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Haas-Pilot Mick Schumacher hat seinen ersten Shitstorm erlebt: Weil er sich nicht zu Lewis Hamiltons Aktivismus äußern wollte, wurde er scharf kritisiert. (Via)

Dazu schreibt mir Community-Mitglied Phil folgende Mail…

„Vielleicht hast du mitbekommen, dass der Sohn von Michael Schumacher dieses Jahr in der Formel1 startet. In einem ersten Interview mit seinem neuen Team wurde er gefragt, wie er zu der Kampagne von Lewis Hamilton, die gegen Rassismus gerichtet ist, steht. Er sagte, dass er das lieber nicht kommentieren möchte. Aus meiner Sicht völlig verständlich und auch akzeptabel. Ich würde das Thema in der heutigen Zeit auch lieber meilenweit umschiffen wollen. Nun wird ihm daraus auf Twitter aber einen Strick gedreht, dass das nicht äußern zu der Kampagne gleichzusetzen mit Rassismus ist. Absurdität hoch 3. Am Ende war er mehr oder weniger gezwungen, sich zu rechtfertigen.

Noch absurder wird es, wenn man bedenkt, dass Mick Schumacher in der vergangenen Saison Lewis Hamilton persönlich ein Geschenk aus der Privatsammlung seines Vaters überreicht hat, weil Lewis Hamilton den Sieg Rekord seines Vaters gebrochen hat.“

Aber so ist das leider heutzutage: Wenn Du um 3 Uhr nachts geweckt wirst, musst Du instant eine Stellungnahme gegen Rassismus parat haben, andernfalls bist Du ein Nazi. Es ist doch wohl ein „fucking Joke“, dass so ein junger Kerl, der seine erste Saison in der Formel 1 fährt, direkt geshitstormt wird, weil er sich zu politischen Dingen lieber nicht äußern möchte. Aber das ist genau das, was ich gestern im Thierse-Blogeintrag gemeint habe: Wenn Du nicht bereit bist, absolut jeden „Kreuzzug“ blind mitzugehen, wirst Du in den sozialen Medien sofort angegangen (und bist automatisch rechts). Es ist in dieser Hinsicht aktuell eine ganz furchtbare Zeit…



16 KOMMENTARE

  1. Wo ist denn dieser Shitstorm?
    Ich habe gerade ne Stunde meiner Lebenszeit verschwendet, um nen 7 follower Account zu finden der nen Stahlhelm postet, und ne 16 Jährige bei der es so klingt als meine sie Mick… aber dazu #wesaynotomazepin postet.

    Wieder mal typisches Beispiel der Medien, wo einer aus ner Mücke nen Elefanten macht, und alle sofort auf den „Hypetrain“ aufspringen. Habe Artikel gelesen, die sogar fast Wort für Wort den selben Murks erzählen, ohne der „Shitstorm“ auch nur einmal aufzuzeigen.
    Filtert mir das Internet die Idioten weg? Oder sind die vll nur in dem Kopf der Journalisten, die denken dass mal von „SJ-Empörern“ easy klicks abgreifen kann?

    • Danke, das war so ungefähr meine Vermutung, ich hatte auf Anhieb nichts gefunden.
      Viele der ‚Twitter-Shitstorms‘ in den Trends der letzten Zeit bestehen imho zu 95% aus Tweets mit „Wie kann man sich nur über #XY aufregen!!1“, was den Hashtag erst recht pusht…self-fulfilling prophecy quasi – dann hat man nen Trending shitstorm-hashtag obwohl sich eig nur 10 random hänsel tatsächlich echauffiert haben.

  2. Twitter und soziale Medien sind halt nur noch toxic. Und gerade die, die nach equality und freier Entfaltung schreien, sind die Antreiber des anonymen Mobs.

  3. Diese sogenannten sozialen Netzwerke waren der Anfang vom Untergang des freien Internets, ganz klar. Ich selbst bin in keinem Einen jemals gewesen, werde auch nie in Einem sein. Liegt aber wohl auch an meinem Alter, Jüngere müssen wohl allein durch den Gruppenzwang.

