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Constantin Film hat durchgesetzt, dass Internetnutzer bei Vodafone Kabel nicht so einfach auf Kinox.to zugreifen können. Eine einstweilige Verfügung des Landgerichts München macht das möglich.

Passt irgendwie gerade in die aktuelle Zeit: Alles wird zensiert, gesperrt oder “geshitstormed”. Ob die Sperrung jetzt angemessen ist oder nicht, spielt für mich in diesem Zusammenhang erstmal keine Rolle. Es geht vielmehr darum, dass gerade (auch durch den Einfluss der USA) die Netzneutralität auf dem Spiel steht. Wo zieht man die Linie? Eine Seite, die offensichtlich Urheberrechtsverletzungen betreibt, muss von einem Internet-Anbieter gesperrt werden. Sowas gab es in dieser Form noch nie. Was wird als nächstes gesperrt? Politische, religiöse oder sogar systemkritische Seiten? Wenn jetzt schon Webseiten durch die Provider geblockt werden müssen/dürfen, hat man meiner Ansicht nach die “Büchse der Pandora” geöffnet…

Quelle: Golem.de

31 KOMMENTARE

  1. Illegale inhalte werden schon ewigkeiten gesperrt? Solange man die möglichkeit hatte?
    Das hat doch aber wenig mit zensur zu tun, sondern ist eine reaktion darauf, dass die typischen mittel des runternehmens bei solchen webseiten gar nicht mehr anwendbar sind.

  2. Tja Wilkommen im Deutschland des 21 Jahrhunderts die Faschisten (SJW ) sind wieder da und ihre Unterstützer fangen an wieder die Zensur ein zu führen. Hatespeech oder anders ausgedrückt alles was nicht meine Meinung ist, ist zu sperren war wohl noch nicht genung

  3. Besorgniseregend ist, wie gesperrt wird.
    Es gibt für die den Anbieter keine legale Möglichkeit. Ohne deep packet inspection und aktivem loggen und Auswerten aller seiner Kunden kann der Anbieter keine einzelne Seite rausfischen. Läuft schließlich auf gleichem Protokoll und Port wie alle anderen webseiten.
    Noch sind diese Maßnahmen illegal in Deutschland. Dass ein Gericht eine illegale Maßnahme sogar anordnet, ist schockierend und übersteigt bei weitem dessen Kompetenzen.

    • Laut news muss Vodafone so nebenbei auch alle Verbindungsdaten zu kinox speichern und dem Gericht aushändigen. Diese Infos landen natürlich brav bei Constantin. Freut euch also schonmal auf eine Abmahnwelle. Einfach nur, weil ihr eine Seite besucht habt.

  4. Finde es interessant, dass hier viele gleich den großen Zensur-/Überwachungsstaat heraufbeschwören mit der Folge, dass wir nächste Woche alle nur noch den lieben Staatsfunk konsumieren, alle die gleiche Kleidung tragen und das gleiche essen, was für ein glückliches Leben…..

    Im Endeffekt ist das Problem eben genau das oben geschilderte: die Hoster sitzen im Ausland, dies bedeutet, dass wir nicht mit deutschen Gesetzen bestimmen können was dort gelöscht werden muss oder nicht. Wenn der tatsächliche Störer wie hier nicht zu fassen ist können nach deutschem Recht auch andere zur Mitarbeit/Duldung verpflichtet werden. Hier sind die Grenzen aber sehr eng. Im Endeffekt ist es Vodafone als Provider, der die Daten an den Endnutzer übermittelt. Für Vodafone ist es kein großer Aufwand eine einzelne Homepage zu sperren, dies wird ohnehin häufig in den Fällen wo hier wahrscheinlich (fast) jeder sagen wird es geht in Ordnung (Kinderpornografie, Sodomie und ähnliches) durchgeführt. Dementsprechend wird hier schon an der Stelle eingesetzt, wo der Dritte (Vodafone) nur minimal belastet wird.

    Um die oben genannte Vergleiche mal etwas zu relativieren: Euer Kokainprodzent des Vertrauens sitzt in Kolumbien. Seine Ware versendet er im Enddarm seiner Mulis über den Frankfurter Flughafen. Werden diese erwischt gehen sie in den Bau für Drogenschmuggel obwohl doch eigentlich der Produzent in Kolumbien die Ursache gesetzt hat. Ja wir haben ein Gesetz, dass den Drogenschmuggel verbietet. Wir haben aber auch Gesetze, welche Urheberrechtsverletzungen verbieten. Vodafone ist hier der (arme) Muli, der die euch die Daten übermittelt zur Urheberrechtsverletzung. Seid froh, dass der Provider eben nicht direkt haftet, dann bekommt ihr ziemlich schnell nichts mehr zu sehen im Internet.

