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Die Schulen öffnen vielerorts, einheitliche Konzepte fehlen jedoch. Kinderintensivmediziner Florian Hoffmann erklärt im Interview, warum das ein großes Problem ist – und wie es vermutlich weitergehen wird. (Via)

Spannendes Interview, lest mal rein. Hier die wohl interessanteste Frage…

t-online: „Am Montag öffnen in vielen Bundesländern die Schulen zumindest teilweise wieder. Was halten Sie davon?“

Hoffmann: „Im Sinne der Bildung unserer Kinder ist es natürlich extrem wichtig. Aus infektiologischer Sicht habe ich aber schon Bauchschmerzen, weil wir überhaupt nicht wissen, wie sich das Infektionsgeschehen dadurch verändern wird. Auch weil die Verteilung der Varianten, vor allem der Variante B.1.1.7. aus Großbritannien, noch nicht klar ist in Deutschland. Daher kann die Öffnung der Schulen nur unter maximal großen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Mit der Hälfte der Klassenstärke, mit Schutzmaßnahmen, die eingehalten werden müssen, und optimalerweise mit regelmäßiger Testung. Wir brauchen sichere Bedingungen. Aber mir ist völlig unklar, wie das laufen soll.“

Bei allem Verständnis für die Situation der Eltern, kann ich persönlich nicht nachvollziehen, warum man die Schulen JETZT wieder öffnet. Die Zahlen gehen aktuell wieder nach oben…

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an (Vortag 1,01). Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. (Via)

Vor allem: Wenn wir jetzt wieder öffnen (und damit meine ich nicht nur die Schulen), ist doch die Chance relativ hoch, dass der ganze lange Lockdown umsonst war und die Zahlen wieder massiv steigen. Und dann? Geht die ganze Sache wieder von vorne los?

„Es gibt Berechnungen, dass die Infektionszahlen wieder ganz massiv nach oben schnellen werden, eben wegen dieser neuen Varianten.“ (Via)

Dazu nochmal ein schöner Artikel, der offenlegt, wie planlos mancherorts die Schule wieder geöffnet werden, ohne dass es richtige Test- oder Hygienekonzepte gibt. Alles ohne Sinn und Verstand, Hauptsache den Schreihälsen nachgeben und so schnell wie möglich wieder öffnen…



15 KOMMENTARE

  1. Merkel noch vor ein paar Wochen: Zum Schulstart wird der ÖPNV um weitere Bußfahrten aller Linien zur sicheren Beförderung erweitert.

    Am Freitag beim Kumpel beim regionalen ÖPNV nachgefragt wie es am Montag aussieht: „Nichts anders als vor einem Jahr, der Fuhrpark und Mitarbeiter würde weitere Fahrten zwar möglich machen, aber es sind keine zusätzlichen Fahren zur Stoßzeit geplant“.

  2. Bei uns gehts ab morgen in den Wechselunterricht. Hasst mich! Ich bin froh jetzt zumindest mal drei Wochen lang die die dreifach Belastung (Betreuung Kleinkind, Beschulung Schulkind, Homeoffice meines Jobs) los zu sein und mal einfach „nur“ arbeiten zu können.

    Vielleicht bekommt es unsere Regierung ja doch mal hin, was in anderen Ländern Standard ist: bevorzugte Impfung für Lehrer, mehrfach pro Woche Schnelltests für die Kinder. Aber wie ich unsere Helden kenne, bleiben wir beim Lockdown. Das hat sich ja bewährt. Jammert nur bitte dann nicht rum, wenn die AfD im Herbst bei der Wahl die 25% macht.

    • Unpopular opinion, aber mit Kindern muss man da eben durch. Kinder sind dein ganz privates Vergnügen und du kannst nicht erwarten, dass der Staat permanent die Betreuung sicher stellt.

      • Dumme Opinion, weil meine Kinder am Ende deine Rente bezahlen, bro.

        Aber deine Ansicht ist der Grund warum sich nach diesem Lockdown so mancher zweimal überlegen wird, ob er Kinder haben will oder nicht. Die grandiose Lobby die Familien haben, hat man in den letzten 12 Monaten sehr deutlich gesehen.

        • Ich hab doch nix gegen Kinder. Wir planen auch nicht kinderlos zu bleiben. Aber wenn man Kinder in die Welt sitzt, muss man eben auch wissen wie man diese betreut und das muss zur Not auch ohne Papa Staat gehen.

