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Die Franken könnten ausgedient haben – statt dessen soll die Schweizerische Nationalbank eine Digitalwährung, den eFranc, ausgeben. Zwei Wissenschaftler glauben an das baldige Ende des Papiergelds. (Via)

Finde ich total klasse. Auch ich denke, dass man das Papiergeld dringend abschaffen sollte. Ich ärgere mich jeden Tag darüber, dass ich mir das entsprechende Kleingeld für den UBahn-Automaten besorgen muss (habe mir jetzt die App geladen und löse es über Paypal) oder beim Bäcker nur mit Klimpergeld bezahlen kann. Wir haben die technischen Möglichkeiten, also warum setzt man es nicht entsprechend um?

Wahrscheinlich weil ähnlich wie bei der Fifa „alte Herren“ in den entsprechenden Machtpositionen sitzen und keinen Bock auf so „modernen Kram“ haben?



36 KOMMENTARE

  1. Kleine Anmerkung zu den „Enteignung“ und „Negativzins“ Rufern:

    Wenn ein Staat / eine Zentralbank will, dass ihr eurer Geld verliert, dann kann sie einfach die Währung abwerten. Das Geld ist dann von heute auf morgen weniger wert und zwar egal ob es auf dem Konto digital vorhanden ist oder physisch in der Sofaritze hängt. Das ganze ist sogar ganz natürlich: es nennt sich Inflation.

    Wenn man vor 30 Jahren hingegangen wäre und 100.000€ (ich weiss, damals gab es DM, aber für das Gedankenspiel ist das unerheblich) vergraben hätte, dann wären diese 100.000€ heute nur noch knapp 58500€ wert. Dies ist der Inflation geschuldet. Die Inflation kann durch Zentralbanken und Staaten gesteuert werden und ist unabhängig vom Giralgeld oder Papiergeld.

    Und wenn ihr Angst habt nicht an euer Geld zu kommen, wenn man die Banken zumacht: Wenn ein Staat dies will geht er einfach hin und erfindet eine neue Währung die die alte ersetzt, oder einfacher: Er erklärt einfach bestimmte Banknoten und Münzen für ungültig (ist z.B. in Indien geschehen) und zack – das ganze tolle Bargeld ist wertlos. Da es keinen Staat gibt, der dieser Sache einen Wert zumisst, wird die „alte“ Währung auch nicht als Ersatz- oder Nebenwährung von anderen Bürgern akzeptiert (btw: die DM kann nach wie vor zum Ausgabekurs von 1,95583 DM pro € bei der BZB umgetauscht werden).

    Falls jemand Negativzinsen erheben will: Kein Problem. Selbst wenn ganz Deutschland sein ganzes Geld von der Bank abhebt sorgt der Negativzins automatisch für einen Wertverfall (Inflation) der Währung – Giralgeld und Papiergeld verlieren gleichermaßen (auch wenn das Papiergeld einen höheren Heizwert als das Giralgeld hat 😉 ).

    Ich für meinen Teil bin sehr positiv gegenüber bargeldlosem Zahlen eingestellt: Ich zahle fast alles mit Karte – nur das was nicht geht wird bar abgewickelt. Ich würde mir aber auch eher wünschen, dass anstatt einer kompletten Abschaffung des Bargeldes lieber eine Reduktion vorgenomen wird (z.B. alle Münzen unter Nennwert 10ct abschaffen und dafür an der Kasse entsprechend runden, wie es in Schweden gemacht wird) und alle Händler verpflichtet werden auch bargeldlose Zahlungen anzunehmen. Die Kosten hierfür sind nämlich nicht wirklich höher als die des Bargeldverkehrs (eigene Erfahrung: Bargeldverkehr kostete meinen ehemaligen Arbeitgeber pro 100.000€ Umsatz ca 5% mehr als bargeldlose Zahlung – bei gleichzeitig höherer Gefahr durch Raub / Verlust).

    • Was Abwertung und Inflation angeht, ist im Grunde alles richtig, aber:

      Inflation ist ein schleichender Prozess. Er wird zum einen kaum bemerkt, zum anderen als natürlich empfunden. Und der Inflation gegenüber stehen (normalerweise) Lohnerhöhungen, sodass die Kaufkraft mehr oder weniger dieselbe bleibt.

