Facebook-Verbot für Lehrer?

Andreas-Stoch

Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat “jegliche dienstlichen Zwecken dienende Kommunikation zwischen Schülern und Lehrkräften” in sozialen Netzwerken verboten. Stattdessen wird auf den konventionellen Schriftverkehr oder die Nutzung von verschlüsselten E-Mails verwiesen […] Untersagt ist auch die E-Mail-Kommunikation innerhalb von sozialen Netzwerken ebenso wie Chats, aber auch das Mitteilen von Noten, das Einrichten von Arbeits- und Lerngruppen zum Austausch von Materialien und die Vereinbarung schulischer Termine. Grund sei, dass die Daten in die USA gelangten, wo die Datenschutzstandards nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards in Einklang stünden.

Für mich eine billige Ausrede für die völlige Unfähigkeit einiger konservativer, ewig gestriger Politiker, sich mit neuen Medien auseinanderzusetzen und sich darauf einzulassen. Wie ich schon in meinem Referendariat feststellen musste, fühlen sich bestimmte Menschen durch die neuen Medien und den Umgang damit in ihrer Existenz bedroht und verschließen sich dem völlig. Sätze wie “Computer sind kontraproduktiv für die Bildung – die Kinder lernen damit nichts” und “wegen Computern verdummen unsere Kinder” gehören dort zur Tagesordnung. Fakt ist: Computer, das Internet und die neuen Medien gehören zur Lebenswelt der Jugendlichen. Im Gegensatz zu meiner Generation wachsen heutzutage die Kids damit auf. Wenn wir die Jugend verstehen wollen, müssen wir uns auf diese Medien einlassen und uns auch darin bewegen. Wer das nicht versteht, lebt meiner persönlichen Ansicht nach in der Vergangenheit und hat in einem öffentlichen Amt oder in der Bildung nichts verloren.

Die FAZ hat auf ihrer Internetseite auch schon einige Reaktionen dazu eingefangen:

“Facebook und andere soziale Netzwerke sind die Lebenswirklichkeit junger Menschen. Dass dann gerade Lehrerinnen und Lehrer von diesen Portalen ferngehalten werden sollen, trägt nicht zu einem umsichtigen Umgang mit den sozialen Netzwerken bei“, sagte Nikolas Löbel, Landesvorsitzender der Jungen Union. Ähnliche Argumente bemühen die Lehrer: Die Schüler seien über Mails oder Briefe heute nicht mehr zu erreichen. Das Smartphone sei das wichtigste Kommunikationsmittel, schnelle Terminansagen könne man den Schülern nur noch über die sozialen Netzwerke mitteilen.

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen! Bleibt abschließend nur noch die Frage, wie Ihr die ganze Sache seht?

Quellen: Golem.de, faz.net

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