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Die Klage stammte vom britischen Höhlentaucher Vernon Unsworth, der Musk im September 2018 wegen Verleumdung anzeigte, nachdem dieser ihn als “Pädo-Typ” auf Twitter bezeichnete. (Via)

Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die ganze Sache: Es ging dabei um die Kinder-Fußballmannschaft, die in Thailand in dieser unterirdischen Höhle eingeschlossen war. Musk bot den Höhlentauchern seine Hilfe an, reiste selbst an und brachte ein spezielles Mini-U-Boot, um die Jungs unbeschadet aus der Höhle zu befreien. Einer der Taucher (Vernon Unsworth) kritisierte Musk’s Bemühungen zu helfen: Er bezeichnete die ganze Sache als “PR-Stunt” und machte sich über das Mini-U-Boot lustig. Woraufhin dann Musk auf Twitter eskalierte und Unsworth als “Pedo-Guy” bezeichnete.

Krass finde ich, wie Musks Anwälte in dieser Sache argumentierten…

Musk’s Anwälte argumentierten, dass “Pädo-Typ” nur eine Umschreibung für einen “gruseligen alten Mann” war. (Via)

Bei aller Liebe für das Genie und den Visionär Elon Musk: Aber es ist schon ein wenig verwunderlich, dass er und seine Anwälte damit durchgekommen sind. Vielleicht weil der Taucher ein wenig zu gierig war? Er wollte am Ende 190 Millionen Dollar Schmerzensgeld für die Sache bezahlt haben. Fakt ist meiner Ansicht nach, dass, wenn ich jemanden auf Twitter als “Pedo Guy” bezeichne (als Elon Musk mit seiner Reichweite), dies schon ein sehr deutlicher Hinweis ist, dass ich denke, dass diese Person auf kleine Jungs abfährt. Das kann man einfach nicht wegdiskutieren.

Von daher finde ich es schon ein wenig befremdlich, dass Musk hier ungeschoren davongekommen ist. Was meint Ihr?



10 KOMMENTARE

  1. Selbst in einem Land wie Deutschland, das ich immer für einen Rechtsstaat gehalten habe, ist der Tatbestand der Beleidigung faktisch abgeschafft. Für Renate Künast ist es zumindest hoch richterlich ergangen, dass sie Bezeichnungen wie “Drecks Fotze” als Meinungsäußerung hinzunehmen hat. Offensichtlich sind viele noch im Glauben es handle sich, solang “nur” im Internet begangen, immer maximal um Kavaliersdelikte. Online ist doch nur Spaß…….ihr Hurensöhne!

  2. ….kann mich Stevinho nur anschließen. Jemandem was derartiges an den Kopf zu werfen ist nicht in Ordnung, schon garnicht bei der zu erwartenden Reichweite. Ich hatte beim lesen der Anklage und der Urteilsberichterstattung aber das Gefühl das der Taucher auch nicht ganz unschuldig war, neben dem Vorwurf das Musk nur einen PR-Gag daraus machen will schrieb er, das sich Musk sein Uboot dahin stecken soll wo es weh tut – für jemanden der selber Kinder hat und Helfen wollte, wohl auch unerträglich.

  3. 190 Millionen Dollar? Seien wir mal ehrlich, hätte der Mann keinen Prozess angestrengt, würde schon lange kein Hahn mehr danach krähen, die Rufschädigung wäre hier gleich null. Trotzdem keine Glanzleistung von Elon Musk.

  4. Ich glaube, dass man das ganze schwer differenzieren kann.
    Zitate von Guardian:”“Just as I thought it was obvious that he did not mean to physically sodomize me with a submarine, I thought it was obvious that I didn’t mean he was a pedophile,” Musk said.”
    “He added that Musk should “stick his submarine where it hurts”

    Es ist also nicht so einfach da wahrscheinlich zu urteilen was jetzt eine Beleidigung und was ernst gemeint ist … Man muss allerdings bedenken, dass Musk eine enorme mediale Reichweite hat. Man muss dazu auch noch bedenken, dass in den USA eine Jury beteiligt ist und die Gesetze bezüglich Diffamierung schwächer sind… Als Folge dessen sehe ich die Sache auch als wenig verwunderlich, eine Schmerzensgeld-Forderung von 190 Millionen lässt auch die Frage zu wie groß der eigentliche “Schmerz” war.

    Alles in allem denke ich, dass der Taucher eine Schmerzensgeld Zahlung durchaus verdient hätte, allerdings ist halt immer die Frage wie die genaue Gesetzeslage ist und dann hat man noch Laien, die darüber urteilen… also ist es mehr ein “huh, Amis” von mir statt ein “war ja klar, dass der Reiche gewinnt”.

  5. Ich glaub jeder weiß, dass pedo guy mit das harmloseste ist was auf Twitter abgeht… warum sollte man gerade ihn bestrafen? Nur weil er bekannt ist?
    Dann müsste ja jeder auf Twitter jetzt angeklagt werden… Finde das ehrlich gesagt nicht besonders Schlimm. Lasst die Leute flamen, man muss es sich ja nicht durchlesen.

    Und jetzt psssst… Nicht das unser Heiko Maas noch mehr eskaliert mit der Internetzensur… 🙂

  6. Du findest es befremdlich, dass ein Milliardär und quasi Promi so glimpflich wegkommt ? Wo lebst du denn Steve ?

    Solange es nicht drum geht ein Exempel in Rahmen von political correctness zu statuieren, kommen Reiche doch immer gut weg am Ende.

    • Und das ist auch nicht schlimm so. Natürlich wird bei Urteilen nach dem sozialen Status und sonstigem Verhalten und Beitrag für die Gesellschaft geschaut.
      Dadurch kann man u.A. Intention und Wiederholungsgefahr abschätzen.
      Das trifft aber nicht nur auf Reiche zu. Bei jedem wird nach Motiv, Reue und Wiederholungsgefahr geschaut.
      Dieser Fall war so einfach kein Schmerzensgeld wert, in den USA wird sowas SEHR selten geahndet, da vieles nunmal von deren Verfassung geschützt wird.
      Und nicht vergessen: hier hat ein Ausländer gegen einen Amerikaner geklagt. Da ist das Gericht und eventuelle Geschworene sowieso parteiisch.

    • Mal Kopf in den Sand und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückommen. Recht unterscheidet nicht zwischen bekannt und unbekannt, reich oder arm. Entweder es ist eine Beleidigung/ Verleumdung, welche gegen die Meinungsfreiheit verstößt oder es ist mit der Meinungsfreiheit gedeckt. Böhmermann hat gegen Erdogan schlimmere Dinge, verklausuliert gesagt – und dort wars auch ok.

      Also immer mal langsam

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