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Ich komme gerade aus dem Kino und habe heute Abend Doctor Strange in the Multiverse of Madness gesehen. Und wenn ich ehrlich bin, fand ich ihn komplett drüber, viel zu schnell und an vielen Stellen arg unlogisch – ein typisches CGI-Feuerwerk halt. Versteht mich nicht falsch: Ich bin jetzt nicht arg enttäuscht oder so. Man konnte den Film gut gucken und er hat mich auch in den zwei Stunden angemessen unterhalten. Aber man muss einfach festhalten, dass die neueren Marvel-Filme das Niveau von Infinity Wars und Endgame nicht mal ansatzweise erreichen.

Und jetzt kommen wir zum (für mich) wichtigsten Punkt: Das MCU hat sich deutlich sichtbar keinen Gefallen damit getan, die Multiverse-Storyline als Ganzes in Phase 4 aufzunehmen. Klar kann man damit viele neue Filme machen, die ohne die Möglichkeiten des Multiverse gar nicht vorstellbar wären. Aber wie man schon beim letzten Spiderman-Film gesehen hat, bringt dies auch definitiv viele (teilweise echt problematische) Nachteile mit sich.

Der zweite Doctor Strange-Film zeigt ziemlich schonungslos, dass durch das Multiverse viel Epicness in den Storylines verloren geht. Warum? Weil alle Superhelden plötzlich austauschbar und im Grunde irrelevant sind. Es gibt im Multiverse jeden Charakter in unterschiedlichen Gut- und Böse-Abstufungen. Und wer ist denn nun der „Richtige“? Und welches Universum ist das einzig Wahre? Genau, weiß man nicht und genau das kostet die Epicness und die Relevanz. Im Grunde kann sich das MCU jetzt in jedem großen neuen Film eine Handlung mit Helden und Bösewichten nach Lust und Laune „backen“, weil man ja nicht mehr an irgendwelche Regeln gebunden ist.

Früher hatte man klar definierte Helden und Bösewichte: Die Avengers haben auf dem Zenit des MCU gegen den größten Schurken in der Galaxis (Thanos) gekämpft. Das war unfassbar episch und das Highlight jeglicher Superhelden-Stories. Da Thanos nun tot ist, geriet man bei Marvel unter Zugzwang: Entweder einen neuen, noch mächtigeren Schurken kreieren, der noch eine größere Bedrohung für die Galaxis darstellt oder halt das hier machen.

Jetzt muss man auch keinen neuen Superschurken mehr kreieren, sondern nimmt für jeden neuen Film entweder alte Superschurken aus anderen Universen oder halt Superhelden aus anderen Universen, die dort halt einfach nur ein bisschen anders drauf sind. Wie austauschbar, langweilig und übertrieben die ganze Storyline ist, wurde meiner Ansicht nach mit der Post-Credit-Scene deutlich.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich liebe den Charakter Doctor Strange und vor allem Benedict Cumberbatch, aber der zweite Film war (aus meiner Sicht) einfach nicht gut. Ich freue mich auf den neuen Thor-Film und hoffe sehr, dass man hier das nervige Multiverse einfach mal beiseite lässt und sich wieder auf seine Stärken besinnt.

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20 KOMMENTARE

  1. Ich hab durch günstige bzw ungünstige Umstände (kann man sehen wie man will) durch meinen Telefon/Internet/TV-Vertrag mit der Telekom noch fast zwei ganze Jahre Disney+ zum Spottpreis. So lange werde ich mir das ganze Marvelzeug auch noch reinziehen. Ins Kino lockt mich das aber schon länger nicht mehr. DIe ersten drei Phasen haben mich bereits komplett übersättigt. Was waren der erste Ironman oder Thor 3 für geile filmische Überraschungen? Wenn heute in über 2 Stunden CGI Gewitter nicht weniger als ALLE Universen gleichzeitig gerettet werden, langweilt mich das einfach nur noch.

  2. Die Filme des MCU an „Infinity War“ und „Endgame“ zu messen finde ich unfair. Diese beiden Filme stellen das Finale der gegenwärtig größten Saga dar. Alleine aus emotionaler Hinsicht, sind diese Filme für den „klassischen“ MCU-Film unerreichbar.

    Und Doctor Strange in the Multiverse of Madness ist defintiv epischer als der klassische MCU-Film. Für mich ist „episch“ nun nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal, aber die Fallhöhe und der Bombast ist beim neuen Doctor Strange schon wesentlich höher als bei z.B. Iron-Man oder Winter Soldier. Und beide genannten Filme gehören zu den bessere des MCU.

