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Die Ferkel lagen zwischen toten Tieren: In Brandenburg hat eine junge Frau in einem Abfallcontainer einer Schweinemastanlage mehrere noch lebende junge Schweine entdeckt. »Wir haben ein Atmen und ein Quieken gehört« […] Die herbeigerufene Feuerwehr konnte die zwei weiteren Tiere aus dem Abfallcontainer retten. Das Veterinäramt kümmerte sich um die beiden noch lebenden Ferkel. (Via)

Was wir in dieser Zeit und wahrscheinlich besonders in den letzten fünfzig Jahren den Tieren auf unserer Welt angetan haben, kann die Menschheit wohl nie wieder gut machen. Was muss man für ein Mensch sein, um lebende, kleine Schweinchen in einen Abfallcontainer mit anderen toten Tieren zu werfen? Wenn ich sowas lese, widert mich das alles nur noch an. Ich kann jeden Menschen verstehen, der bei solchen Meldungen (und Bildern aus solchen Betrieben) zum Veganer wird.

Ich weiß, dass es mich zu einem Heuchler macht, sowas anzuprangern, aber selbst weiterhin Fleisch zu essen. Aber ich denke, dass es für mich nur eine Frage der Zeit ist, bis ich irgendwann auch diesen Weg gehen werde…



12 KOMMENTARE

  1. Hi Steve,

    genau aus dem selben Grund sind meine Freundin und ich vor 3 1/2 Jahren Vegetarier geworden und sind seit 2 1/2 Jahren Veganer. Diesen Umgang mit Tieren in der Industrie wollten wir nicht weiter unterstützen. Wir brauchten anfangs mehrere Anläufe um Veganer zu werden, heute ist es das selbstverständlichste für uns und wir haben absolut keine Probleme beim Einkaufen oder Essen zubereiten. Der einzige Nachteil: Da wir sehr ländlich leben können wir leider nicht essen gehen, es gibt einfach keine Veganen Angebote. Da du aber in der Nähe von Hamburg wohnst könntest du dort ohne Probleme auch vegan essen gehen.

    Falls du Hilfe beim Einstieg benötigen solltest kannst du dich gerne melden 🙂

    Mein 1. Tipp: Fang erstmal vegetarisch an und verzeihe dir Fehler. Niemand ist perfekt und ein Einstieg von 0 auf 100 kann einen schnell überfordern.

  2. Vegan zu werden löst das Problem doch nicht.

    Fleischesser wird es immer geben, ich könnt so sehr ich es wollte nicht mal einen Tag auf Fleisch verzichten. Ich krieg dann richtige Heißhunger Attacken wenn ich mal versuche Fleischfrei zu leben. Dennoch kann man zusehen das man eben zu Alternativen mit besserer Haltung wechselt.

    Wenn du als Konsument nun auf bessere Haltung umsteigst, erreichst du mehr als wenn du nun Vegan lebst. Die Fleischbranche merkt so das Dumpingfleisch nicht mehr gefragt ist und steigt immer mehr auf Bio um. Kaufst du gar nichts wird sich nichts ändern.

    Bei uns wird so das Bio Sortiment immer mehr vergrößert eben weil Kunden öfters dazu greifen.

    Solche Dumping Fleischpreise lassen sich halt nur durchsetzen wenn man aufs Tierwohl und auf all die Menschen die in dieser Branche arbeiten scheißt.

    Das zwei noch lebende Ferkel verworfen werden ohne anständig getötet zu werden wundert mich gar nicht und ist am Ende auch nur die Spitze von einem gewaltigen Eisberg.

    Qualifizierte Fachkräfte gibt es kaum noch da die Bezahlung sehr oft unterirdisch ist.
    Oftmals musst du heute locker das schaffen was früher 2-3 Leute geleistet haben.
    Überforderung Unterbezahlung u.s.w.
    So kommt oft eines zum anderen.

    Selbst bei vielen kleinen Metzgereien herrschen oft gruselige Zustände.

    Sei es Schweinemastanlage oder Zerlegebetrieb überall stehen mittlerweile unqualifizierte unterbezahlte und oftmals überforderte Osteuropäer als günstige Arbeitssklaven die selbst wie Vieh in Containern leben dürfen.
    Diese Leute brauchen bessere Arbeitsbedingungen und Entlohnung und müssen mehr geschult werden.

    Bio Fleisch ist ne sehr gute Alternative aber leider halt auch extrem teuer.
    Geringverdiener werden so weiterhin einen Bogen um dieses Fleisch machen, was ich
    denen einfach nicht verübeln kann. Bei und kostet ein kleines Bio Hähnchen mal eben 20 Euro was halt schon enorm für ein Geringverdiener sein kann.

