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In Baden-Württemberg sollen die Grundschulen und Kitas bereits ab dem 1. Februar wieder geöffnet werden, unabhängig von der gemeinsamen Beschlussvorlage von Bund und Länder. Die finale Entscheidung soll zwar erst am 28. Januar fallen, von einer Öffnung der Schulen ist jedoch bei dem aktuellen Infektions-Geschehen (Inzidenz von 86,9 Stand: 27. Januar 2021) in Baden-Württemberg auszugehen. (Via)

Kretschmann hat gestern bei Lanz in dieser Sache richtig auf die Kacke gehauen…

Auf die Kritik bezüglich der verfrühten Öffnung der Grundschulen reagiert Kretschmann verständnislos. “Ich weiß nicht, warum das so aufgebauscht wird.“ Man solle darüber hinaus nicht so tun, als seien die Grundschulen das Problem bei dieser Pandemie. Vor allem betonte Kretschmann, dass das Infektionsrisiko in Grundschulen gering sei und besonders das Home-Office eine relevante Rolle bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens spielen würde. (Via)

Als Reaktion auf die Sendung folgte ein gigantischer Shitstorm in den sozialen Medien. Als Reaktion darauf wurde bereits zurückgerudert und die Entscheidung, die eigentlich heute fallen sollte, vertagt – Auslöser ist offiziell ein in Freiburg aufgetauchter Fall der mutierten Virusvariante.



21 KOMMENTARE

  1. Eine absolute Clownfiesta, was hier bei uns in BW abgeht.
    Die Schulen werden komplett allein gelassen (so zumindest der Aussage meiner Schule nach) und unsere Kultusministerin, die gnädige Frau Eisenmann, welche zufällig der Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl im März ist, hat bisher außer „Ich will aufmachen“ nicht viel produktives beigesteuert.
    Ich freue mich also schon sehr auf März, wenn ich mein Kreuzchen setzen darf 🙂

    • Bisschen unredlich, hier eine einzelne Studie zu posten und Kritik im Voraus als „Shitstorm“ zu deklarieren. So macht man das eigentlich nicht.

      Ist eine nicht uninteressante, aber ehrlich gesagt für sich genommen nicht wahnsinnig hilfreiche Studie, da hier erhebliche Limitationen bestehen, die die Autor*innen ja auch selbst angeben. Was mich am meisten verwundert, ist, dass hier davon gesprochen wird, dass nur 3,7% der 191 Infektionen auf Transmission innerhalb der Schulen zurückzuführen sei – dies ist mit der selektiven Kontaktverfolgung als einziger Erhebungsmethode durchaus erwartbar, aber diese ist eben nicht besonders genau, da indirekte oder kurze Kontakte praktisch nicht erfasst werden.

      Hinzu kommt, dass eine Vielzahl an Evidenz sehr wohl für Schulen als relevanten Infektionsort spricht (beispielhaft: https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/healthandsocialcare/conditionsanddiseases/bulletins/coronaviruscovid19infectionsurveypilot/latest ), so dass ich empfehlen würde, eine einzelne methodisch limitierte Multicenterstudie nicht zu hoch zu bewerten. Es ist eben kompliziert.

  2. Ob der Herr auch bereit ist endlich 1 Milliarde Euro locker zu machen um in allen Schulen Luftfilter aufzustellen habe ich gefragt?! Aufgebaut ist so ein Luftfilter in 5 Minuten, diese stehen hier in jeder Arztpraxis herum „war das Torschlagargument der Stadt Würzburg, diese seien zu komplex zu installieren lololololo, man will lieber das Lüftungskonzept verbessern“.

  3. Ich habe seine Ankündigung bereits mit Fassungslosigkeit letztes Wochenende gesehen.
    Dass man zum jetzigen Zeitpunkt ernsthaft die Rolle kleinreden kann, die Schulen bei der Pandemie spielen, zeugt aus meiner Sicht entweder von Unkenntnis oder von Zynismus. Mich hat das Ganze schon da so geärgert, dass ich eine E-Mail an Herrn Kretschmann geschrieben habe, die allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Spamordner landet. Das hier in Kombination mit der Aussage „Damit haben wir nicht gerechnet“ vom letzten Jahr lassen mich langsam endgültig an der Kompetenz dieses Ministerpräsidenten zweifeln.

  4. Schulen müssen halt auf, die Eltern müssen arbeiten und vor allen Steuern Zahlen!
    Denkt doch mal einer an die Wirtschaft!!!111

    • Dir ist schon klar, wofür man Steuern braucht? Dieses pseudoironische Gerede von „der Wirtschaft“ ist mega toxisch, weil es einen Gegensatz aus Gesundheitsschutz und Wirtschaft suggeriert, der das Gegenteil von richtig ist. Es spaltet zusätzlich, statt den richtigen Weg aufzuzeigen. Ein gutes Gesundheitssystem braucht einen finanzierten Staat, der dafür eine gut laufende Wirtschaft braucht. Man muss also immer einen Mittelweg finden, niemandem ist geholfen, wenn wir wirklich einen extremen wirtschaftlichen Crash erfahren sollten. Am wenigsten den wirtschaftlich Schwächeren Bürgern.

