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Am vergangenen Wochenende habe auch ich endlich die Zeit gefunden mir den neuen Superheldenfilm The Batman anzuschauen und ich möchte hier gerne meine Meinung zu diesem Werk mit euch teilen. Allen anderen Dingen vorweg möchte ich sagen, dass der Film gut umgesetzt wurde und es sich meiner Einschätzung nach auf jeden Fall lohnt ihn anzuschauen. Wer nicht mehr über den Film wissen möchte, der sollte hier aufhören zu lesen.

Die Geschichten rund um Superhelden werden alle paar Jahre in Comics, Spielen oder Filmen neu aufgelegt und jede Variante erzählt die Geschichte etwas anders. Daher erzählt zwar auch The Batman eine uns bekannte Geschichte, aber der Film unterscheidet sich trotzdem stark von anderen Produktionen rund um Batman. Ich würde dieses Werk nicht einmal wirklich als klassischen Superheldenfilm der letzten Jahre einstufen, weil er einfach zu viele Dinge anders macht. The Batman ist ein eher klassischer und vor allem dunkler Detektivfilm, der rein zufällig Superhelden, Superschurken und einige gewöhnliche Kriminelle beinhaltet.

Der von Robert Pattinson gespielte Batman verkörpert nämlich einen Aspekt des Charakters, der sowohl in den Nolan-Filmen als auch in den neuen DC-Filmen eindeutig zu kurz kommt. Batman ist im Grunde ein Detektiv, der das Fehlen von Superkräften durch gute Polizeiarbeit und clevere Überlegungen ausgleicht. The Batman greift genau dieses von mir oft schmerzlich vermisste Element der Figur auf und richtet die gesamte Welt danach aus. Diese Abweichung von der oft gezeigten Superhelden-Variante von Batman ist schön zu sehen, sie macht den Film zu einer guten Alternative zu der üblichen Geschichte und ich freue mich enorm über diesen eingeschlagenen Weg der Filmemacher.

Auch wenn The Batman den Detektiv-Batman als zentrales Element hat, so spielt der Film aber dennoch recht früh in der Zeitlinie des Charakters. Uns wird zwar der übliche Ursprung der Figur erspart, aber wir bewegen uns trotzdem in den jungen Jahren von Batman. Deshalb ist der weltbeste Detektiv auch noch nicht wirklich in dieser Rolle angekommen und die Suche nach dem Riddler ist mit viel Arbeit, lästigen Rätselns und der gelegentlichen brutalen Auseinandersetzung verbunden. Den Zuschauern wird gezeigt, wie wieder Batman in seine Rolle hineinwächst und sich von einem kriminellen Rächer zu einer etwas heldenhafteren Figur entwickelt.

Ansonsten merkt man in dem Film recht gut, dass Bruce Wayne eigentlich die Maske ist und Batman die echte Figur darstellt. Pattinson ist überraschend gut darin diesen Umstand zu vermitteln, wenn der Charakter in einigen wenigen Szenen ohne Maske zu sehen ist. Batman ist die Hauptperson und dieses Element sollte viele Fans erfreuen. Ich hatte zu Beginn ein wenig meine Zweifel an diesem Schauspieler, die er im Laufe des Films aber durchaus entfernt hat. Er spielt den Charakter sehr gut und ich bin komplett zufrieden. Der gesamte Cast des Films leistet übrigens hervorragende Arbeit. Der Riddler von Paul Dano ist vermutlich der Höhepunkt in diesem Bereich. Die von ihm gespielte Version des Charakters verbindet den bekannten Narzissmus der Figur mit einigen mehr wahnsinnigen Elementen, was am Ende erstaunlich gut funktioniert. Zoe Kravitz als Selina Kyle kann ebenfalls in ihrer Rolle überzeugen und Colin Farrells Penguin wirkt so, als hätte man ihn direkt aus den Comics übernommen. Diese Versionen der Figuren passen alle sehr schön zu dem gezeigten Detektiv-Batman.

Die Einstufung als Detektivfilm oder Noir-Film wird neben der erzählten Geschichte auch von der Kameraführung und der allgemeinen Optik getragen. Viele Szenen sind auf eine Weise geschossen, die genau diesen Aspekt unterstreichen und eine sehr düstere Stimmung vermitteln. Sowohl die Optik als auch die Geschichte sind so dunkel, wie es seine Alterseinstufung nur erlaubt. Im Internet werden viele Vergleiche zwischen The Batman und dem Film Se7en hergestellt. Ich würde dieser Einschätzung durchaus zustimmen. Der Ton dieser Art von Film passt perfekt zu der von Regisseur Reeves erzählten Geschichte.

Trotz der interessanten Geschichte, der guten Schauspieler und der stimmungsvollen Optik gibt es aber natürlich auch einige Schwächen bei diesem Film. Es wird einige Fans sicherlich enttäuschen, dass The Batman auf jeden Fall weniger Action beinhaltet als andere Superheldenfilme. Die vorhandenen Action-Szenen sind zwar alle gut umgesetzt, aber der Film setzt mehr wert auf Details, Schlussfolgerungen und den geistigen Schlagabtausch zwischen Batman und Riddler. Wer viel Action sehen möchte, der sollte den Film vermutlich eher meiden.

Des Weiteren könnte die lange Laufzeit von 2 Stunden und 56 Minuten ein Problem für einige Zuschauer darstellen. Der Film ist nie wirklich langweilig und die Laufzeit ist notwendig, um alle Details korrekt darzustellen. Allerdings ist das Ganze auf jeden Fall eine ziemliche Investition von Zeit. Zusätzlich dazu schwächelt die Geschichte im dritten Akt ein wenig. Akt 1 und Akt 2 sind hervorragend umgesetzt und leisten die gesamte notwendige Vorarbeit für ein wirklich tolles Finale. Meiner Meinung nach schwächelt der Film am Ende dann aber ein bisschen. Das Ende ist allerdings nicht schlecht oder enttäuschend. Das Finale kann einfach nur nicht mit dem restlichen Teilen der Geschichte mithalten. Trotzdem sollte diese Einschätzung nicht unbedingt gegen den Film sprechen, weil ihr das Ganze durchaus anders sehen könntet.

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