          Entweder muss einer von euch eben Zuhause bleiben, was bei zwei Vollzeitjobs eben mal bedeutet den Gürtel enger zu schnallen oder man muss die Arbeitszeiten so gestalten, dass die Betreuung sichergestellt wird. Die meisten Arbeitgeber kommen einem hier durchaus entgegen. Zur Not müsst ihr halt beide auf 6 Stunden am Tag runtergehen bei der Arbeitszeit, auch da spielen 90% der Arbeitgeber mit, wenn es um Kinderbetreuung geht.

          Gibt natürlich genug Leute die ihren Lebensstandard so knapp kalkuliert haben, dass bei 50€ weniger Geld im Monat schon das gesamte Kartenhaus zusammenbricht, sowas sollte man nicht tun.

          Homeoffice ist übrigens nicht dafür gedacht, dabei auf die Kids aufzupassen, sondern weiterhin 100% seiner Arbeitsleistung zu bringen.

          • Genau Einstein. Wenn ich zwei Kinder daheim habe und HomeOffice – das ist das einzige worin du Recht hast – dafür da ist, dass der Arbeitnehmer normal arbeitet, was genau bringt mir dann eine Reduktion auf 6 Stunden am Tag?

            Sei mir nicht böse, aber: bekomm erst selbst mal Kinder und rede dann schlau daher. Manche Sachen kann man sich zwar „in der Theorie“ gut vorstellen, aber deswegen hat man von der Praxis doch keine Ahnung. Allein deine Hinweise auf die Finanzplanung sind halt ziemlich anmassend. Ein Zwei-Verdiener Haushalt wird natürlich niemals so kalkulieren, dass er das zweite Einkommen nicht braucht. Völlig lebensfremd!

            Ich glaube auch, dass deine Partnerin total begeistert wäre, wenn sie in so einem Fall ihren Job aufgeben müsste… denn seien wir ehrlich: in 90% der Beziehungen läuft es aktuell ja genau darauf hinaus, dass Frauen eben nicht mehr arbeiten können und einen massiven Karriereknick hinnehmen müssen.

      • Du liegst im Altersheim und meine Tochter soll dir eine korrekte Dosis Medizin verpassen, erleidet währendessen aber einen Panikschub (Angststörung, Folgeschäden u know ) und verpasst dir zuviel? Da muss man als Kinderloser halt durch…

        Ist das die propagierte Solidargemeinschaft Aufgrunddessen wir hier alles veranstalten?
        So schnell zu Ende?

      • Egal ob ich jetzt dafür oder dagegen bin, es ist nicht ganz so simpel.

        Vereinsamung ist auch ein nicht zu unterschätzendes Problem, das kein Fernunterricht der Welt lösen kann. Erklär deinem Kind mal, warum es keine Freunde mehr besuchen kann und dich frägt ob Ihn jetzt alle hassen.

        Alte Menschen vereinsamen aktuell ebenfalls. Es hängen an der ganzen Geschichte einfach deutlich mehr Themen dran als einfach nur das Ansteckungsrisiko. Deutlich mehr.

        Das sind jetzt weder Pro- noch Kontra Meinungen von mir, aber mal experimentell weiter Denken als nen Zentimeter. Das Ansteckungsrisiko ist ein Faktor. Ein sehr großer Faktor, aber boy – bei weitem nicht der einzige der hier betrachtet werden sollte bei einer ‚Abwägung‘.

  3. Wir sind in Sachsen bereits letzten Montag gestartet. KiTas und Grundschulen in voller Besetzung. Einzige Maßnahme ist nach wie vor das Lüften aller 20min (bei mir bedeutet das 2 Fenster ankippen) das wars. Das heißt wir Sachsen haben wieder eine Woche vorlauf. Mal schauen wann wir wieder auf Platz 1 der Wocheninzidenz sind! Wir wollen den Platz zurück.

    Trotz Mutationen quasi genau die gleichen Voraussetzungen wie im November/Dezember. Das kann nur gut gehen.

  4. Meiner Meinung nach sollten die die Schulen und Kindergärten (von den Einrichtungen spricht irgendwie so richtig niemand. Und wenn dann nur im Nebensatz oder an zweiter Stelle) geschlossen bleiben.
    Überlegen ernsthaft unseren dreijährigen Sohn zuhause zu lassen.

    @Steve: Wie wäre es bei Dir? Du müsstest doch auch wieder los, oder? Könntest Du, vorausgesetzt Du hast da Bock drauf, im Sommer ein weiteres Jahr aussetzen oder musst Du Dich entscheiden und verlierst Deinen Beamtenstatus wenn Du nicht nach den Ferien wieder als Lehrer anfängst? Geht das überhaupt?

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