      Und Abwertung hat ganz andere Auswirkungen: Wenn der Staat sagt „ab morgen ist Euer Geld nur noch die Hälfte wert“, was glaubst du, wieviele Fackelträger sich dann vor dem Reichstag sammeln würden?

      Was Ersatzwährungen angeht: Eine Währung ist ganz grundsätzlich abhängig vom Glauben an sie. Vom Vertrauen. Ich vertraue darauf, dass ich morgen bedrucktes Papier gegen Lebensmittel eintauschen kann. Dieses Vertrauen besteht im Grunde weltweit, insbesondere in die stabilen, großen Währungen. Bitcoins & co. genießen dieses Vertrauen nicht. Und im Gegensatz zum Euro ist kein Händler gesetzlich verpflichtet, Bitcoins anzunehmen.

      Und schließlich zur Enteignung: Bei einer Vermögensabgabe würdest du eben nur Giralgeld erfassen. Oder glaubst du, die Leute würden freiwillig 10%, 20%, 50% ihres Bargeldes auf dem Rathaus abliefern? Gäbe es nur noch Giralgeld, gäbe es keine Möglichkeit zur Flucht is Bargeld, du wärst dem Staat vollkommen ausgeliefert.

      Ich bleibe dabei: Bargeld ist Freiheit. Und auf diese Freiheit bestehe ich.

  2. Für Vater Staat geht es bei der Abschaffung von Bargeld ganz klar ums Geld.
    Um Steuergelder vor allem nicht erhaltene 😀
    Wenn jetzt jede Finanztransaktion auf dem Kontoauszug auftaucht ist es natürlich entsprechend schwieriger diese zu verschleiern.
    Ich kann mir nicht vorstellen das so manche kleine Werkstatt, Handwerker, Gastronomie Betrieb, Prostituierte Drogenhändler immer alles brav abrechnet (deshalb ja auch die Bonpflicht)
    War ja nicht so leicht zu überprüfen was der bei jedem Kunden, nach Feierabend nun wirklich gemacht hat, oder ob die 3 Flaschen Whisky wirklich runtergefallen sind oder verkauft wurden, wie viele Kunden tatsächlich drin waren, warum mir fremde Menschen Geld geben.
    Und Geldwäsche aus illegalen Geschäften aufzudecken.
    Keine 3 Gäste pro Tag im Cafe aber 5000€ Umsatz die Woche?
    Abschaffen würde ich Bargeld trotz allem nicht wollen aber die Möglichkeit bargeldlos zu zahlen sollten deutlich besser werden.

  3. Man muss ja nicht das Bargeld abschaffen (womit will man denn sonst Drogen kaufen), aber um ehrlich zu sein hatte ich seit 1 1/2 Jahren hier in Australien so gut wie kein Bargeld mehr. Im Portmonee habe ich generell keins.

  4. Kann von mir aus kommen, zahle eh alles mit Apple Pay/Watch und etwas zu verbergen hab ich auch nicht. Mehr als 10k bares kann man mir eh nicht wegnehmen, der Rest in sicher in Gold, Bitcoin, Immobilien und Aktien investiert. Kommen wird es früher oder später sowieso. Besonders wenn China vorlegt. Warum sich über etwas aufregen was man nicht verhindern kann. Dann lieber die Zeit nutzen um sich über Möglichkeiten zu informieren.

  5. Solange es noch geht hängen viele Leute dran. Meine Mutter hat tatsächlich mit Corona ihre erste EC-Karte beantragt 😀

    Von mir aus könnte es auch weg.

  6. Kenne es nur von meinem Bruder und einigen Bekannten, die trotz jungem Alter (keine Boomer ;D), sogar Angst vor kontaktlosem Zahlen haben.
    Und wenn du dir die Statistik anschaust, sind wir Deutschen einfach sehr Bargeldbesessen. Mir geht’s wie dir: Von meiner Seite aus, könnte man das so stark digitalisieren, wie nur geht. Allerdings liegt es wohl eher an den „Bossen da oben, in Fifa-Manier“, sondern einfach, weil in Deutschland allein schon das kontaktlose Zahlen nicht angenommen wird.

