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In dieser Woche wurde auf Disney+ die erste Episode der neuen Live-Action-Serie She-Hulk: Die Anwältin veröffentlicht. Diese ebenfalls im MCU angesiedelte Serie wurde im Vorfeld ziemlich von einigen Elementen der „Fangemeinde“ zerrissen. Als Gründe dafür wurden die miese CGI aus den Trailern, die für diese Menschen schlechten Witze, die Hauptdarstellerin und einige andere Gründe angegeben. Da diese Meinungen aber nur auf Trailern basierten und solche Video oft nicht die eigentliche Show beschreiben, ist es meiner Meinung nach angebracht ein wenig über die wirkliche erste Episode der Serie zu sprechen.

Wenn ich der Show eine Wertung nur für die erste Episode geben müsste, dann würde das Ganze vermutlich auf eine großzügige 5/10 hinauslaufen. Ich mag einige Elemente der Serie wirklich sehr und ich freue mich darüber, wie viele mögliche zukünftige Handlungsstränge bereits in dieser ersten Folge angedeutet werden. Gleichzeitig beinhaltet die Serie aber eine Reihe von wirklich dummen Entscheidungen und nervigen Elementen, die das Ganze für mich einfach runterziehen und mir den Spaß rauben.

Positiv hervorheben in Folge 1 kann ich den Humor und die Energie der Show. Es ist eine reine Komödie oder Sitcom und diese Einstufung merkt man in jeder Sekunde. Was für Dinge ein Mensch lustig findet, ist natürlich reine Geschmackssache. Wer den Humor der Serie zu keinem Zeitpunkt lustig findet, der endet vermutlich bei einer deutlich niedrigeren Wertung. In dem Fall sollte man zukünftigen Folgen vermutlich fernbleiben. Des Weiteren mag ich einfach Mark Ruffalo, seine Version von Hulk und einige neue Häppchen an Informationen. Der letzte Pluspunkt sind vermutlich die vielen Easter Eggs in der Show. Ich persönlich bin einfach ein Fan von solchen Dingen und die Serie scheint vollgestopft damit zu sein. Für manche Zuschauer könnte es aber zu viele Easer Eggs geben.

Ein Mittelding zwischen Gut und Schlecht ist die Optik der Show. Einige Momente sehen ganz gut und deutlich besser als in dem Trailer aus. Positiv hervorheben kann man an dieser Stelle die Sets und alle Elemente, die wirklich echt waren. Die CGI schwankt allerdings zwischen in Ordnung für TV und „wirklich grauenhaft“. Besonders in der letzten Kampfszene der Serie sieht man recht deutlich, wie mies die Bewegungen von zwei auf diese Weise erstellten Figuren aussehen können. An dieser Stelle merkt man als Fan einfach wieder, dass Marvel ihren VFX-Künstler viel zu mies behandelt. Ansonsten würde die Qualität der Effekte nicht so enorm stark wechseln.

Die größte Schwäche der ersten Folge ist für mich aber  eindeutig die von Tatiana Maslany verkörperte Jennifer Walters/She-Hulk. Es fällt mir einfach extrem schwer, diese Figur in dieser Form zu mögen. Sie erscheint meiner Meinung nach einfach viel zu arrogant, eingebildet und egoistisch. She-Hulk sollte eine sehr selbstbewusste Persönlichkeit besitzen, die sich nach der Verwandlung noch verstärkt. Allerdings treibt die Serie das Ganze in eine eher negative Richtung, die mir so gar nicht gefällt. Es wirkt ein wenig so wie die verdrehte Vorstellung eines Menschen davon, wie eine selbstbewusste starke Frau oder auch nur Person auftreten sollte.

Die Folge erweckt viel zu oft den Eindruck davon, als würde She-Hulk alles besser wissen und selbst ohne die Hilfe von Bruce Banner mit ihren Problemen zurechtkommen. Dieser Umstand entspricht zwar der Vorlage in einer gewissen Weise, aber die Serienversion wirkt dabei einfach nur unhöflich und teilweise schon gemein gegenüber Bruce. Ich weiß nicht, was für eine Absicht die Macher damit verfolgt haben, aber es passt so gar nicht zu der Figur. Zusätzlich dazu ist es irgendwie traurig, dass der Charakter in der Serie kein Interesse daran hat dem Ruf nach Heldentum zu folgen und lieber den egoistischen Weg für ihr Privatleben verfolgt. Die Comic-Vorlage von She-Huk verbindet beide Aspekte auf eine glaubhafte Weise.

