Winter-Chaos und wie wir damit umgehen (müssen)

“Good old” Vaermina hat mir heute einen äußerst interessanten Blogeintrag eines Kollegen verlinkt. Hierbei geht es um den Winter und die lokalen Möglichkeiten, damit umzugehen:

In den letzten Wintern und auch diesem wieder werden vollkommen normale Winterverhältnisse in immer stärkerem Ausmaß als katastrophale Einflussfaktoren umgedeutet. Wer ein wenig älter ist, müsste sich eigentlich problemlos erinnern können, dass die letzten etwas strengeren Winter noch vor 20/30 Jahren der Normalfall waren. Und damals gab es weder auf den Autobahnen noch im Schienenverkehr oder bei der Versorgung entlegener Dörfer mit Strom größere Probleme. Es waren zu diesen Zeiten genügend Räumfahrzeuge einschließlich des sie bedienenden Personals, genug Streuvorräte und ausreichend beheizte Weichenanlagen sowie eine sorgfältig gewartete Strominfrastruktur vorhanden. Die Autobahnen waren, auch bei stärkstem Schneefall, innerhalb weniger Stunden geräumt und Ausfälle im Zugverkehr gab es praktisch keine. Im Rahmen der Privatisierwut und der gesteuerten Verknappung der Finanzmittel für die Öffentlichkeit (sprich den Großteil der Bevölkerung) wurde an diesen technischen Möglichkeiten immer mehr eingespart.

Irgendwie hat der Herr nicht ganz unrecht. In jedem Winter heißt es immer, man wäre vom einfallenden Schnee “völlig überrascht” worden. Aber wie kann man in jedem Jahr neu überrascht werden – vor allem im Dezember? Bei uns sind die Straßen fast immer dicht und es wird einfach so gut wie überhaupt nicht gestreut. Man ist quasi überwiegend sich selbst überlassen…

Es fällt heutzutage praktisch niemandem auf, dass die heftigen Folgen der Winterverhältnisse nicht dem Wetter zuzuschreiben sind, sondern der herbeigeführten Verschlechterung der Möglichkeiten damit umzugehen. Was mich besonders erschreckt ist, dass sogar die meisten Menschen, die älter sind als ich, dies nicht mehr bemerken, sondern die Märchen von Jahrhundertwintern aus den sogenannten Nachrichtensendungen einfach nur noch nachplappern und wohl selbst auch glauben.

Das erklärt auch, warum es mittlerweile die Winterreifen-Pflicht gibt: Früher war diese einfach nicht nötig, weil die Straßen immer ordentlich freigeräumt waren. Heute wird die Sicherheit der Autofahrer einfach auf diese selbst abgewälzt.

Manchmal bedarf es einfach mal so eines Artikels, bevor man über solche Sachen intensiver nachdenkt! Danke dafür!

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