    Bio Haltung könnte vom Staat gefördert werden, um Bio Fleisch zumindestens preislich etwas erschwinglicher zu machen.
    Werbepreise/Dumpingpreise von Fleisch verbieten.
    Man könnte Landwirte dabei unterstützen ihre Ställe auf Bio umzubauen.
    Langfristig könnte man sogar die Haltungsstufe 1 und 2 verbieten.

    Ach es gibt so vieles was man anders machen müsste

    • Also erstmal finde ich es echt erschreckend, dass du nicht einen Tag auf Fleisch verzichten kannst. Das hat ja fast schon sucht-ähnliche Ausmaße.

      Der Aussage, dass man als Veganer nichts erreicht würde ich aber widersprechen. Rügenwalder z.B. verkauft inzwischen mehr Fleischalternativen als Fleischprodukte. Das Unternehmen steckt seine gesamte Wachstumsleistung in den Fleischalternativen-Bereich und reduziert seine Fleischproduktion, eben weil die Menschen mehr davon wollen (und weil das Zeug halt auch echt gut ist).

      Und mal angenommen, wir hätten wirklich tier-gerechte Haltungsformen, also komplette Weidehaltung von Kühen, Freilandhaltung von Schweinen und massiv mehr Platz für Hühnchen, dann können wir rein platzmäßig unseren Fleischbedarf nicht decken. Da ist also auch nix mehr mit täglich Fleisch essen.

      • Zitat:
        Also erstmal finde ich es echt erschreckend, dass du nicht einen Tag auf Fleisch verzichten kannst. Das hat ja fast schon sucht-ähnliche Ausmaße.

        Als Sucht würde ich es nicht bezeichnen.
        Nur hat mein Körper sich schon total dran gewöhnt.
        Da ich schon von klein auf eigentlich vorwiegend nur Fleischprodukte gegessen habe, warum auch immer. Ende vom Lied ist das ich beruflich diese Laufbahn sogar eingeschlagen habe. Und witzigerweise Verdauungsprobleme bekomme wenn ich rein Pflanzlich esse. Frag mich nicht wieso ist aber so.
        Heist aber nicht das ich tonnenweise Fleisch esse lieber weniger gutes als viel schlechtes Fleisch.

        Zitat:
        Der Aussage, dass man als Veganer nichts erreicht würde ich aber widersprechen. Rügenwalder z.B. verkauft inzwischen mehr Fleischalternativen als Fleischprodukte.

        Klar schon aber die Massentierhaltung wirst du damit nicht bekämpfen nur halt den Konsum verringern.
        Ich hab gestern ein Bericht über das Harzer Höhenvieh gesehen.
        Eine Rasse die am aussterben ist, die kann ironischerweise nur am leben gehalten werden wenn sie gegessen werden weil nur so die Kosten für die Haltung gedeckt werden können.

        Ähnlich verhält es sich mit dem Bio Fleisch. Wenn man es nicht isst hat die Industrie keine Anreize auf Bio umzusteigen. Und die Haltung wird sich nicht verbessern.

        So blöd es klingt wenn du Bio Fleisch isst, erreichst du vorerst mehr fürs Tierwohl als wenn du Vegan wirst.

        Zitat:
        Und mal angenommen, wir hätten wirklich tier-gerechte Haltungsformen, also komplette Weidehaltung von Kühen, Freilandhaltung von Schweinen und massiv mehr Platz für Hühnchen, dann können wir rein platzmäßig unseren Fleischbedarf nicht decken. Da ist also auch nix mehr mit täglich Fleisch essen.

        Kleiner Überblick beim “massiven“ Platzbedarf:

        Hühner
        Stufe 1 39Kg/m²
        Bio 21 kg/m²

        Puten
        Stufe 1 Hähne 58kg/m² Hennen 52kg/m²
        Bio 21kg/m² (mind. 60 % mehr Platz)

        Schweine
        Stufe 1 Mindestfläche 0,75 m² /Tier
        Bio Mindestfläche 1,5 m² /Tier

        Rinder

        Stufe 1
        Laufstall: bis 150 kg Mindestfläche 1,5 m²/Tier;
        über 150 bis 220 kg 1,7 m²;
        über 220 kg 1,8 m²;
        über 400 kg 2,2m²

        Bio
        Laufstall: bis 100 kg Mindestfläche 1,5 m²/Tier;
        über 100 bis 200 kg 2,5 m²;
        über 200 bis 400 kg 4 m²;
        über 400 kg 5 m², aber mind. 1 m²/100 kg

        Quelle : https://www.haltungsform.de/kriterien-und-mindestanforderungen/

        Viele haben beim Bio Siegel die romantische Vorstellung das die Tiere auf riesen Weiden leben, das ist beim normalen Bio Siegel absolut nicht der Fall.
        Wie du oben entnehmen kannst, bekommen sie grade mal ca.60-100 % mehr Platz zugesprochen.
        Was durchaus für Deutschland machbar wäre.
        Zumal der Fleischkonsum durch etwas höhere Preise dann eh rückläufig wäre.
        Es ist vieles machbar wenn man es nur will.