  7. Kein Bargeld mehr, heißt totale Kontrolle über die Finanzen und Überwachung was du damit machst.

    Kontoführung Gebühren von 200€ im Monat? Kein Problem du MUSS ein Konto haben um Geld zu haben.
    Der Staat will seine Schulden los bekommen? Kein Problem man nimmt einfach 10%, 25% oder mehr von dein Konto weg, weil abheben kannst du es nicht. Nennen wir es Sondersteuer.

    Du hast eine andere Meinung, eine die den Staat oder einer Bank nicht gefällt? Dann gibt es kein Konto für dich und somit hast du auch kein Geld mehr. Lebe mit nix.

    usw. usw. man könnte es endlos machen, was dann alles für den der die Kontrolle über dein Geld hat, alles möglich ist.

    Solange es Bargeld gibt, kann man es jeder Zeit abheben und macht dies eingriffe unmöglich.

    • Man sollte also nicht immer nur auf die Vorteil, sehen sondern auch mal über die Nachteil nachdenken.
      Gerade im bereich Bargeld abschaffen sind diese extrem. Wer garantiert einen, dass das neue Geldsystem so sicher ist wie Bargeld? Es gibt auch keine Garantie für den Frieden.
      ___
      Ich selber zahlen auch fast nur noch mit Kreditkarte oder mal mit der EC Karte aber Bargeld deswegen abschaffen, kommt mir sicher nicht in Gedanken.
      ___
      Was man abschaffen kann, sind die 1, 2 und 5 Cent Stücke.

  8. Bargeld hat allein durch die Anonymität große Vorteile, die man nicht unterschätzen sollte.

    Auf der anderen Seite ist dieses rückwärts gewandte Denken, dass mit Karte zahlen etwas modernes sei, auch wirklich lästig.

    Hierzu zwei Beispiele:

    Letztes Jahr war ich mit einem Kumpel im Urlaub in Krakau. Da konnte man an der allerletzten Snack-Bude im hintersten Stadtviertel noch mit Karte zahlen. In Deutschland unvorstellbar.

    Dazu war ich heute in meinem Heimatdorf bei Stuttgart in einem Supermarkt einkaufen. Ich habe lediglich eine Wasser-Flasche für 44ct gekauft. Als ich meinte, ich wolle diese mit Karte bezahlen, fuhr die Verkäuferin mich an: „44ct mit Karte, meine Herren, ist das ihr Ernst?“. Es ist doch meine Sache, wie ich meine Ware bezahlen möchte. Und wenn Kartenzahlung angeboten wird, kann ich diese auch nutzen.

  9. Ich finde nicht, dass Bargeld abgeschafft werden sollte. Was aber dringend umgesetzt werden muss, ist eine Pflicht, dass man alles in Deutschland auch ohne bezahlen kann – ausnahmslos. Quasi best of both worlds. Barfanatiker haben ihr Bargeld noch und man kann überall auch mit Karte zahlen.

  10. Ich selbst besitze immer einen „Notfall 50er“ im Portemonnaie den ich nur anbrecht wenn es WIRKLICH nötig ist bar zu zahlen. 95% der Zahlungen tätige ich inzw über applepay.

    Gefühlt ist die Welt aber noch nicht bereit für eine komplette Abschaffung des Bargeldes… spannend ist das Thema aber aufjedenfall

  11. Bargeld ist Freiheit. Die folgenden Ausführungen sind eine Dystopie, ein Worst Case Szenario. Ich unterstelle dies weder der schweizerischen noch unserer noch irgendeiner anderen Regierung, vielleicht Nordkorea! Dennoch sage ich: Wehret den Anfängen.

    Wenn es nur noch Giralgeld gibt, sind wir vollkommen von den Banken abhängig. Und vom Staat, der die Banken kontrolliert. Jede Transaktion kann nachvollzogen werden.

