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Um die virtuelle Amazon-Assistentin zu verbessern, transkribieren und analysieren Mitarbeiter jeden Tag Tausende von aufgezeichneten Gesprächen. Wird es zu privat, sollen sie offenbar aufhören […] Die betroffenen Nutzer werden darüber nicht informiert. Auch aus Amazons Nutzungsbedingungen geht nicht eindeutig hervor, dass die Kommunikation mit Alexa nachträglich von Mitarbeitern angehört und schriftlich festgehalten werden kann.

Abgesehen davon, dass ich glaube, dass mittlerweile jeder große Internet-Konzern mithört, ist die Sache natürlich eine riesige Sauerei. Die User nicht darüber zu informieren, dass sie abgehört werden (nicht mal im Kleingedruckten in den Nutzungsbedingungen), geht gar nicht. Auf Youtube gibt es hunderte Videos, die beweisen, dass die KI in diesem Bereich schon so schlau ist, dass sie Gespräche so auswerten kann, dass man darüber gezielt mit Werbung überflutet wird – sprich: Wenn Dein Mikro offen ist und Du über Hundeprodukte sprichst, werden sie Dir direkt per Werbung angeboten…

Zurück zu Amazon: Es gibt wohl eine Möglichkeit, Amazon zu verbieten, mitgeschnittene Gespräche abzuhören…

Allerdings können Nutzer in den Einstellungen der Verwendung ihrer Aufnahmen zur Weiterentwicklung des Dienstes widersprechen. In den Alexa-Apps für iOS und Android tippt man dazu links oben auf das Menü-Symbol (die drei kurzen horizontalen Streifen). Unter Einstellungen/Alexa-Konto/Alexa Datenschutz findet man ganz unten die Option Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen.

Ich persönlich finde es schon einen Skandal, dass man das überhaupt machen muss und quasi die Standardeinstellung ist, dass Amazon einfach mitschneiden und auswerten darf…

Quelle: Spiegel.de

13 KOMMENTARE

  1. Das kann doch niemanden ernsthaft überraschen…
    Aber eigentlich ist es den Leuten ja egal, was mit Ihren Daten passiert – sonst wären soziale Medien und Dienste wie Alexa & Co nie so groß geworden.

  2. Wenn ich nen verrückten Serienmörder als Leibwache anstelle sollte ich auch nicht sonderlich schockiert sein, wenn er mir in der Nacht die Kehle durchtrennt.
    Wer sich so ein Gerät anschafft, dem ist seine Privatsphäre eben egal.

  3. Wenn man auch nur irgendeine seriöse IT Seite liest, wird genau davor seit Jahren gewarnt. Das komplette Privatleben wird einem Konzern zur Verfügung gestellt, weil man zu Hause eine Playlist starten kann oder das Licht bedienen per Sprachbefehl – Na super! Der Griff zum Lichtschalter oder drei Klicks mit dem Handy zum Spotify starten sind auch echt zu krass.

    Das ganze ging so weit, dass Samsung mal bei einem Smart TV davor gewarnt hatte private Gespräche im vor dem Fernseher zu führen, weil sie nicht mit Sicherheit sagen konnten an welche Dritten die aufgezeichneten Sprachdaten alle gesendet werden.

    • Wenn du jeden deiner Sätze mit Alexa startest, dann wird das komplette häusliche Leben mitgeschnitten, ja.
      Ansonsten ist dein Smartphone ne viel bessere Wanze. Die schleppst du 24/7 mit dir rum.

  4. Dieses “Daten senden um den Service zu verbessern” gibt es doch bei fast allen Apps. Erschreckend wird das ganze dann, wenn du deine Accounts (und damit u.U. deine Daten) miteinander verknüpft werden. Wenn all deine Daten aus Instagram, Facebook, Amazon usw zusammengeführt werden. Und das dann in die falschen Hände gerät

  5. Kann die Aufregung nicht nachvollziehen, dass die Teile mithören sollte wohl jedem Klar sein und das die Übermittlung von Daten standardmäßig aktiviert ist, ist nicht nur bei Alexa und Amazon so.

    Wer davon jetzt ernsthaft schockiert ist der sollte ganz schleunigst sich mal die Einstellungen seiner Betriebssysteme, Apps, Fernseher, Telefone usw. ansehen.

