Ich wollte wie Orpheus singen

Es ist kurz nach 23 Uhr, und ich habe mir gerade auf Radio wowszene.de einen Song gewünscht: Auf dem neuen Söhne Mannheims Live-Album “Wettsingen in Schwetzingen” präsentiert die Gruppe um Leadsänger Xavier Naidoo einen Coversong von Reinhard Mey. Da dieser deutsche Sänger und Songwriter Generationen mit seiner Arbeit beeinflusst hat, und der Text des Songs so großartig ist, möchte ich ihn Euch in diesem Blogeintrag zitieren. Ich möchte dazu noch kurz hinzufügen, dass ich beim Hören des Liedes immer noch eine Gänsehaut bekomme, weil ich mich darin selbst wiederfinde: Denn meine größte Angst vor allem in meiner Jugend, bzw. in meiner Zeit als Leistungssportler war es immer, mittelmäßig zu sein. Und irgendwann erkennt man dann, dass es im Leben größere Geschenke gibt (wie zum Beispiel eine Frau, die einen liebt), und es nicht schlimm ist, in irgendwas nur mittelmäßig zu sein.

Hier der Songtext: Söhne Mannheims/Reinhard Mey – Ich wollte wie Orpheus singen

Ich wollte wie Orpheus singen,
Dem es einst gelang,
Felsen selbst zum Weinen zu bringen
Durch seinen Gesang.
Wilde Tiere scharten sich
Friedlich um ihn her.
Wenn er ueber die Saiten strich,
Schwieg der Wind und das Meer.
Meine Lieder, die klingen nach Wein
Und meine Stimme nach Rauch,
Mag mein Name nicht Orpheus sein,
Mein Name gefaellt mir auch!

Meine Lyra trag’ ich hin,
Bring’ sie ins Pfandleihhaus
Wenn ich wieder bei Kasse bin,
Loes’ ich sie wieder aus.
Meine Lieder sing’ ich dir,
Von Liebe und Ewigkeit:
Und zum Dank teilst du mit mir
Meine Mittelmaessigkeit.
Kein Fels ist zu mir gekommen,
Mich zu hoeren, kein Meer!
Aber ich habe dich gewonnen,
Und was will ich noch mehr?

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