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New regulations announced by the Chinese government will limit minors there to just three hours of online gaming per week. The new rules, meant to combat ‘gaming addiction’ among minors, restrict anyone under the age of 18 to one hour of gaming per evening on Fridays, Saturdays, and Sundays. (via)

Im Verlauf des heutigen Tages hat die chinesische NPPA (National Press and Publication Administration) neue Regulierungen dafür angekündigt, wie viel Zeit die Jugendlichen in Zukunft mit dem Spielen von Computerspielen im Internet verbringen dürfen. Während die aktuellen Gesetze des Landes ca. 90 Minuten pro Tag und 3 Stunden an Feiertagen erlauben, so soll das Ganze bald noch stärker verschärft werden. In Zukunft sind Spieler unter 18 Jahren dann nämlich auf nur noch 1 Stunde erlaubter Spielzeit im Internet am Freitag, Samstag und Sonntag beschränkt (+ Feiertage). Diese Stunde finden dann immer zwischen 08:00 und 09:00 Uhr am Abend statt, weshalb die Spieler sich ihre Online-Zeiten noch nicht einmal aussuchen dürfen.

Als Grund für diese scheinbar bereits ab dem 01. September 2021 geltenden neuen Regeln wurde der Kampf gegen die Gaming-Sucht bei Jugendlichen genannt. Die Regierung fährt in dieser Sache aktuell einen ziemlichen harten Kurs, der sich teilweise auch bereits negativ auf chinesische Firmen ausgewirkt hat. Ansonsten geht die Regierung davon aus, dass Unternehmen wie beispielsweise Tencent oder NetEase Games die Kontrolle ihrer Spieler selbst übernehmen. Dafür gibt es schon jetzt eine Klarnamenpflicht bei den verwendeten Accounts und eine automatische Deaktivierung des Accounts nach Ablauf der erlaubten Spielzeit. Natürlich kann das Ganze nicht regulieren, wie viel Zeit die Spieler mit Offline-Games etc. verbringen. Diese Option steht den Jugendlichen natürlich auch außerhalb der Zeiten zur Verfügung.

Für die meisten Menschen außerhalb von China wären solche extremen Gesetze einfach undenkbar. Niemand erwartet in Europa oder Nordamerika, dass die Regierung ein Limit dafür einführt, wie viel Zeit man als Jugendlicher mit dem Online-Gaming verbringen darf. In China sind solche Gesetze allerdings ganz normal und die Regierung dort kann solche Limits auch ohne größere Schwierigkeiten umsetzen. Wenn die Firmen nicht den Anweisungen folgen, dann hat das sofort enorm negative Auswirkungen für sie und ihren Umsatz.


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18 KOMMENTARE

  1. Ich hab nur eine Übersetzung auf Reddit gelesen, deshalb steinigt mich nicht, falls ich hier irre. Ich spreche kein Mandarin also muss ich das für bare Münze nehmen.
    Neben der zeitlichen Beschränkung gibt es aber außerdem eine monetäre Begrenzung, also wie viel Geld man maximal in einem online Spiel ausgeben kann.
    „No top-up for children under 7
    50 rmb (7 dollars) cap for each top-up and 200 rmb (30 dollars) monthly cap for 8-15
    100 rmb (15 dollars) cap for each top-up and 400 rmb (60 dollars) monthly cap for 16-17“

    Das betrifft zu einem guten Teil die in China populären gacha-Games. Enclase ist ja in letzter Zeit in Genshin unterwegs, also der kennt die Thematik. Vielleicht könnt ihr im nächsten Herrenspielzimmer ja mal ein zwei Sätze darüber schnacken.

  2. Als nächstes spielen die Kids dann über die Accounts der Eltern. Anschließend gibts ne webcampflicht wo dann überprüft wird, ob auch der da sitzt, dem der Account gehört.