  6. Ehrlich? Sowas habe ich nicht erwartet… sowas macht doch ein Weltkonzern nicht….

    Man kauft sich ein Gerät von einen Weltkonzern mit Mikrofone, was immer zu hört und wunder sich dann das man abgehört wird?
    Das ist übrigens bei jeden Gerät so, was ein Mikrofon hat und mit denn Internet verbunden ist.
    Das mit den Abstellen ist wie bei WhatsApp und Facebook und ihr Daten teilen. Gibt denn Leute einfach eine Möglichkeit etwas anzuklicken und sie glauben daran. Ist halt auch wieder nur ein inaktive Schaltfläche die nix macht egal auf was sie steht.

    Ich selber finde es einfach nur noch Hammer wie leichtgläubig die menschen sind und alles kaufen und überall mitmachen, weil die Weltkonzern wollen ja nur das beste für ein…

  7. Ganz ehrlich? Abgesehen davon, dass mir eine Alexa nie ins Haus käme, sorge ich mich weniger darum, dass irgendwelche Amazon-Mitarbeiter, die für mein Leben nie eine Rolle spielen werden, in ihren Kellerlöchern meine Privatgespräche unter technischen Gesichtspunkten analysieren. Ich habe vielmehr Sorge, eines Tages in einer Strafakte zu lesen: “Beweismittel: Gesprächsmitschnitt, übermittelt von Amazon Inc.”

    Aber der Reihe nach: Wer Alexa nutzt, ist entweder dumm, oder er weiß, dass das Mikro IMMER offen ist (weil Alexa sonst nicht auf “Alexa”-Kommandos hören könnte!). Wer noch halbwegs bei Verstand ist, kapiert auch, dass die Intelligenz nicht in der kleinen Plastikbox für 50 Euro steckt, sondern erst durch die Vernetzung und zentrale Auswertung zustandekommt.

    Es mag nicht logisch sein, aber deshalb lehne ich diese Form der Selbstverwanzung ab, obgleich mir bewusst ist, dass sie durch mein Smartphone, welches ich sogar außerhalb meiner Wohnung trage, längst stattgefunden hat.

    Aber was die Auswertung angeht, stelle ich mal eine einfache Frage in den Raum: Mit wem würdet ihr euer über Eure Erektionsprobleme reden?
    a) mit der netten Nachbarin?
    b) mit einer anonymen Telefonhotline, nachdem ihr Eure Rufnummer unterdrückt habt?

    Hat wirklich jemand ein Problem damit, wenn irgendwer am anderen Ende der Welt Eure Sätze anonym dahingehend auswertet, wie schwäbische, hessische oder platte Aussprache technisch besser erkannt werden kann?

    Ich mache mir größere Sorgen um die monatelange Speicherung meiner Metadaten und den staatlichen Zugriff darauf. Und das ist keine politische, sondern eine grundsätzliche Meinung. Der Staat sollte per se nichts über mich wissen dürfen. Das wäre Freiheit. Alles andere ist letztlich Knechtschaft. Amazon wird mich jedenfalls für ein paar zotige Sprüche niemals zur Verantwortung ziehen, bei den +/- 190 Staaten dieser Welt wäre ich mir da längst nicht so sicher.

    • Genau der Punkt, wenn es bekannt ist, dass Daten zu “Trainingszwecken” genutzt werden sollte man schon daran denken, dass wahrscheinlich Leute gebraucht werden die sich das anhören.
      Zum Thema “Beweismaterial” meine ich gelesen zu haben, dass die Daten anonymisiert sind / die Leute die sowas anhören darüber aufgeklärt sind, dass sie nichts machen können / dürften

  8. Für mich wenig überraschend. Du bezahlst heute immer auf zwei Arten: entweder mit Geld (Apple) oder eben mit deinen Daten (Amazon / Google). Dafür was Alexa so alles kann (super Sound, Steuerung Smart Home etc.) ist das Ding halt absurd billig. Das gleiche Spiel hast du ja mit den Amazon Tabletts, die dir quasi auch umsonst hinterher geworfen werden – du zahlst mit deinen Daten.

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