      Also ja, in der echten Welt müssen die Menschen arbeiten und Steuern zahlen, sonst geht absolut alles den Bach runter. Das bedeutet aber nicht, dass man keine effektiven Corona Maßnahmen treffen kann und auch nicht, dass ein Lockdown falsch ist. Vermutlich hätte die Wirtschaft nämlich auch ohne Lockdown so oder noch mehr gelitten. Es ist nur absolut falsch und gefährlich „die Wirtschaft“ mit diesem verächtlichen Ton zu betrachten oder als irgendwas Schlechtes oder gar einen Gegensatz zu irgendwas zu sehen. Sie ist stattdessen Grundlage für alles.

    • Ranock, nix für ungut, ich weiß, du meinst es sarkastisch – aber wenn man unter jeder Corona-News den gleichen „Sarkasmus“ benutzt, kommt es halt irgendwann so rüber, als meinte man den Quatsch ernst. Gerade für Leute, die sich eben nicht daran erinnern bzw. es nicht wissen.

  5. Vertagt 😉 Mutation in Kita (Freiburg) mit 23 Fällen. Schade ich hatte gehofft BW macht alles schneller auf als hier, dass man sieht wie gut oder schlecht das mit den Mutationen klappt. Meine Frau und ich mögen nicht schon wieder die Versuchskaninchen sein wie im Frühjahr. Andere Bundesländer können das gern mal übernehmen.

    • Ist jetzt langsam gut mit der „Versuchskaninchen“ Rhetorik? Viele Bereiche müssen/sollen trotz Pandemie weiterarbeiten und ja auch mit viel Personenkontakt. Ich kann ehrlich nicht verstehen warum besonders Pädagogen ständig in die Opferrolle hineingehen beim Thema Corona. Ich sage nicht, dass es für die beteiligten Personen die schönste Situation ist, aber von anderen Berufsständen hört man deutlich weniger gejammer…

      • Ich verstehe die Beschwerden der Lehrer*innen schon. Schließlich sind diese in ihrem Arbeitsalltag, anders als wir Ärzt*innen, kaum geschützt. Außerdem sorgt das ständige Hin und Her der Kultusministerien in dieser Berufsgruppe für erhebliche Unsicherheiten, hinzu kommt oft schlechte Organisation der zuständigen Behörden. Und schließlich (am wichtigsten): Dass andere Berufsgruppen auch in schwierigen Lagen sind, rechtfertigt ja nicht die Missstände, die hier herrschen.

      • Weil wie keinen Schutz haben 0,00. Vielleicht deshalb? Wir stehen 6h dauersprechend mit 27 konstant ausatmenden Kindern in einem 30qm Raum wo man ein Fenster ankippen kann. Von Erzieher*innen in Kita gar nicht zusprechen. 2 meiner Kolleginnen sind aktuell wegen Corona arbeitsunfähig. Eine kommt nicht mal mehr eine Treppe mit 10 Stufen hoch. Ihr Lunge ist komplett kaputt, das war/ist meine Sportlehrerkollegin. Perspektive ungewiss. In 99% der Berufe ist mehr Schutz vorhanden. Kaum ein anderer Beruf arbeitet soviel mit Gestik und Mimik. Da stört auch eine Maske nicht.

        Wir können gern tauschen. Wir hatten in unserem Bundesland Ende Dezember eine Inszidenz bei pädagogischen Fachkräften von 1500 pro 100 000. 27% waren nicht Einsatzfähig und egal ob KiTa oder Schule es fehlt jetzt schon an allen Enden an Arbeitskräften.

        Aktuell können wir an unserer GS nicht mal Klassenleiterunterricht in festen Gruppen anbieten, weil Lehrkräfte wegen Corona fehlen.

        Nehmt es ruhig als jammern war, mir egal, es kotzt einen einfach an das hier in den Schulen / Kitas nichts passiert. Kein Schutz nichts, während alle Firmen für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitet garantieren müssen.

          • Weil Luftfilter auch alles lösen, wasn das fürn Blödsinn? Arztpraxen mit Klassenzimmern zu vergleichen ist auch witzlos.

          • @Werxy Wenn man die Schulen auf Krampf öffnen will, sollte man auch das Geld in die Hand nehmen und Luftfilter aufstellen, das ist nicht witzlos sondern dient dem zusätzlichen Schutz der Schüler und Lehrer, witzlos ist eher das der Bund das nicht finanzieren will.

  6. Die Landesregierung in Baden-Württemberg macht sich echt absolut lächerlich.
    Angefangen bei sinnlosen Regel, geht weiter mit der niedrigsten Impfquote in Deutschland und endet jetzt in dieser dummen Diskusion.
    Wenn es tatsächlich ungefährlich ist zu öffnen, warum ändert man dann seine Meinung wegen dem Fund in einer Kita??
    Man merkt leider einfach, das hier CDU und Grüne irgendwie punkten wollen wegen den Wahlen in zwei Monaten aber es deswegen einfach beide grandios verkacken.

  7. Was Kretschmann will, ist lediglich eine stückweise Wiedereröffnung der Grundschulen und Kitas, mit Wechselbelegung.
    Davon, dass er ALLE Schulen ab Montag wieder normal öffnen lassen will, war nie die Rede.

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