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Am gestrigen Sonntag, den 20. Februar 2022 ist nach einer Pause von etwas mehr als 3 Monaten endlich die mittlerweile bereits neunte Staffel von Last Week Tonight mit John Oliver auf HBO gestartet. Wie es für diese Show üblich ist, haben die Verantwortlichen das Hauptthema der Show in der Nacht von gestern auf heute direkt kostenlos auf YouTube hochgeladen. Dadurch sieht man als Fan ohne HBO zwar nicht die komplette Sendung, aber man sieht zumindest einen Großteil der durchaus gelungenen Produktion.

Als Thema für die erste Folge der neunten Staffel wurde die Critical Race Theory ausgewählt, die aktuell ein wichtiges Thema in den USA darstellt. In der Episode erklärt John Oliver sowohl die Hintergründe dieses Themas als auch die von einigen amerikanischen Kritikern hervorgebrachten Beschwerden an diesem Punkt. Wie üblich wird das Ganze mit einer Reihe von Witzen und unterhaltsamen Anspielungen verbunden, was dieses ernste und trockene Thema deutlich interessanter gestaltet.

Eine Folge rund um Critical Race Theory mag für Zuschauer in Europa zwar nicht unbedingt ein aktuelles Thema sein, aber die grundlegenden Informationen sind trotzdem relevant für einen Großteil der Welt. Zusätzlich dazu verliert die Show selbst bei diesen eher auf die USA bezogenen Themen nicht wirklich ihren Unterhaltungsfaktor, weshalb man sie selbst als deutscher Fan anschauen kann. Ich persönlich bin mit dem Start der Staffel auf jeden Fall zufrieden.

John Oliver explains what critical race theory is, what it isn’t, and why we can expect to hear more about it in the coming months.

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3 KOMMENTARE

  1. Wie es der Zufall will, habe ich mir die Folge in der Mittagspause angesehen und dabei noch gedacht „da wird der Steve demnächst was posten!“

    In der Tat scheint es ja nicht ganz einfach zu sein, die CRT wirklich genau zu definieren, aber ein wichtiger Grundpfeiler ist wohl die Annahme, dass es einen strukturellen Rassismus gäbe, der in „gesellschaftlichen Strukturen“ verankert sei.

    Nun kann und will ich nicht abschließend über die amerikanische Gesellschaft urteilen, aber so ähnliches Zeug wird ja auch hierzulande von gewissen Strömungen behauptet. Eine Variante davon ist wohl auch „das Patriarchat“, das allgegenwärtig immer dann verantwortlich ist, wenn sich irgendwo eine Frau benachteiligt fühlt und keine anderweitige bequeme Erklärung dafür hat! Gender Pay Gap und so. Ja, da steckt natürlich jetzt ein gewisser Sarkasmus mit drin, aber im Kern halte ich diese Dinge im wesentlichen für mehr oder weniger billige Ausreden. So etwa „alles übernatürliche ist eben ein Fehler in der Matrix“.

    Besonders stört mich dabei, dass CRT u. ä. im Grunde alle Menschen gleich behandeln wollen (was ja durchaus positiv wäre), dabei aber selber die Menschen in identitäre Gruppen, z. B. Hautfarben oder sogenannte „Rassen“ einteilt, um dann daraus letztlich Täter- und Opfergruppen abzuleiten.

    Nochmal: die USA will ich nicht abschließend beurteilen. Aber die CRT scheint mir doch einige strukturelle Fehler und Widersprüche aufzuweisen.

    • In meinen Augen ist das im Kern mehr ein Klassenproblem. Nur fürchtet die USA nichts mehr als Kommunismus und Sozialismus. Deshalb wird bei denen daraus ein Rassismus-Thema und eine selbsterfüllende Prophezeihung.

      Die Afro-Amerikaner sind stärker betroffen weil der überwältigende Teil bei null starten musste. Das war nicht in Ordnung. Andere Ethnien kommen aus „dem Ghetto“ aber genauso schwierig raus. Deshalb hält sich deren Sympathie auch so in Grenzen wenn die Aufmerksamkeit einseitig verteilt wird.

      PS: Natürlich existiert Rassisimus. Dieser wird für meinen Geschmack nur zu schnell als einfache Erklärung herangezogen.

    • Und genau deswegen analysieren Sozialwissenschaftler all diese Themen (und noch vieles mehr). Und genau deswegen werden die Sozialwissenschaften in Ungarn nicht mehr gefördert und genau deswegen wollte die FDP gerne in NRW SoWi als Fach auflösen und nur noch Politik/Wirtschaft anbieten.
      Soziologie ist ein super-interessantes, sehr tiefgehendes Fach, mit Jahrzehnten an Studien und Erfahrungen. Ein bisschen mehr als „naja, ist halt alles Ausrede“ steckt da eben schon hinter, auch in Deutschland.

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