    Ich möchte deine Befürchtungen hinsichtlich des Multiverse in der Tendenz teilen. Ich hatte schon kein gutes Gefühl bei der Zeitreise in „Endgame“. Genau aus den Gründen, dass die Dinge möglicherweise keine Konsequenz mehr haben und durch eine Reise in der Zeit oder im Multiverse wieder zurückgedreht werden können.

    Aber bisher finde ich den Ansatz des Multiverse im MCU sehr gut umgesetzt. Das klassische Universum ist das Hauptuniversum und alleine die Existenz der alternativen Universen und weiterführend die daraus resultierenden Gefahren, stelle eine größere Gefahr als Thanos dar.

    Einfach nur einen weiteren Endgegner wäre hingehend wenig episch.
    Ich glaube man muss sich dem Ansatz des Multiverse nur ein wenig öffnen und seinen Betonschädel hintenanstellen. Ich habe schon wiederholt von einer generellen Ablehnung des Multiverse gelesen. Dabei bietet das Multiverse tolle kreative Ansätze für gute Geschichten.

  3. Achtung Spoiler!

    Ich kann dem nicht zustimmen. Das MCU nimmt zwar mit Zeitreisen und dem Multiversum einen verwirrenden Verlauf, aber die Filme und Serien sind hochklassig. Jede Serie und jeder Film hat insich eine abgeschlossene Story, aber alles ist krass miteinander verwoben.
    Dadurch, dass das Darkhold nun in allen Universen zerstört wurde, wird es keine wahllosen Reisen durch das Multiversum mehr geben. Allerdings hat sich Marvel durch America shavez eine Hintertür offen gehalten, mit dem die Main Welt weitere Reisen unternehmen kann. Der nächste Ober Bösewicht wird sicherlich auch etwas mit Reisen durch das Multiversum zu tun haben. Und spätestens mit dem nächsten Ant-man werden wieder Zeitreisen interessant werden.
    Ich freue mich auf jeden Fall mega auf jeden neuen Film und jede neue Serie.
    Bei der Post Credit Scene geht es übrigens nicht um das Multiversum, sondern um die dunkle Dimension.

  4. Stört mich nicht wirklich. Ich bin das Multiversum und alle damit verbundenen Dinge aber schon lange aus den Comics gewöhnt und komme damit klar. Und die „richtige“ Version eines Helden ist immer die 616 Version. Oder für die Filme halt Standard MCU.

    • Oh und man braucht keinen gewaltigen Bösewicht, um eine gute Geschichte zu erzählen. Selbst normale Kriminelle können funktionieren, wenn die Geschichte gut umgesetzt ist.

  5. Das ist das Problem das viele Langjährige Filmreihen, Serien und Spiele haben die auf dem Prinzip basieren, dass der aktuelle Gegner immer mächtiger als der letzte sein muss (siehe auch Supernatural oder WoW). Irgendwann wird es einfach schwer die Spirale weiter zu drehen ohne das es zu abstrus wird.
    Denke es wäre auch für Marvel eine Überlegung wert ob man nicht wieder am Anfang anfangen will und vielleicht den Multiversums Story Strang dafür verwendet in einem anderen Universum wieder von vorne anzufangen. Das würde neuen Wind (inkl neue Gesichter) ins Franchise bringen und erlaubt es wieder Bodenständigere Storys zu erzählen.

  6. aber Phase 4 hatte doch einen angekündigten „Main“ Bösewicht ? das ist doch bisher nur die Einführung vom Multiverse. Der kommt zwar erst mit Antman Juli 23. Aber offiziell war das doch schon oder ?

  7. Was ich nicht ganz verstehe ist, woher die Idee kommt, dass man dadurch nicht mehr „mitfiebert“:

    Das Marvel Comicverse hat derzeit weit über 2500 bekannte Universen – mal mehr oder weniger relevant (Bevor man auf sich „beschwert“, dass das eine neue Entwicklung sei, weil einem die Ideen ausgehen: Die meisten hatten einen Erstauftritt in den 70-90ern, die ersten 10 gab es noch vor Ende des 2. WK)

    Tatsächlich war Earth-616 (die Main-Welt) erst das dritte eingeführte Universum – nach Earth-1136 und Earth-33844. Mit der Annahme, dass alles austauschbar und belanglos ist, sobald andere Universen eingeführt werden, hätte man sich ja nie für das Schicksal von Thanos-616 interessiert

    Warum sollte das „Das sind meine Lieblingsvarianten und die will ich sehen, der Rest ist mir egal“ im MCU nicht funktionieren?

