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In Großbritannien wurden Mobilfunk-Sendemasten angezündet […] Die gängigste Behauptung lautet, dass 5G die Verbreitung von Sars CoV2 unterstützen beziehungsweise beschleunigen würde. Zum einen, so die Verschwörungstheorie, weil 5G das Immunsystem der Menschen schwächen würde. Zum anderen, weil Viren via Funkwellen miteinander kommunizieren könnten. (Via)

Nichts ist in dieser Zeit (und auch schon vor Corona) so besorgniserregend wie die Dummheit der Menschen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 5G-Technologie soll angeblich in der Lage sein, mit einem Virus zu kommunizieren. Was stimmt nur mit den Menschen in dieser Generation nicht mehr? Haben sie so wenig, an das sie glauben können und was ihnen Halt gibt, dass sie sich krampfhaft an irgendwelche dämlichen Verschwörungstheorien klammern müssen?



12 KOMMENTARE

  1. Beruflich beschäftige ich mich mit Jugendbewegungen und bekomme diese Verschwörungsszene nur am Rande mit. Was man aus Sich der Politikwissenschaft jedoch feststellen kann ist, dass Verschwörungstheorien besonders bei Politikverdrossenen auf nährbaren Boden treffen.

    Die Leute, die den Verschwörungstheorien anhängen beginnen in der Regel ihre Karriere damit, dass sie an der Demokratie zweifeln, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass die Demokratie ihre Interessen nicht vertritt und sie den Eindruck haben, dass sie eine Mehrheitsmeinung vertreten. Dies gepaart mit dem tatsächlich stattfindenen Lobbyismus führt zu dem Glauben an eine korrupte Politik. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt, um alles in Zweifel zu ziehen, was von Oben kommt.

    Das Problem dabei ist, dass gerade CDU und SPD genau diesen Menschen Futter liefern. Insbesondere wenn beide Parteien Entscheidungen treffen, die entsprechend den Umfragen gegen den Willen der Mehrheit der Gesellschaft stehen.

    Beispiele:
    – SPD: Hartz 4, Rente mit 67
    – CDU: Ausstieg aus dem Atomausstieg

    Das dies gerade Menschen in einem Alter 30+ sind ist eigentlich auch nicht verwunderlich, da junge Menschen erst einmal die eigenen schlechten Erfahrungen machen müssen, um dann entsprechend die Rückschlüsse für sich zu ziehen.

  2. “ Zum anderen, weil Viren via Funkwellen miteinander kommunizieren könnten.“
    Hahahaahah das ist so dumm, sorry da musste ich lachen.

    Eigentlich echt ja nicht witzig, aber ahahha verdammt ernsthaft. Was es nicht alles gibt

  3. Das macht mir schon irgendwie Angst. Entwickeln die Menschen sich wieder zurück?
    Es erinnert stark an das Mittelalter wo es auch immer einen Schuldigen gab der für Naturkatastrophen verantwortlich gemacht wurde und dafür auf dem Scheiterhaufen brennen musste.

  4. Ist natürlich völlig idiotisch, keine Frage? Aber was hat das jetzt mit „dieser Generation“ zu tun? Meiner Erfahrung nach sind die meisten Verschwörungstheoretiker eher der Generation 40+ zuzuordnen, aber deshalb trifft das ja noch lange nicht auf die Menschen dieser Generation im allgemeinen zu.

    • Denke auch nicht das Jugendliche Ihre heiligen Sendemasten zerstören, während sie Corona Partys feiern, Türklinken ablecken, Corona Pranks drehen etc. Da ist doch die Angst größer mal 2 Minuten keinen Empfang zu haben

  5. Als Lehrer müssen solche Nachrichten doch besonders frustrierend sein. Schließlich investieren sie jede Menge Zeit in die Bildung unserer Gesellschaft und das Ergebnis sind unteranderem solche dummen Verschwörungstheorien.

    Ich kann mich erinnern, dass uns damals im Politik Unterricht beigebracht wurde, dass man Quellen richtig einordnen muss. Ich denke das ging vielen so. Dennoch scheinen irgendwelche Hauptschulabrecher die YouTube Videos zur flachen Erde hochladen bei vielen Menschen an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.

    Hat unsere Schulbildung hier versagt oder was ist das Problem?

    • Das Problem ist dass die Quelleneinordnung im Unterricht massiv veraltet ist, das auf moderne Medien wenig bis gar nicht eingegangen wird und das allgemein das Konzept von Wissenschaftlichem Arbeiten nicht genug herausgestellt wird. Es sind auch lange nicht nur Menschen mit geringen Bildungsabschlüssen, im Bereich Homöopathie z.B. sind eher höhere Bildungsabschlüsse betroffen.

      Es ist ja schön und gut, dass man im Unterricht lernt eine Primär von einer Sekundärquelle zu unterscheiden. Aber bei mir jedenfalls haben wir das in Geschichte mit Texten aus der Französischen Revolution gemacht und in Politik haben wir Zeitungsartikel eingeordnet.
      Das bringt einem zur Einordung von Verschwörungstheorien auf irgendwelchen Blogs und Social Media herzlich wenig. Hier könnte man exemplarisch lernen wie man einer Spur aus links zur Primärquelle folgt, wie man sich über z.B. eine reverse image search absichern kann, usw. Also genau das was Steve unter dem Stichpunkt Medienkunde schon ewig und drei Tage fordert.

      Genau das gleiche bei der Einordung von wissenschaftlichen Ergebnissen und Studien. Ist ja toll das wir nach dem Abi viel über z.B. Phänome der Quantenphysik und organischen Chemie wissen, aber es kann halt nicht sein dass man trotzdem keine Ahnung hat wie man eine wissenschaftliche Studie liest. Dabei ist es essentiell zu wissen wie man die Methodik, den Datensatz oder den peer Review Prozess einer Studie überprüfen kann. Wenn man dieses Handwerkszeug nicht hat, dann hat man keine Möglichkeit zu verstehen warum z.B. die Studie von Wakefield zu Impfungen und Autismus schwachsinn ist.

  6. Da reden die Medien immer nur über die Fledermaus-Viren, aber keiner redet über die Viren, die von Computern verbreitet werden.

  7. Habe Heute auch in der Instastory einer Bekannten ein Bild gesehen wo jeder Netzentwicklung eine Epidemie zugesprochen wurde. Funkwellen = Spanische Grippe, 2g Netz Choleraausbrüche in den 90ern und was weiß ich alles, 4g war dann zum Beispiel für H1N1 verantwortlich.
    Ich kann ja noch irgendwie verstehen wenn man denkt die Netze könnten irgendwie gesundheitsschädlich sein, aber mit Viren und Bakterien hat das ganz sicher nichts zu tun. Generell ist momentan absolute Hochsaison was Verschwörungstheorien angeht.

  8. Ich glaube hier spielt viel grundlegendes Unwissen vieler Menschen eine Rolle, wenn es um Technologie geht.

    Strom kommt aus der Wand, CHemikalien sind Pfui-bah, Internet ist in der Luft und wird vom Handy eingesammelt und wenn man den Bildschirm ausmacht kann der Rechner nichts mehr tun.

    Ob da wohl auch fehlende Schulbildung eine Rolle spielt? Medienunterricht oder so?
    Na, wer weiß….

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