  4. Ich kenne das Original Interview nicht aber so wies hier beschrieben wird klingt es halt auch einfach komisch. Wenn man ihn fragt wie er zu einer Aktion gegen Rassismus steht dann ist nun mal die „normale“ Antwort das man es gut findet und nicht das man dazu nichts sagen will.

    Für mich persönlich wird das Wort „Shitstorm“ aber eh viel zu häufig benutzt. Wenn dann 5 Leute auf Twitter was schreiben ist das direkt ein Shitstorm. Das Internet war schon immer so. Früher hat man sowas nur einfach ehr ignoriert und sich nicht an der Meinung einiger Idioten so aufgehangen.

    • In einer normalen Welt wäre das in der Tat die normale Antwort. Wir leben aber nicht mehr in einer normalen Welt. Diese ganzen Buzzwords Rassismus, Diskriminierung, Nazi usw. haben ein Bedeutungsspektrum angenommen, was über die ursprüngliche Bedeutung weit hinausgeht.

      Zeig mir den, der im ursprünglichen Wortsinne für Rassismus/Diskriminierung/Nazis ist! Also was soll die Frage eigentlich? Die ehrliche Form der Frage würde lauten: „Unterwirfst du dich unserer Hypermoral?“.

      • Die Frage war aber nicht „sind Sie gegen Rassismus“, sondern „unterstützen Sie Projekt xy, welches gegen Rassismus agiert.“
        Wer den Unterschied nicht versteht den erinnere ich an die großen Zustimmungswerte, die Zensursulas Stoppschild damals hatte. Oh Wunder, wenn man die Menschen fragt „sind sie gegen Kinderpornografie im Internet“ kommen dabei erstaunlich wenige Verneinungen bei rum.

        • Die Öffentlichkeitswirksamkeit ist aber vergleichbar: „unterstützen Sie …“ – „Nein“ – „warum nicht? Sind Sie ein Rassist?“!

          • Das unterstellst du dem Fragesteller, mehr nicht. Ich kenn das Projekt von Hamilton nicht, vllt. gibt es ja gute Gründe, es nicht unterstützen zu wollen.

          • jau wieder mal typisch empörungstwitter, bzw wohl auch Journalisten die unsauber gearbeitet haben:

            „Ich wurde in einem Interview gefragt, was ich über Lewis Hamiltons Engagement im Bereich Rassismus denke. Und ich wurde im Internet damit zitiert, dass ich keinen Kommentar dazu abgegeben hätte. Das ist nicht korrekt“, stellt der Formel-1-Rookie am Rande der Haas-Präsentation am Donnerstag klar.
            „Was ist passiert? Ich wurde gefragt zu Lewis, und ich habe nur gemeint, dass ich in diesem speziellen Interview nicht über ihn [und diese Themen] sprechen wolle“, rechtfertigt sich der Deutsche. Schumacher gab der italienischen Zeitung ‚La Stampa‘ ein Interview zu seinem bevorstehenden Formel-1-Debüt.

          • Mal kurz gegoogelt.

            Hamilton läuft auf Black Lives Matter Demos mit und unterstützt diese auch weiterhin aktiv.

            Hamilton beschwert sich darüber das die Formel 1 zu “weiss“ sei.
            Zudem wirft er der Formel 1 quasi unterschwelligen Rassismus vor,
            da keiner aus dieser Branche sich aktiv an den Black Live Matter Prozessen beteiligt hat.

            Quelle: https://www.faz.net/aktuell/sport/formel-1/formel-1-wie-lewis-hamilton-gegen-rassismus-kaempft-16827588.html

            Schuhmacher hat meiner Meinung nach alles richtig gemacht in dem er sich da rausgehalten hat.

            Hamilton ist am Ende selber nicht besser als das was er bekämpfen will und schießt mit seinen Aktionen meilenweit an den richtigen Problemen vorbei.

            Es ist die alte Leier der Weisse ist Schuld weil der Schwarze keine tollen Jobs kriegt.

            “Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“
            Ist quasi genau das Pendant aus der Rechten Ecke dazu.