Die Serienmacher haben wohl versucht den Humor der Serie zu verstärken, in dem sie She-Hulk einige sonderbare Eigenschaften gegeben haben. Sie bricht die Fourth Wall und spricht mit den Zuschauern, sie isst Cheetos mit Stäbchen und sie ist scheinbar besessen von der Frage danach, ob Captain America als Jungfrau gestorben ist. Das Brechen der Fourth Wall ist ein Element der Comics, welches in der ersten Episode der Show extrem sonderbar umgesetzt wurde. Es wirkt einfach nur fehl am Platz und es ist nicht wirklich klar, ob andere Charaktere mitbekommen, wie She-Hulk mit sich selbst spricht. Die Sache rund um Cap ist meiner Meinung nach einfach nur extrem albern. Auch, wenn ich gegen Ende der Folge dadurch tatsächlich einmal lachen musste und dieser Humor vielleicht sogar einigen Leuten gefallen könnte.

Vielleicht wollen die Serienmacher mit einem etwas unliebsamen Charakter starten, der sich von dieser miesen Position aus entwickelt und am Ende der Show deutlich besser dasteht. Diese Option wird aktuell zwar nicht angedeutet, aber sie ist vorhanden. Dieser Schritt wäre für mich die einige gute Erklärung dafür, warum der Charakter auf so eine problematische Weise startet. Ansonsten schreibe ich die Show noch nicht komplett ab und ich werde das Ganze mindestens bis Episode 3 verfolgen. Vielleicht können viele Gast-Stars und andere Begebenheiten zumindest die Story retten. Ich sehe ein gewisses Potenzial in den etablierten Charakteren und der Welt. Meine Erwartungen liegen aktuell aber weiterhin bei 5/10. Wenn man die Hauptfigur nicht irgendwie rettet, dann könnte die Einschätzung auch noch weiter auf 4/10 oder 3/10 sinken.

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5 KOMMENTARE

  1. Ne Bewertung nach der ersten Folge, welche erstmal damit beschäftigt war zu erklären, warum sie ist wer sie ist… Warum wartet man mit sowas nicht, bis zumindest zwei oder drei Folgen draußen sind? Du bewertest ein Spiel ja auch nicht nur am Tutorial!

  2. Das Marketing hat mir die Serie als Ally McBeal mit Superhelden verkauft.
    Wo war da Ally Mcbeal? Die war witzig wortgewandt und man mochte sie einfach. Plus absurde Gerichtsszenen.
    Der Humor war flach und öde. Sehr enttäuschend.
    Aber so is halt Phase 4. Nix als heisse Luft.

  3. Das ist aber eine seeehr persönliche Meinung. Ich fand die Folge nämlich extrem stark – vor allem wegen der Hauptfigur. Sie ist unglaublich sympathisch. Ich kann gar nicht verstehen, warum du sie als arrogant wahrnimmst. Es ist ja so, dass Bruce übervorsichtig ist. SIe hat ja zu 95% der Zeit recht mit dem was sie sagt 😀
    Und auch die Besetzung der Hauptfigur ist klasse. Ich kannte die Frau vorher nicht. Absolute Weltklasse, was sie in der Folge liefert.

    • Über Geschmack kann man sich ja bekanntlich nicht streiten, aber die Serie war eine Katastrophe. Natürlich passt sie in das „Woke“ Zeitgeschehen. Neunmal kluge Frauen, die Männer kritisieren, wo es nur geht. Flache witzchen, die einem noch nicht einmal ein Schmunzeln entlocken. Die intentionalen Kritiken sind auch eindeutig, die bekannte Presse versucht Disneys Baby zu puschen. Alle unabhängigen zerreißen die Show. Das MCU schafft sich ab, mehr kann man da wohl nicht sagen.

      • Seh ich ähnlich, der „Humor“ ist doch sehr schwach. Kam in der ganzen Folge auf einen halben Schmunzler. Basiert doch alles sehr darauf das Männer blöd sind und frauen super toll. Trotzdem konnte man sich es ganz gut anschauen. 5/10 ist denk ne gute Wertung.
        Hab aber kein gutes Gefühl und denke die Serie wird am Ende Overall noch darunter liegen.

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