Meister gegen Pokalsieger

Vor dem Spiel hätte ich, vor allem Aufgrund der Vorstellungen der Wolfsburger gegen Nürnberg und Moskau, keinen Cent auf die Wölfe gesetzt. Irgendwie wars ein komisches Spiel: Werder spielt auf ein Tor und Wolfsburg macht die Tore. Vor allem in der ersten Halbzeit war von Wolfsburg absolut gar nichts zu sehen. Dann ein haarsträubender Abwehrfehler, Dzeko mogelt sich in einer Einzelaktion durch und macht das 1:0. Natürlich spielte fast ausschließlich Werder, aber die Leichtigkeit, die man noch in Freiburg gesehen hat, fehlte heute völlig. Wenig Ideen, wenig Durchschlagskraft und ein quasi nicht anspielbarer Almeida, der im Werder-Spiel wie ein Fremdkörper wirkt. Ich kenne keinen Stürmer, der so oft die falsche Entscheidung im Spiel trifft – Spielübersicht gleich null: Wenn drei Spieler vorm Tor frei stehen, haut er drauf, wenn die Mitspieler einen Mann vor sich haben, versucht er zu passen. Auch wenn man es in Freiburg nicht gesehen hat, aber Pizarro fehlt Werder extrem.

Wolfsburg hat heute wahrlich nicht überragend gespielt. Im Prinzip hatte man 2-3 Torchancen, die beide Dzeko in überragenden Einzelaktionen und Tiefschlafphasen der Werder-Abwehr nutzte. Wenn man so überlegen ist, wie Werder heute und am Ende mit viel Glück einen Punkt holt, muss man sich schon die Fragen gefallen lassen, warum man so “auf die Kacke haut” und von der Meisterschaft spricht. Pepper schrieb mir in der Woche von wegen “Gratz zur Meisterschaft, ich sehe für Werder keinen Konkurrenten”. Toll, dass man seit ca. 100 Spielen nicht verloren hat, aber wenn man weder gegen Dortmund, noch gegen Wolfsburg zu Hause nicht gewinnen kann, muss man sich nicht wundern, wenn man heute Abend von Schalke überholt wird.

Den ganzen Werder-Hype und “Schaaf ist der beste Trainer der Liga”-Blabla, welches die Presse in der letzten Woche nach dem “Tennis”-Spiel in Freiburg gefahren hat, geht mir eigentlich ziemlich auf den Sack. So überlegen, wie es dargestellt wurde, ist Werder nun wirklich nicht. Schalke und Leverkusen waren in den letzten Wochen mit Werder auf einer Höhe – vielleicht nicht spielerisch, aber sicherlich im Hinblick auf die Ergebnisse.

Als Fazit bleibt heute festzuhalten: Gerechtes Remis, auch wenn man die Aktion von Özil vor dem 2:2 sicher abpfeifen kann. Aber rein vom Spielverlauf her war für Werder weit mehr drin, als ein Punkt.

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