    Und Hand aufs Herz, wer kinox aufruft tut dies nicht um sich irgendwelche lizenzfreien Werke anzuschauen. Wer sich also lauthals darüber aufregt und so tut als wäre seine Meinungsfreiheit in Gefahr der wundert sich bestimmt auch darüber, dass er bestimmte Parolen aus dem Dritten Reich nicht lauthals auf der Straße rufen darf ….

    Das eigentliche Problem ist, wie bereits in einem älteren Eintrag von Steve geschildert, dass der Content in Deutschland entweder bei zuvielen unterschiedlichen Anbietern (Sky, Netflix, Amazon, etc.) verteilt wird und man gezwungen wird X Abos abzuschließen oder viel zu teuer oder zu spät verfügbar ist. Die Sperre ist daher in meinem Sinne derzeit das richtige Instrument, langfristig sollten hier aber mal zügig die Exklusivrechte für einzelne Anbieter abgeschafft werden und kostengünstige legale Angebote im Netz geschaffen werden. Und wer von euch glaubt, dass nur weil ihr die Sachen überhaupt nicht bezahlt Angebot und Nachfrage dann die Preise für den Rest senken weil ihr so ein tolles starkes Signal sendet, der glaubt auch noch immer an den Weihnachtsmann.

  5. Ok vielleicht sehe ich das auch falsch aber es ist ok eine Seite zu sperren die gegen das Gesetz verstößt, das erwarte ich bei allen Seiten die das betrifft . Das mit Religion oder Kritik Seiten zu vergleichen passt nicht das ist freie Meinungsäußerung solche Seiten verbieten ist Zensur, Kinox ist eine Art Diebstahl .

    • “es ist ok eine Seite zu sperren die gegen das Gesetz verstößt” und was ist wenn die entsprechenden Gesetze verabschiedet werden? Ist das dann auch noch okay? Ich bin mir sicher in China verstoßen die ganzen gesperrten Seiten auch gegen Gesetze, findest du das okay?

  6. das merkwürdige an der sache ist doch, dass kinox.to selbst keine urheberrechtlich geschützten inhalte hostet und dort ansich auch nicht geschützte inhalte zu finden sind.

    die aussage “Eine Seite, die offensichtlich Urheberrechtsverletzungen betreibt” ist somit nichtmal stimmig.

    das ist inetwa so, alsob du den typen, der den weg zum dealer weiß für sein wissen bestrafst. sie müssten zu streamcloud etc. den zugang verhindern, nicht zu kinox.to.

    • Das Problem ist aber, dass hier nicht einfach nur der Weg zum Dealer gewusst wird, sondern dass er jedem, der es wissen will, mitgeteilt wird.

      Es ist nunmal so, dass jeder für die Links auf seiner Seite mitverantwortlich ist. Wenn ich auf meiner Homepage links zu Kinderpornographieseiten stehen haben würde, würde ich mich auch strafbar machen, weil ich das zeug dadurch in Umlauf bringe (da ja jeder auf meine Seite kommen kann und über meinen Link an die dinger rankommt)

      • Die Server von Kinox.to stehen aber sicher nicht in Deutschland. Also wer will sich hier anmaßen weltweite Rechtssprechung vorzunehmen ? Du ?

        • Ds ist ganz einfach:

          Für deutsche Staatsbürger gelten die deutschen gesetze. In Deutschland ist eine Solche Seite illegal, also kann der Zugang sehr gerne für Deutschland gesperrt werden. Das Betrifft weder die Server noch den Rest der Welt… muss jedes Land für sich selbst entscheiden

        • Das Münchner Landgericht bezieht sich übrigens auf den Europäischen Gerichtshof, der die Nutzung solcher Seiten vor kurzem als illegal erklärt hat. Aber wahrscheinlich wirst du uns als nächstes sagen, dass der EG dazu auch kein Recht hat und das alles anmaßend ist.

  7. Das hat nix mit Zensor zu tun. Von mir aus können sie alle illegalen Seiten der Welt sperren, dazu haben sie jedes Recht. Allerdings kann es nicht sein, dass die Netzbetreiber fürs Sperren verantwortlich sein sollen. Was hat denn Vodafone damit zu tun?

