klasse 11 das Minusrechnen wiederholt und über meine Wünsche zum neuen Jahr geschrieben hätte, wäre ich verzweifelt.

    • QR Code als Ergänzung wäre sicher sinnvoll. Manche Eltern sind aber selbst dazu nicht in der Lage, daher ist es besser das die die Links per Hand eingeben. Geht bitte nicht immer von euren technischen Kompetenzen aus. Es ist echt bitter in Deutschland.

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