    Herr Krömer, Sie haben sich schon zum dritten Mal diesen Monat Fastfood gekauft. Vielleicht sollte Ihre Krankenkasse mal das Patientenrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen neu bewerten. Und das war jetzt der zweite Kasten Bier, vielleicht sollten wir mal Ihre Fahreignung hinterfragen. Ach das war für ein Gartenfest? Mit wem haben Sie sich da konspirativ getroffen? Oh, dieser Nazi Kinki ist an diesem Tag in Hamburg gelandet, war der auch dabei? Dann sollte Sie der Verfassungsschutz mal genauer unter die Lupe nehmen. Was sehen wir hier? Sie haben mal einen Katzenkrimi von Akif Pirincci erworben? Wissen Sie nicht, dass der auf der schwarzen Liste steht? Können wir eigentlich sicher sein, dass Sie Ihr Kind ordentlich erziehen? Oder müssen wir es vielleicht doch in staatliche Erziehung geben? Überhaupt, jetzt sperren wir Ihnen einfach mal Ihr Guthaben für einen Monat. So eine Fastenkur unter der Brücke pustet jedes Hirn wieder auf politische Linie, danach werden Sie für jeden Cent dankbar sein, den Ihnen der Staat lässt.

    Und so weiter …

    Einfachere Beispiele, realitätsnäher: Wie bezahlt ihr euer Dope fürs Wochenende? Wie bezahlt ihr die Packung Kippen, von denen die Eltern nichts wissen sollten? Wie bezahlt ihr die Kinokarte für Euch und Eure Freundin, wenn ihr doch eigentlich im Geigenunterricht sitzen solltet?

    Oder denkt mal an den Zinsverlauf die letzten Jahre: Wir stehen an der Schwelle zum Negativzins. Was hindert die EZB daran? Derzeit nur die Möglichkeit, dass wir Bargeld unters Kopfkissen oder in den Safe legen können. Die Frage, wieviel Negativzins der Staat durchdrücken kann, beantwortet sich damit, wieviel die sichere Aufbewahrung von Bargeld kostet. Warum sollen die großen Banknoten abgeschafft werden? Weil ich 10 Millionen in 500 €-Scheinen in einem Safe aufbewahren kann. In 50 €-Scheinen brauche ich schon 10 Safes. Merkt ihr, wo das hinführt? Negativzins ist reine Enteignung, und ohne Bargeld gibt es keinerlei Schutz vor 5%, 10% oder 50% Negativzins p. a.

    Nichts gegen die Bequemlichkeit der Plastikkarte. Aber lieber verzichte ich auf Banken und Kreditkarten als auf Bargeld.

    • Kommt selten vor aber ich stimme kinki da zu 100% zu. Man muss auch nichtmal mit 1984 argumentieren, wenn man schon Chinas Social Credit System als reales Abschreckungsszenario hat. Den beiden Organisationsstrukturen, die nachweislich am schlechtesten mit diesen Daten und dieser Art von Macht umgangen sind und umgehen werden (Regierungen und Banken), kann man einfach nicht so viel Verantwortung zugestehen. Allein das jüngste Beispiel mit dem Abuse der Corona Restaurantlisten durch die Polizei, sagt doch schon alles.
      Und selbst die hartnäckigsten „ich hab doch nichts zu verbergen“ Wirrköpfe können halt auch nicht in die Zukunft sehen. Was ist, wenn das Bargeld wirklich heute ohne Hintergedanken und in „good faith“ abgeschafft wird, aber morgen eine faschistische Regierung ähnlich Polen oder Ungarn an die Macht kommt und diese Machtoption abused, um politischen Widerstand zu unterbinden? Ich mein, Himmel nochmal, im EU Mitgliedsland Polen werden LGBTQ-freie Zonen eingeführt. Was ist, wenn Sachen wie politische Einstellung oder eigene Sexualität plötzlich zu den Sachen zählen, die man verbergen muss?

      • Zwei Gedanken:

        a) die Ersatzwährungen sind hochgradig volatil und eignen sich deshalb nicht zur Geldaufbewahrung.

        b) wenn ich für die Ersatzwährungen dieselben (elektronischen) Voraussetzungen habe, wofür brauche ich dann noch den Euro, der dank Negativzins eh nur zerrinnt? Hieße das Ende des Euros.