  3. Ist schon amüsant sich vorstellen, dass jetzt die jungen Erwachsenen in China in ein paar Jahren einfach alles die größten GigaChads werden, weil die Dr. Pfeiffer Methoden endlich mal rigoros umgesetzt werden. Schön das sogar mein reaktionärer Onkel Dieter die Gedankenarbeit von Gesetzen, die für hunderte Millionen junge Menschen gelten, hätte leisten können.
    Aber um etwas ernster zu sein, kann ich mir vorstellen, dass auch viel Aktionismus bzw. Grand Standing seitens der Kommunistischen Partei Chinas ist, am Ende sind junge Leute halt auf eine andere Weise nicht konform mit diesen Unmenschen, oder die VPN Dienste erleben Hochkonjunktur, falls das eine hinzureichende Maßnahme ist.

      • Wie erwähnt, mir fällt es schwer da eine belastbare Aussage zu treffen, weil für mich gute Information über China zu bekommen, garnicht so einfach ist, da in letzten Jahren auch die meisten „Ausländer“ massiv diskriminiert und kleingemacht wurden in China. Ob VPN für Menschen in China, die falls sie erwischt werden, auch wirklich mit permanenten Konsequenzen zu rechnen haben, weil sie wie Ausländer nicht einfach abgeschoben werden, sondern sanktioniert, eine legitime Option sind, kann ich deswegen nicht sagen.

        Nur das VPN natürlich extrem verbreitet und populär waren in China, als diese noch einen freien Zugriff zum Internet gewährt haben.

  4. Eines muss man den Chinesen lassen: ihr autoritäres System funktioniert. Ich schätze, dass die chinesische Kultur die Bevölkerung sehr „leidensfähig“ macht, dort schreit auch niemand nach Arbeitsschutz, Mindesturlaub und ähnlichem.

    Ich möchte zwar nicht mit den Chinesen tauschen, aber wir müssen uns darüber im klaren sein, dass wir mit unserem freiheitlichen System im globalen Wettbewerb gegen ein Land voller Borg-Drohnen antreten. Wie sollen wir da langfristig bestehen?

    • Ach du, es gibt viele vernünftige Gründe ein bisschen den Kopf fallen zu lassen in der heutigen Welt, aber die ach so alternativlose, potentielle Dominanz der CCP (Chinese Communist Party) gehört meiner Meinung nicht zu diesen Gründen.
      Falls du das wirklich denkst, würde ich sagen, dass es durchaus Teil von Chinas Propaganda ist, nur ihre Erfolge vorzuzeigen und so zu tuen, als ob wie du sagst, alles perfekt funktionieren und produktiv sein.
      China ist in seiner derzeitigen Form eine Autokratie, eine Diktatur! Millionen junger Chinesen nehmen bewusst nicht mehr an der Zivilgesellschaft teil, weil diese völlig unmenschlich ist (Lying Flat Movement), die die es können, nehmen ihr Können und ihren Besitz ins Ausland und emigrieren (Brain Drain), die Wirtschaft wird durch Überschuldung, Währungsmanipulation und Finanzblasen schöngerechnet, der Schwarzmarkt und Kriminalität sind massiv vertreten und gleichzeitig schluckt der Überwachungsstaat Unmengen an Geld, Arbeitskraft und Resourcen.

      Natürlich verkauft sich so ein autoritäres System gut, wenn es viel direktere und intesivere Maßnahmen ergreifen, die man sich vielleicht auch in dieser Form im Westen wünschen würde (Einschränkung von Großfirmen und Infrastruktur Projekte), aber dabei wird ausblendet das für jede konstruktive, dynamische Maßnahme, es drei Maßnahmen gab, die Menschen versklaven, die Umwelt vernichten und unermeßliches Leid verursachen.