            Er und viele verkennen einfach das nicht die Hautfarbe das Problem ist, sondern das gesamte System Arm/Reich schuld an dieser Misere hat. Wir leben halt nicht mehr im Jahr 1950 auch wenn man gerne so tut, weil Rassismus immer die einfachste und schnellste Erklärung ist.

            Wäre Mick Schuhmacher ein gewöhnlicher Kerl aus der Unterschicht,
            hätte er genauso wenig Chancen wie jeder Farbige in der Formel 1 zu starten oder irgendeinen Job zu ergattern.
            Es wäre nicht unmöglich aber halt sehr viel schwerer.

            Er hat es seinem Berühmten Vater samt seinen Ruf,
            der frühen finanziellen Förderung und halt seiner Leidenschaft zu verdanken das er nun in der Formel 1 fahren kann.
            Grade beim finanziellen Teil scheitert schon der Unterschichtsknabe,
            weil sich viele Eltern sowas nicht leisten können und damit die gesamte Förderung von klein auf schon wegbricht.

            Da ergeht es vielen “Weissen“ genauso wie die Farbigen.

            -Ohne vernünftiges Elternhaus,
            -ohne die richtige Förderung von Kindesalter, die auch schonmal gut ins Geld gehen kann

            Hat es jeder Mensch egal welcher Herkunft schwer was zu erreichen.

            Hinzu kommt noch das jeder Mensch für sich selber verantwortlich ist,
            und wenn schon von klein auf kein Wille zum kämpfen da ist um seine Ziele zu erreichen dann ist man selber Schuld.

            Nur solche Menschen geben immer gerne anderen die Schuld an ihrem Versagen so sind dann z.b. die Ausländer/Weissen schuld.

            Die Schwarzen die sich damals randalierend und plündernd an den BLM Demos beteiligt haben, halte ich kurz gesagt für weniger Intelligent und für Menschen die die Schuld an ihrem Versagen bei anderen suchen.

            Hamilton denkt selber im Schwarz/Weiß Muster
            und versucht Probleme über Hautfarben zu erklären.
            Was ihn am Ende selber zum Rassisten macht.

  5. Einfach nur noch traurig, was für Hexenjagden geführt werden.
    Statt auf Probleme und Ungerechtigkeiten zu reagieren und diese anzugehen, werden sie von diesen extremen Gruppen aktiv gesucht. Oftmals dort, wo sie nicht sind.

    Naja, ich freu‘ mich einfach nur riesig auf Mick’s F1 Debüt. Hatte bei seinem F2-Titelsieg echt ein wenig Pipi in den Augen.

  6. Mag mir jemand mal den Hashtag dazu sagen?
    Habe davon absolut nicht mitbekommen, würde mich interessieren ob der Hashtag/Shitstorm einfach komplett außerhalb meiner Bubble war oder ob hier ne handvoll Tweets von Random-Accounts ausreichen um als shitstorm deklariert zu werden.
    Also stimme Schuhmacher absolut zu, bevor man was blödes sagt lieber ruhig sein, macht Jürgen Klopp ja auch des öfteren und deswegen ein Shitstorm ist absolut ungerechtfertigt.
    Andererseits erlebe ich immer häufiger in letzter Zeit, dass ein paar Tweets leichtfertig als ’shitstorm‘ deklariert wird, was halt die Meinung von ein paar Querulanten eigentlich nur aufwertet…
    (unabhängig davon ob Twitter überhaupt relevanz hat auf realität -https://www.heise.de/hintergrund/Studie-Twitter-Hype-kontra-Realitaet-5067517.html )

  7. Bin ich ganz deiner Meinung, sich nicht zu diesem Thema äußern zu wollen ist NICHT gleichzusetzen damit das er quasi dagegen ist.

    Er kann ja auch dafür sein und hat keine Lust auf einen Shitstorm der Rassisten ^^ irgendwer Shitstormt ja immer. Selbst wenn man nichts sagt… zum Glück nutze ich erst garkeine Sozialen Netzwerke, is alles nur schund und bringt scheinbar die Menschheit kein stück vorran im großen und ganzen.
    Jedenfalls ist die Entwicklung der letzten Jahre sehr bedenklich.

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