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Am 31. Oktober 2010 startete in den USA auf AMC eine Serienadaption des von Robert Kirkman verfassten Comics The Walking Dead. Die Pilot-Episode der Serie gehört vielleicht zu den eindrucksvollsten Serienstarts aller Zeiten. Diese Folge beginnt in einer wirklich interessanten Situation, die die Zuschauer nur mit einem Hauptcharakter und einer tot wirkenden Welt konfrontiert. Dieser Einstieg ist vielleicht die beste Folge der gesamten Serie.

Seit der ersten Ausstrahlung des Pilots sind mittlerweile mehr als 12 Jahre vergangenen und die Serie hat eine Reihe von Staffeln erhalten. Mit diesem Staffeln wurde viele Änderungen und Anpassungen an der Geschichte und dem Cast der Schauspieler durchgeführt. Das Ganze endete am vergangenen Wochenende mit der letzten Folge der elften Staffel, die auch gleichzeitig das Finale der gesamten Show darstellte. Da der Start der Serie so enorm gut war, möchte ich hier kurz meinen Eindruck von dem Finale vermitteln.

In den letzten Jahren hat mich The Walking Dead eher wenig interessiert. Irgendwann hat sich die Show von der Comic-Vorlage distanziert und die Story schlug eine Richtung ein, die mir so gar nicht gefallen hat. Trotzdem bin ich für die finale Staffel noch einmal zurückgekehrt, weil ich gehofft habe, dass man zumindest das Finale interessant gestalten kann. Bedauerlicherweise wurden diese Hoffnungen nicht wirklich erfüllt. Ich würde das Finale der gesamten Serie als eine ziemliche Enttäuschung einstufen.

Im Grunde ist die letzte Folge der elften Staffel einfach viel zu voll gepackt. Die Episode muss zu viele Handlungsstränge beenden und sich mit zu vielen Charakteren auseinandersetzen, die mir einfach nicht gefallen haben. Emotionale Momente kommen oft viel zu kurz, weil die Episode zu einer anderen Szene mit anderen Figuren springen muss. Dadurch wirkt das Ganze einfach nur unnötig gehetzt und sehr chaotisch. Am Ende gibt es dann eine etwas alberne Szene, die zwar den Konflikt löst, aber meiner Meinung nach nicht wirklich sinnvoll erscheint. Allerdings fehlte der Show einfach die Zeit dafür, um wirklich mehr aus dem Finale hinauszuholen.

Im Grunde wirkt diese letzte Episode auch nicht wirklich wie ein Finale zu einer seit 12 Jahren laufenden Show. Dieser Umstand liegt einfach daran, dass es auch nicht wirklich das Ende der Geschichte ist. AMC bereitet aktuell direkt drei Spin-Offs vor, die alle nach dem Ende der Show spielen sollen und verschiedene überlebende Charaktere beinhalten. Eines davon dreht sich um Daryl Dixon, der mich als Figur eher wenig interessiert. Das zweite geplante Spin-Off trägt den Namen Dead City und es dreht sich um Maggie und Negan. Diese zwei Figuren sind vermutlich der allgemein stärkste Teil des der finalen Folge. Die Gespräche haben oft funktioniert und ich mag die problematische Beziehung der zwei Charaktere. Da die Situation aber halt auf das Spin-Off hinausläuft, gibt es für diese Szenen nicht wirklich einen richtigen Abschluss. Es muss halt etwas offen bleiben, um in der nächsten Serien weitererzählt zu werden. Im April 2023 schlagen sich die zwei Figuren gemeinsam durch das komplett von Zombies überrannte Manhattan.

Der beste Teil des Finales von The Walking Dead ist für mich persönlich aber der kleine Teaser für das dritte Spin-Off der Serie. Diese neue Show soll sich um Rick Grimes und Michonne drehen, die zwar in der Vergangenheit wichtig für die Show waren, aber schon vor einigen Jahren ausgestiegen sind. Für das Spin-Off werden Danai Gurira und Andrew Lincoln erneut in ihre jeweiligen Rollen schlüpfen und beide Charaktere waren am Ende des Finales kurz zu sehen. Scheinbar laufen sie aktuell alleine durch die Welt und sie schreiben einander Briefe zu ihrer aktuellen Situation. Was genau in dem Teaser passiert, soll laut den Serienmachern in dem Spin-Off erklärt werden. Für mich persönlich ist es einfach schön diese zwei Figuren zu sehen, weil die Serie nach ihrem Verlust für mich einfach nicht mehr unterhaltsam war. Sie zurückzubringen ist zwar irgendwie billig, aber ich freue mich trotzdem über den Auftritt.