        Als Deutschland die Käfighaltung für Hühner Verboten hat, sind auch viele davon ausgegangen das man das nicht mehr stemmen kann. Wie du siehst hat es ohne Probleme funktioniert.

  3. Ich mag FLeisch und ich kaufe auch nur noch Bio. Trotzdem brät meine Mutter noch Frikadellen und alles andere aus Massenhaltungs Fleisch und sie Kapiert das einfach nicht. Sie sagt mir das Fleisch sei gut und es ist auch noch bezahlbar.
    Ja ich leben z.z wieder bei meinen Eltern.
    Zurück zum Thema: Ich krieg das aus den beiden nicht raus. Von mir aus muss das Gemüse auch nicht Bio sein erstmal aber Hauptsache das Fleisch. Da werden die Tiere nicht in so heftigen Massen gehalten und die Medikamente sind auch reduziert.
    Aber die sehen nur den Preis. Ich habe es wenigstens geschafft das am Wochenende nur Bio gegessen wird.

    • Das ist augenwischerei. Beim Schlachter sind die Tiere alle gleich, egal ob sie Bio Sigel haben oder nicht. Und diese Zustände in Schlachtbetrieben aber auch in der Mast sind standard, da braucht man nicht schockiert sein.

  4. Hallo Steve,

    bin jetzt seit etwa 5 Monaten vegan und deshalb noch ganz am Anfang. Wenn du magst kann ich dir gerne einige Seiten, YT Kanäle und Hilfestellungen heraus suchen, die es mir wirklich nicht so schwer gemacht haben, hier zu „verzichten“.

    Ich bin seitdem in der Küche sogar viel experimentierfreudiger geworden 🙂

    Viele Grüße

  5. Jetzt bitte nicht provokativ verstehen, aber was hindert dich denn momentan daran, auf Fleisch zu verzichten? Wenn ich mich richtig erinnere hattest du bei deinem Selbstexperiment mit dem Konzept von Hirse-Hitler vor einigen Jahren eigentlich sehr gute Erfahrungen gemacht, oder? Inzwischen hat sich die Branche extrem weiter entwickelt und man bekommt inzwischen fast überall vegane Ersatzprodukte, falls man mal auf sowas Lust hat. Bis auf veganen Käse, der ist immer noch seltsam…

    • Er hatte anfang des Jahres wieder mit dem Gedanken gespielt und damals an das vegane Experiment zurück gedacht. Er hat es für dieses Jahr noch angepeilt. Ich hoffe wirklich er macht es, wäre mal wieder was, was mich interessieren würde. Auch die Vergleiche die er ziehen kann von damals zu heute.

  6. Ist kein wirkliches Heucheln; die Industrie/Gesellschaft/Werbung hat da einfach jahrzehntelang Arbeit geleistet. Sich dem zu entziehen und seine Wertvorstellungen neu zu justieren kostet einfach Zeit. Zu erkennen dass man im Widerspruch zu seiner sonstigen Moral handelt ist der erste Schritt.

    Jeder, der bei solchen Nachrichten Mitleid oder Empathie spührt, muss einfach hinterfragen, ob er weiter dafür sein Geld und seine Stimme dafür ausgeben mag.

    Fänd ein Community-Projekt auch cool. Gibt keine einfachere Zeit als damit zu starten, als jetzt. Vegan leben war nie so simpel.

    • Find ich persönlich immer noch schwierig. Ich sehe nichts verwerfliches daran zum Beispiel nur Demter Fleisch zu konsumieren. Zumindest nichts was gegen meine Moralvorstellungen verstoßen würde, das gleiche gilt insbesondere für Milchprodukte. Vegetarier kann ich mir noch viel eher vorstellen als Vegan, Veganer werde ich zu 99,9% nie werden und sehe auch keine Notwendigkeit.

  7. Wenn du mal ein Communityprojekt in Richtung vegane Woche oder veganer Monat starten würdest wäre ich als täglicher Fleischfresser dabei. Will das auch schon ewig in Angriff nehmen. Wär schon cool da sich dann Rezepte, Tipps usw. aus der Community zusammentragen ließen.

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