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Einem Bericht von Torrentfreak zufolge hat der russische Präsident Wladimir Putin zu Beginn der aktuellen Woche wohl neue Gesetze dafür erlassen, um die Online-Anonymität der russischen Bürger im Netz abzuschaffen. Laut Federal Law No. 406-FZ wird es Menschen in Russland schon bald komplett verboten sein, sich mit ausländischen E-Mail-Adressen von beispielsweise Apple oder Gmail auf russischen Plattformen anzumelden. Dann sind nur noch russische Adressen von lokalen Anbietern erlaubt.

Ab Dezember 2023 müssen russische Plattformen im Netz dann auch noch immer die Identität von Nutzern kontrollieren, bevor sie ihnen den Zugang gewähren. Nutzer müssen gegenüber einer Plattform genau zu erkennen geben, wer sie sind und wo sie sich befinden. Dafür muss jede Plattform im Russland dann von der Regierung erlaubte Werkzeuge für die Identifizierung verwenden. Dabei kann es sich um eine spezielle Vereinbarung mit dem Telefonanbieter, die staatliche Datenbank für Nutzerdaten oder einen von der Regierung erlaubten Drittanbieter handeln. Im Grunde läuft es aber immer darauf hinaus, dass die Regierung genau weiß, wer welchen Content abruft.

Zusätzlich dazu müssen sich in der nahen Zukunft auch alle Hosting-Provider in Russland beim Staat registrieren. Auf diese Weise registrierte Dienste müssen sich einigen Einschränkungen beugen und mehreren neuen Verpflichtungen nachkommen. Neben der Kontrolle und Überwachung der Nutzer gehört dazu beispielsweise auch noch das Bereitstellen von Rechenleistung für notwendige Untersuchungstätigkeiten von autorisierten Staatsorganen. Wer diesen Aufforderungen nicht nachkommt, der erhält ein Geschäftsverbot in dem Land.

Ansonsten ist die Verwendung von VPNs zwar weiterhin in Russland erlaubt, aber dort dürfen nur vom Staat genehmigte Unternehmen aktiv sein. Nutzer können sich also vermutlich selbst vorstellen, wie sicher und zuverlässige diese Anbieter sein dürften. Des Weiteren ist es streng verboten offen darüber zu sprechen, wie sich VPNs dafür verwenden lassen, um Kontrollen oder Einschränkungen zu umgehen.

Starting this year, internet platforms must verify new users‘ identities via state-approved systems, before granting access. VPN circumvention advice will constitute a crime, certain Gmail use will be banned, and non-state-approved hosting companies will be rendered illegal. (via)


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5 KOMMENTARE

  1. also im Grunde macht Russland jetzt das selbe in der USA schon gang und gebe ist. Provider müssen Daten an die Behörden weitergeben, wenn die sie haben wollen.

    wieso ausländischen E-Mails verboten werden ist klar. Russland kann schlecht Gmail usw. zwingen daten rauszugeben.

    wer ein Google, Apple oder anderes US Produkt/Software hat, da lesen US Behörden automatisch mit. selbst in Deutschland kann die Polizei auch bei bedarf auf alle E-mails, Telefonate, WhatsApp-Verläufe usw. zugreifen……..der einzige unterschied zu USA ist, dass in Deutschland noch halbwegs reguliert ist, über Richterlichen Beschluss usw.

    Stichwort „Edward Snowden“, hat der ganzen Welt gezeigt wie totale Überwachung funktioniert.
    alle schockiert über China und Russland dabei Äffen die nur die USA nach.

    • Stimmt. Und weil die Amerikaner das ja schon machen, ist das ja nicht so schlimm.

      Was ist eigentlich dein unterhändiger Punkt? Russland verstehen und entschuldigen?

      • schlimm ist es, egal wer das macht… nur ist die Aufregung so heuchlerisch „schaut die Diktatoren in Russland, China und Türkei an…..überwachen ihre Bürger auf schritt und tritt, war ja so klar !“ dabei lebt man selber in einem überwachungsstad mit Vorratsdatenspeicherung und alles was dazu gehört 😀

        die Amis überwachen ihre Bürger plus die gesamte Welt, seit es technisch möglich geworden ist… inklusive unsere Bundeskanzlerin, aber ist nicht schlimm sind ja unsere freunde. 😀

        • Du würdest keinen Quellen haben das die Amis das machen wenn vor 10 Jahren es nicht diesen Skandal gab und es das ganze Land schlimm fand.

  2. Der feuchte Traum deutscher Politiker und anderer Schwachmaten, die eine Klarnamenspflicht fordern. Heiko Maas sabbert schon ganz heftig.

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