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Wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt wurde, stellte Activision Blizzard das von King entwickelte Diversity Space Tool vor, welches berechnen soll, wie divers ein Charakter oder eine Gruppe von Charakteren ist. Durch das Tool wird Diversität in Computerspielen aufgebrochen und in simple Kategorien und Zahlen verpackt. Weder die Fans noch die Experten haben gut auf diese Präsentation reagiert und das Projekt hat viele Formen von negativen Reaktionen erhalten.

Die Kritiken vielen stark genug aus, um eine Stellungnahme von Activision Blizzard und umfangreiche Anpassungen an der Präsentation selbst notwendig zu machen. Ursprünglich beinhaltete der Beitrag zu dem Diversity Space Tool einige Sätze darüber, dass das Programm angeblich bereits von den Entwicklern von CoD und Overwatch 2 getestet wurde. Diese Hinweise wurden aber zusammen mit den auf Overwatch-Charakteren basierenden Grafiken entfernt. Interessanterweise scheint es für die Anpassung dieser Textstellen einen guten Grund zu geben.

Der für Overwatch 2 zuständige Senior Game Designer Dylan Snyder hat sich gestern auf Twitter zu Wort gemeldet und dort klargestellt, wie stark das Team von Overwatch in Wahrheit mit dem Diversity-Tool interagiert hat. Laut diesem Entwickler hat das Team dieses Feature weder getestet noch für die Entwicklung ihres Spiels verwendet. Die Entwickler haben wohl erst durch die Präsentation erfahren, dass dieses Tool überhaupt existiert. In einem zweiten Tweet lobte der Entwickler sein Team und die viele Arbeit, die sie in die Erstellung ihrer Charaktere investieren.

Der als Senior Graphics Programmer für Overwatch arbeitende Will Reynard hat klargestellt, dass die Figuren in Overwatch nicht durch solch ein Tool erstellt werden und das Team niemals auf diese Weise vorgehen wird. In einer zweiten Nachricht bezeichnete er das Diversity-Tool als entsetzlich und unentschuldbar. Laut seinem Tweet hasst er es zu sehen, wie Activision die Charaktere aus Overwatch als Beispiele für dieses unheimliche System verwendet hat. Die Entwickler sehen ihre Helden nicht auf diese Weise.

Die vermutlich emotionalste Reaktion auf dieses Tool stammt von Character Artist Melissa Kelly. Diese Künstlerin beschwerte sich auf Twitter nämlich darüber, dass ihre eigene Firma scheinbar gezielt darauf hinarbeiten jeglichen guten Willen zu zerstören, den die Entwickler durch ihre Arbeit aufbauen. Sie erklärte ebenfalls, wie unheimlich dieses Tool ist und warum das Team niemals auf solch ein Feature zurückgreifen würde. Diversität in Overwatch entsteht durch die Entwickler, ihre Arbeit und ihre eigenen Erfahrungen im echten Leben. Wenn das Team eine Figur mit einem bestimmten Hintergrund erschafft, dann arbeiten an dem Charakter für gewöhnlich Menschen mit einem ähnlichen Hintergrund aus dem echten Leben.

Es sieht also ganz danach aus, als hätte Activision Blizzard die Textstellen über die Verwendung des Tools in Overwatch gestrichen, weil sie nicht korrekt waren. Scheinbar hat das Marketing-Team in diesem Fall schlicht und einfach eine dreiste Lüge erzählt, die sich gut auf dem Papier macht und schön zu ihrer geplanten Geschichte passt. Solche Lügen in eine Ankündigung einzubauen, ist auf jeden Fall keine gute Idee. Selbst, wenn das Ganze vermutlich dem Standard der Branche entspricht.

Ich kann auf jeden Fall verstehen, warum die Entwickler von Overwatch frustriert sind. Irgendwie arbeitet Activision Blizzard scheinbar wirklich aktiv darauf hin, den Ruf der Firma zu zerstören und die Fangemeinde beinahe wöchentlich aufzuregen. Ansonsten kann man schlecht erklären, warum sie solch eine Präsentation für das Tool für eine gute Idee hielten. Das Feature selbst ist eine fragwürdige Sache, die auf die schlechteste Weise enthüllt wurde.


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4 KOMMENTARE

  1. Es ist wirklich erstaunlich wie zielsicher Blizzard jedes Fettnäpfchen trifft, das muss man erstmal schaffen.
    Auch wenn das Tool nicht gut ankommt (vorsichtig ausgedrückt) ist das was da dahinter steckt doch in der heutigen Film und Spiele Industrie Standard. Wichtiger als das Schauspielerische Talent bzw eine spannende Hintergrundgeschichte ist die richtige Hautfarbe und Geschlecht, was mal mehr und oft auch weniger Sinn ergibt.
    Auch in der Politik sieht man gut wohin Quoten Denken führt. Wenn dort Gleichberechtigung und nicht die Feministische Quote herschen würde, hätten wir vermutlich einen Kanzler Habeck (was vermutlich sogar besser als ein Kanzler Scholz wäre, ein Aussage die ich vor einem Jahr niemals getätigt hätte) und im Verteitigungsministerium würde vielleicht nicht so ein Total Ausfall wie Lamprecht sitzen

    • Diversity zerstört Gesellschaften , ist keine neue Erkenntnis.
      Wer immer noch nicht aufgewacht ist an dem Punkt, an dem Fakten rassistisch wurden, weil sie dem ausgedachten Weltbild nicht passen. Der ist einfach verloren.

  2. Klassischer Fall von wenn die Belegschaft der Marketingabteilung grade frisch von der Uni kommt und keine Ahnung davon hat was im Rest der Firma vor sich geht..

  3. Ich bin da bei Asmongold, hinsichtlich was Blizzard lieber tun sollte um ihre kaputte Reputation wiederherzustellen: „STFU and make games!“

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