    • Ich behaupte, der Großteil der MCU Filme Fans hat noch nie einen einzigen Marvel Comic in der Hand gehabt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, die meisten kennen nur die Filme, wollen nur die Filme kennen und die meisten haben die alten Helden immer noch im Gedächtnis und wollen am liebsten, dass alles so bleibt wie es ist.Ein Kumpel von mir hat bis heute Endgame nicht geguckt, weil der einfach nicht akzeptieren will, dass Tony Stark stirbt.
      Keine Ahnung, ob das ein Grund ist, warum die aktuellen Filme nicht zünden, könnte mir aber gut vorstellen, dass nach Endgame dadurch bei einigen die Luft raus ist.

      • so sehe ich es auch
        mir ist total Rille was es in den comics gibt, wie lange es das gibt, oder wie wo was earth 1654984651685

        Denn es erscheinen nicht hunderte Filme, wo sich jeder raus suchen kann was er mag, sondern nur eine Handvoll. Und hier ist eben genau das zu befürchten was Steve schreibt.
        Alles ist egal, alles belanglos. Ob ein Held lebt, ob er stirbt, ob wir ihn noch 100x zurückbringen, das Multiverse macht alles möglichl. Kein Sieg ist wichtig, kein Verlust schmerzlich.

        • Der Punkt mit „Nur wenige Filme pro Jahr“ ist legitim und an den hab ich null gedacht bisher

          Ansonsten – wenn es schon in der Comicwelt, wo gefühlt paar Hundert pro Monat erscheinen, die vergleichsweise 3,50 kosten, kein Universum schafft, 616-Helden dauerhaft die Show zu stehlen, dann bezweifle ich, dass Marvel-Disney-Whatever uns jeden zweiten Film einen neuen Iron Man vorsetzt. Dafür sind die Filme zu teuer und zu selten

    • Ich bin genau so ein „Fan“ wie Joker beschreibt. Ich war zwar nie wirklich Feuer und Flamme für das ganze „Superhelden-Konzept“ (egal ob Marvel, DC oder whatever), aber die Marvel-Filme haben mich alle ganz gut unterhalten und waren absolut guckbar.
      Schon als die Multiverse-Geschichte aufkam habe ich instant das Interesse verloren und keinen Film mehr nach Endgame angeguckt der sich mit dieser Thematik beschäftigt weil jetzt für mich „der Witz an der Sache“ verloren gegangen ist.

      Für mich als „Laie“ der nur die Filme kennt gab es halt immer „DEN“ Spiderman und „DEN“ Iron Man. Jetzt, wo alle quasi austauschbar sind zucke ich halt mit den Schultern falls einer dieser Helden ins Gras beißt, nach dem Motto: „Gibt ja noch 10.000 weitere von denen“. Dann brauche ich mir den Film ja auch nicht ansehen, weil es „um nichts mehr geht“. Alles ist belanglos, weil alles ersetzbar ist und keine Konsequenzen mehr hat.

      • > Für mich als „Laie“ der nur die Filme kennt gab es halt immer „DEN“ Spiderman und „DEN“ Iron Man. <

        Genau das wollte ich damit verdeutlichen – es gibt X Welten im Comic-Verse und um Ende des Tages ist es immer noch DER Spiderman, der die Sache verkauft. 616 ist immer noch das, wo die Leute mitfiebern, die das Hauptevent darstellen.

        Wenn das Multiverse schon kaum Einfluss auf die Comicleser hat – selbst Miles Morales und Spider-Gwen sind im Vergleich zu Peter Parker kleine Rollen, wird es auf die Fanbase des MCU noch weniger Relevanz haben, wenn Spiderham#35 stirbt.

  8. Fühlt sich für mich auch alles nur noch belanglos und zum Teil einfallslos an im MCU, und das für mich schon bei Endgame. Für mich wird das auch viel zu viel mit den ganzen Cross-Overs und so weiter, das nimmt einfach das besondere.
    Mal schauen, vielleicht haben sie irgendwann doch mal die zündende Idee oder eine Überraschung in den nächsten Jahren, aber aktuell zucke ich nur noch mit den Achseln wenn ein neuer Trailer oder eine Ankündigung kommt.

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