        Übrigens gilt Punkt b auch ähnlich für jede Ersatzpapierwährung: Wenn wir zum Beispiel vor dem Negativzins ins Pfund flüchten würden bzw. könnten, würde der Euro ins Bodenlose fallen. Das gabs doch damals auch in der DDR: Die Deutsche Mark war inoffizielle aber harte Zweitwährung, während die Blechmark immer schwächer wurde.

        Daraus kann man ganz allgemein folgern: Wenn es keinen Papierfranken mehr gibt, wird sich eine Ersatzwährung etablieren, vermutlich der Euro. Egal ob Negativzins oder nicht: Negativzins würde diesen Prozess nur beschleunigen, und die Giralwährung würde immer schwächer werden. Das gilt auch für einen Giraleuro, solange es Pfund, Franken oder Dollar gibt.

        Ganz allgemein: Eine Giralwährung funktioniert nur, wenn es keine halbwegs stabile Schattenwährung gibt. Im Grunde müsste also die gesamte Welt das Bargeld abschaffen.

        Oder andersrum: Ein Staat, der im Alleingang das Bargeld verbietet, müsste gleichzeitig auch den Besitz von ausländischem Bargeld unter Strafe stellen. Und spätestens dann wird die Bevölkerung meutern.

        • Volatilität stimmt schon, aber das ist ja nur eine Momentaufnahme, weil täglich nur 100 Mrd. USD umgeschlagen werden. Es geht ja um die Fundamentals und die sind alle da. Staatenlos, Centgenau abrechenbar, Easy zu transportieren, das sicherste der Welt, genaue Einsicht über Inflation usw. Und der EUR/USD Kurs hatte auch eine Schwankung von 12% seit März.
          Ich gehe davon aus, dass es später Kontoapps gibt, wo man easy per Knopfdruck zwischen EUR, USD, CHF, Aktien, Kryptos usw. zum aktuellen Kurs exchangen kann. In Bitcoin wird man sein Geld lagern und wenn man EUR, USD etc. braucht, exchanged man kurz um. Demnach ja zu Bitcoin, ja zu digitalem Geld. Was der Staat machen könnte etc. interessiert mich erstmal nicht, da die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert zu gering ist.

          • Um in Kinkis Richtung zu bleiben: Das 16-jährige Pärchen, welches nicht will, dass ihre Eltern von ihrem Sexleben erfahren, kauft sich dann also Kondome an der Tanke mit Bitcoins oder Telekom-Aktien?

    • Mal abgesehen von allen Datenschutz & Traceability problemen, die für jemanden der vom Fach ist auf der Hand liegen – gibt es noch einen weiteren großen Punkt:

      Banken versuchen seit Jahren das Bargeld loszuwerden (s. Amerika). Denn, etwas – was der Mensch physikalisch in der Hand hält tut weh loszuwerden. Einen 50€ schein auszugeben, tut mehr weh als 50€ vom Konto abzuheben. Das findige Leser wird jetzt den Vergleich zu „Microtransactions“ ziehen und sagen: Wer so blöd ist, tus halt einfach nicht. Fest steht, der Mensch hat weniger schmerzen virtuelle Summen auszugeben als physikalische Scheine. Das wiederrum freut Banken und vorallem Kreditkarten Anbieter sehr. Mal schnell ne EC ohne Pin für 20€ drüber ziehen? oder 2x? Tut einfach nicht so weh. Mehr Überziehungen entsprechen mehr $$. Es gibt eine klare Korrelation von Überziehung und Ländern mit hohem Anteil an eleketronischen Bezahlvorgängen.

      Die vermehrte Bargeldlose Zahlung schadet am Ende den Verbraucher doppelt. Datenschutzmäßig und Finanziell.

    • Ich teile kinki’s Meinung wirklich selten, aber hier stimme ich voll mit ihm überein.

      Auch, wenn ich selbst 95% meiner Zahlungen digital abwickle, möchte ich dennoch die Option, anonym zu bezahlen, nicht missen. Da ist mir das Potential auf totale Überwachung zu groß.