    • Wer sagt denn, dass die Seite illegal ist ? Du ? Dein Rechtsempfinden ? Wer entscheidet ob eine Seite illegal ist ?

      Und warum sollte Deutschland entscheiden dürfen was im weltweiten Internet erlaubt ist und was nicht ?

      Und wer außer den Netzbetreibern sollte denn etwas sperren ?

    • Dann würde mich deine Sicht zur Türkei interessieren:

      Jeden zum Terroristen erklären, und dann ist alles weitere Handeln legitim, weil Terrorismus ja illegal ist.

  8. Solange man die Sperre mit nem einfachen DNS Serverwechsel umgehen kann, können die von mir aus soviel “sperren” wie sie wollen 😀

    Aber es werden einige Seiten in Deutschland “gesperrt” oder bei google nicht gelistet, gab es vorher auch schon. Spontan fällt mir da noch demonoid ein.

    “Es wurde versucht, den Zugang zu den Diensten Demonoids, abhängig von geltenden Urheberrechten, in manchen Staaten zu blockieren oder zumindest deutlich zu erschweren, unter Anderen auch von der Bundesrepublik Deutschland. Am 10. August 2012 wurden die Seiten offline genomme.[…]. ”
    Sagt Wikipedia

  9. Ist einfach zu umgehen, dennoch finde ich das mal wieder wegweisend. Ein Schritt weiter zur totalen Überwachung und Kontrolle aller Menschen.

    Der Staat bzw. die “Big Player” hinter dem Staat (ergo diejenigen die das Geld haben, Rothschild und co.) bestimmen wo der Hase lang läuft. Rothschild soll hier nur mal ein prominentes Beispiel sein, will keine Diskussion über Verschwörungstheorien.

    Der Contentmafia ist hier mal wieder ein kleiner Sieg gelungen im ewigen Kampf gegen Windmühlen könnte man meinen.

  10. der unterschied: das gericht darf dafür sorgen, dass die plattform eingestellt wird! alles oK
    genauso wie in deinem bsp ein gericht dafür sorgen dürfte, dass du deine zeitschrift nicht publizieren darfst ist auch OK.
    aber dann sollen sie nicht damit ankommen und es den bürgern verbieten zu konsumieren. an der quelle muss das problem gefasst werden.

    es fängt mit “raubkopiermörder” seiten an.. und später ist es jede website,die nicht der regierung nah steht und die gleiche meinung vertritt..

    wieso manch einer das nicht verstehen will..

  11. The return of the Stoppschild. Genauso leicht zu umgehen, genauso sinnlos. Constantin Films ist in der Sache aber auch eh irgendwie komisch.
    Da die Comments ja zeitnah geflutet sein werden mit “wir leben im linken dritten Reich!!!” und “ihr wolltet das NetzDG!!!” hier vllt. der Hinweis, dass das mit beidem nicht soviel zutun hat, schließlich wird hier nicht einfach willkürlich irgendwas gesperrt, sondern durch richterliche Anordnung, die man natürlich anfechten kann (was Kinox.to wohl kaum tun wird, aber anderes Thema).
    Um es analog zu übersetzen: Würde ich eine Zeitschrift herausgeben, in der ich urheberrechtlich kritisches Material veröffentliche und ein Gericht verbietet mir das, es würde wohl kaum jemand darüber reden, “wo die Grenze ist” oder in was für zensierenden Zeiten wir leben.

    • Muss ja auch nicht kinox tun, reicht schon wenn sich ein Kunde darüber beschwert. Nur weil nen Landgericht was entscheidet, heißt es noch lange nicht das dies so korrekt ist, die entscheiden auch viel scheiß, wenn der Tag lang ist.

      • Und deswegen kann man Urteile anfechten, welches zudem begründet sein muss. Das ist schon etwas sehr viel anderes, als wenn irgendwer in einem Büro nur einen Knopf drücken braucht und zack, Zensur.

    • nur das du ja trotzdem den Zeitungsverleger anrufen kannst und fragst “ob er dir nicht doch eine gibt”, die alternative ist aber :

      Der Speditionsbetreib der die Zeitung verteilt darf nicht mehr fahren.
      die Telekom sperrt die Nummer des Zeitungsverleger damit du ihn nicht anrufen kannst.
      Die Papierfabrik darf kein papier mehr liefern, etc.

      für den Zeitungsverleger ändert sich nix.

      Es geht darum das A (der dafür gar nix kann ) was machen muss damit B nicht an C kommt, sowie generell um das Einschreiten.

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