      Die Zukunft wird es zeigen, aber China ist immer noch ein Land was extremen Spannungen, Konflikten und Herausforderungen ausgesetzt ist, und es hat auch nicht die Möglichkeit als Binnen-Marktwirtschaft seinen Wohlstand zu sichern, denn dafür ist die Wirtschaft Chinas viel zu stark davon abhängig für den Amerikanisch/Europäischen Markt zu produzieren.

      • Du vergisst das China nicht dumm ist.
        Sie haben Weltweit ihr Kapital verteilt und haben überall Firmenanteile, Immoblien und Währungen gekauft. Nicht für ein paar Millionen sondern für viele Milliarden.
        Der Fehler wurde vor 20-30 Jahren gemacht. Ausbaden werden es noch unsere Enkel.

        Und nein, falls du darauf setzen solltest das es einen Chinesischen Frühling geben wird (oder so) liegst du leider falsch. Viele Chinesen glauben an ihr Land und stehen hinter der Regierung. Das ist nicht vergleichbar mit den Arabischen Ländern.

      • Die Geschichte wird es zeigen.
        Wir haben in Europa auch schon die Leute faktisch versklavt, so dass sie 12-16 Stunden an 6 Tagen die Woche ackern mussten nur um zu leben.

        Alleine wenn man mal Marx liest wird einem das immer mal wieder schmerzlich bewusst. Neu sind im Endeffekt nur die neuen technischen Überwachungsmaßnahmen, bei denen man schauen muss, ob man die Leute wirklich zu 100% überwachen kann.

        Ich bin gespannt, wann hier unsere „Demokraten“ uns Takt für Takt vorschreiben, wie wir unsere „Freiheit“ zu genießen haben.

      • Ich finde schon, dass das alles ein Grund zu Sorge, da der Westen sich über Jahrzehnte stark abhängig gemacht hat von China bzw. dem asiatischen Raum.

        Jetzt brauchen die aber für sich selbst massiv Ressourcen und wir im Westen schauen blöd in die Runde, weil die ihren Kram inzwischen eher mal für sich behalten als uns günstig zu verkaufen und die sogar bei uns noch ordentlich einkaufen.

        Hast du mal versucht ein Fahrrad zu bekommen in letzter Zeit ? Ich meine keins von der Stange, sondern schon ein spezielles was vielleicht etwas größer sein muss oder so ?

        Hast du mal Holz gebraucht in letzter Zeit ? Oder auch X beliebige andere Baustoffe ?

        Wir werden in den nächsten Jahren noch sehr teuer dafür bezahlen, dass wir uns so massivst abhängig gemacht haben.

        Wenn wir dann noch eine grüne Regierungsbeteiligung bekommen sollten, kannst du schonmal beten, dass deine Gewerkschaft in der nächsten Tarifverhandlung mal 10-20% Lohnerhöhung rausholt oder du eben selbst, wenn du keine hast.

    • Machen wir jetzt schon seit ein paar Jahrzehnten ziemlich erfolgreich. Autoritäre Systeme sind freiheitlichen Demokratien am Ende immer unterlegen.

      • Glaube ich nicht. Ich bin geschäftlich ab und an mal in China gewesen in meinem letzten Job und habe dort auch ein paar Freunde / Bekannte.

        Die meisten Menschen dort stehen zu 100% hinter der Regierung und dem allem. Das ist nicht nur Propaganda, die finden das wirklich zum großen Teil alles richtig toll und gut so.

    • Das sehe ich auch so.
      Wenn ich dazu noch sehe, wie bei uns der aktuelle Zustand ist, (heute früh erst wieder ein haarsträubender Bericht über die Ausbildungssituation und DE gesehen), dann kannst den Laden bald zumachen.

      @Rhonin25 solche Effekte mag es geben, aber das ist doch marginal was da abwandert usw.

    • Ja klar. Die Arbeiterdrohnen werden uns in kreativer Arbeit den Rang ablaufen.
      Wie soll denn bitte jemand dem nicht mal zugetraut wird zu bestimmen wie lange er zocken will uns in Innovationen langfristig voraus sein?

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