Im Grunde ist das Finale also eine Mischung aus zwei Elementen. Nicht mehr benötigte Handlungsstränge werden chaotisch und übereilt abgeschlossen. Alles andere erhält ein vorläufiges billiges Ende, um die kommenden Spin-Offs zu den einzelnen Charakteren zu rechtfertigen. Daher ist dieses Finale für mich auch einfach nur eine Enttäuschung, die auf eine sowieso eher schwache letzte Staffel folgt. The Walking Dead als Serie hat enorm stark gestartet und von diesem Höhepunkt aus ging es irgendwie immer weiter bergab. Vermutlich hätte man die Serie schon vor einigen Jahren beenden sollen. Auf diese Weise wären zumindest die letzten Gedanken der Fans an diese Serie nicht ganz so mies und enttäuschend.

Ansonsten werde ich zumindest zwei von den Spin-Offs eine Chance geben. Nach dem Finale erwarte ich nicht unbedingt viel, aber ich mag viele der dafür ausgewählten Charaktere. Im Grunde will ich einfach nur wieder Andrew Lincoln in seiner ikonischen Rolle sehen. Zusätzlich dazu ärgert mich noch immer, dass das Comic-Ende mit dem alten verbitterten Carl in der Show unmöglich geworden ist. Diese Sache ärgert mich schon seit Staffel 8 und meiner Meinung nach ist das Ganze der Grund dafür, warum die Show in den späteren Staffeln so schwach ausgefallen ist. Zu viel Kram von den Serienmachern und zu wenig gutes Material von den Comics.

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3 KOMMENTARE

  1. Das sehen viele Kritiker und auch ich etwas anders. Ich fand die finale Folge sehr sehr stark und sie hat auch auf diversen Kritikportalen Topratings bekommen, weil sie einfach sehr viele Stränge zusammengebracht hat ohne den Zuschauer zu überfordern und ein Ende mit Optionen bietet, welche in Form von Spin-Offs weiter aufgegriffen werden können, aber nicht müssen.

    Daumen hoch für die finale Folge und etwas weird, dass du das so komplett anders siehst als viele andere (was dein persönliches Recht ist, weil Geschmack ist Geschmack).

  2. Ich schau TWD seit der ersten Folge. Ich finde das Setting einfach super. Generell hätte ich mir vielleicht mehr Kampf gegen das Zombie Virus gewünscht, stattdessen war meist der Kampf zwischen Communities das vorwiegende Thema. Zwischenzeitlich, so Staffel 7,8 fand ich die Serie nur noch schwer zu ertragen. 9,10,11 war für mich wieder eine Steigerung. Letztlich war es aber doch irgendwie repetitiv. Was irgendwie gefehlt hat war so eine Mainstoryline über die Staffeln hinweg.
    Mir hat das Finale trotzdem super gefallen und ich musste mir echt die eine oder andere Träne verdrücken. Ich fand die Episode hatte viele Szenen auf hohem Niveau. Die Kritikpunkte kann ich schon nachvollziehen, habe es aber persönlich nicht so schlimm empfunden. Da hat mich subjektiv die letzte GoT Staffel irgendwie mehr überfahren. Vielleicht auch weil die Story anfangs so schön langsam erzählt wurde wie ich es mag.
    Was bleibt, dass die Folge auch Vorschau für die SpinOffs ist. Asskicker Daryl schaue ich sicher auch rein.
    Fear the walking dead hatte auch einige gute Staffeln. Die letzte war handwerklich schlecht. Habe ich abgebrochen.
    Aber irgendwie bleibt nach über 10 Jahren schon so eine gewisse Leere – geht euch das auch so wenn eine große Serie zum Ende kommt?

  3. Die ganze letzte Staffel fühlte sich nicht so an,als hätte man überhaupt einen Abschluss finden wollen..finde es sehr unbefriedigend,die Lust darauf noch etwas daraus zu sehen tendiert nach dem ganzen in die länge ziehen der letzten Jahre gegen null…schade.

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