“Ihr werdet den Kampf verlieren!”

Als jemand, der das Netz liebt und sich intensiv darin bewegt, kommt man in diesen Tagen nicht am CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling vorbei. Jener veröffentlichte gestern einen Gastkommentar beim Handelsblatt, welcher große Wellen geschlagen hat. Hier ein kleiner Auszug:

Liebe „Netzgemeinde“, das Web 2.0 ist bald Geschichte. Die Revolution der „digitalen Maoisten“ geht vorbei – die Frage ist nur, wie groß die Schäden sind [...] Das ist die Gelegenheit, schon jetzt einen vorgezogenen Nachruf auf die Helden von Bits und Bytes, die Kämpfer für 0 und 1 zu formulieren. Denn, liebe „Netzgemeinde“: Ihr werdet den Kampf verlieren. Und das ist nicht die Offenbarung eines einsamen Apokalyptikers, es ist die Perspektive eines geschichts-bewussten Politikers. Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird.

Für mich persönlich ist es absolut erschreckend, was für weltfremde Menschen bei uns im Bundestag sitzen und damit unsere Zukunft bestimmen dürfen. Die Reaktion der Netzgemeinde ließ, wie Ihr Euch sicher denken könnt, nicht lange auf sich warten: Die Internetseite von Herrn Heveling wurde gehackt (auf Twitter gab es das Gerücht, dass Nutzername “heveling” und Passwort “ansgar” war) und darauf sein Rücktritt bekanntgegeben. Darüber hinaus entstand eine wirklich lustige Trendgruppe auf Twitter (#hevelingfacts), die quasi minütlich neue Sprüche über ihn raushaut. Hier einige Beispiele:

Im Internet führen digitale Maoisten regelmäßig satanistische Hinrichtungen und rituelle Opferungen durch. #Hevelingfacts

Ein Computer, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. #hevelingfacts

Heveling hat sich erneut zum Internet geäußert, die Schriftrolle wurde soeben an den Postkutscher übergeben! #Hevelingfacts

Mal schauen, wie sich die ganze Sache noch entwickelt. Es hat noch niemandem wirklich gut zu Gesicht gestanden, die gesamte deutsche Internet-Gemeinde gegen sich aufzubringen.

Quellen: handelsblatt.comnetzpolitik.org

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