  12. Steve, was du wirklich willst ist das man überall bargeldlos zahlen kann und du kein „Klimpergeld“ mit dir rumschleppen musst. das ist aber nicht das Gleiche wie Bargeld abschaffen. Es kann doch beides co-existieren. Es gibt halt auch ältere Leute die mit modernen Bezahlsystemen über Smartphone etc. nicht klar kommen und vielleicht ist es für manche auch schon zu umständlich sich die PIN für die EC-Karte merken zu müssen. Und davon abgesehen gibt es ja auch noch Fälle wo man unbedingt anonym bezahlen möchte. Oder wie erklärst du deiner Frau den Besuch im XXX Nachtclub ?
    Dann kommt noch dazu das Bargeld auch dann funktioniert wenn das EC-Lesegerät ausgefallen ist.
    Und nochwas: Ein Arbeitskollege kauft für die ganze Abteilung Mittagessen ein. Wie willst du deinen Anteil bezahlen wenn nicht mit Bargeld ?? (EC-Lesegerät hat er sicher nicht und Überweisung ist ja dann doch ziemlich umständlich)
    Aber zurück zum Anfang: Wenn man denn wenigstens bei jedem Bäcker, Metzger, etc. und überall Bargeldlos bezahlen könnte wäre das schonmal ein sehr guter Anfang.

  13. Die „alten Herren“ sitzen in diesem Fall nicht in der Politik, sondern an bzw. eher vor der Kasse. „Wir Deutschen“ lieben unser Bargeld einfach, glaub sogar von allen Europäern am allermeisten. Die Aktion „Bargeldlos“ bzw. „kein Kupfergeld“ wurde ja in einigen Städten probiert, ist überall krachend gescheitert.
    Man muss vllt. schauen, ob Corona da was bewegt hat, da der Anteil der Kartennutzer natürlich durch die Decke gegangen ist. Aber bislang war es einfach nicht „Volkswille“, Bar- bzw. Kleingeld abzuschaffen.

  14. Klar, Bargeld abschaffen, dann sind wir komplett auf Banken, Staat und Co angewiesen.

    Im März, als Corona Publik wurde, ging jeder zur Bank um daheim etwas Kohle zu horten.
    Die Banken könnten jetzt easy den Geldhahn zudrehen und man würde an sein eigenes „Geld“ nicht rankommen.

    Wer ein bisschen mit Volkswirtschaft zu tun hat weiß, dass die „Digitalisierung“ von Geld für den Privatmann nur negative Punkte mit sich zieht. (wenn man mal die Bequemlichkeit wegdenkt, der Mensch von heute möchte ja eh immer weniger tun, als verlangt wird.)
    Abgesehen davon scheint das Thema „Datenschutz“ gerade durch Corona je eh uninteressant zu sein, man gibt mittlerweile ja schon ohne nachzudenken seine persönliche Daten in jeder Kneipe ab, die dann im Raum noch herumgereicht werden….

  15. Bargeld ist halt auch gelebter Datenschutz(deine Bankkonten sind mit deiner Idnr verknüpft) und wenn wirklich alles Digital wird, dann kann die EZB auch mal für alle einen Strafzins durchdrücken. Ist vielleicht derzeit nur eine Verschwörungstheorie aber erst durch die Abschaffung des Bargeldes wird so etwas möglich.

    Auf der anderen Seite gräbt man halt der Schattenwirtschaft den Geldhahn zu, wirklich alles wird verfolgbar. Kriminelle Geschäfte werden schwerer zu tätigen sein. Hat alles seine Vor und Nachteile.

    P.S.
    Ich bezahle inzwischen auch lieber Kontaktlos aber es ist beruhigend, dass ich Bargeld für den Notfall dabei habe (z.B. das Bezahlsystem geht nicht – habe ich bei Netto schon erlebt).

    • Bei Bargeld ist es inzwischen ja auch schon schwierig, weil jeder größere Betrag gemeldet werden muss, für Privatsphäre benutze ich dann lieber Crypto. Find digitale Währung auch praktisch, aber es bringt uns wieder einen Schritt näher an den totalen Überwachungsstaat.

  16. Naja für diejenigen die auf der Straße leben müssen und nur durch die ein oder andere Spende über die Runde kommen, wäre das eine Katastrophe.

    • In der Schweiz gibt es dann die Grundversorgung in Form eines Kartenlesegerätes, eines Girokontos und einer entsprechenden Giro-Karte für jeden Obdachlosen…

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