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Heute ist der gute, alte Jan Theysen von KingArt Games wieder mal zu Gast, daher geht es natürlich viel um das Thema Gaming. Allerdings sind wir irgendwann abgebogen und sehr politisch geworden. Reinhören lohnt sich!

Hier eine Übersicht über alle Themen:

– Jan Theysen und die Spiele-Szene: Netflix für Games? (ab 06:14 min)
– Das Ende der großen Streaming-Service? (ab 30:02 min)
– Daedalic und Gollum? (ab 46:29 min)
– Was will man noch wählen? Kapitalismus im Endstadium? (ab 55:50 min)
– Hubert Aiwanger und seine wirren Tweets, Hoecke, Habeck-Hass (ab 01:20 Std)


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22 KOMMENTARE

  1. mh puh also wenn man Milliardären Geld wegnimmt, dann hätte man ganz andere Probleme wie fehlende Effizienz oder fehlender Ehrgeiz, wenn ich eh weiß, dass ich an irgendeinem Punkt gedeckelt werde, auch wenn er weit oben ist. Sowas kommt eigentlich nur von Leuten, die selbst wenig haben. Selbst in WoW hat das immer zu Problemen geführt, wenn irgendwo von oberster Stelle gedeckelt wurde, Stichwort Mietpreisdeckel, gleiches Spiel, weil das Wort grad passt, super funktioniert.
    Dann kommt, dass das Geld nur „rumliegt“ etc. Und? ist doch gut? Desto weniger im Umlauf ist, desto besser oder hat niemand etwas aus den Corona Schecks gelernt. Was machen wohl die Preise wenn durch Umverteilung Mio. neue Käufergruppen entstehen, ohne dass dem Produktion entgegensteht? Steigen wieder an und die ersten die sich beschweren, sind die Leute, die dies vorher gefordert haben. Ganz schlaue Idee.
    Das Vonovia Beispiel ist btw. auch falsch. Keine Ahnung wo man da Gewinne sieht, aber letztes Jahr waren es 7% bzw. 650 Mio. € Verlust die generiert wurden. Hier sieht man doch das Problem, welches kurz vorher gefordert wird. Dort wo es viel Nachfrage gibt, sind die Preise hoch. Niemand hindert einen daran in den Osten zu ziehen und sich ne „Bruchbude“ vom Privatbesitz zu kaufen und umzubauen. Problem gelöst, alternativ einfach durch Aktien am Unternehmen partizipieren. In Q1 und 2 btw. auch 700 Mio. € in Wohnungen investiert. Find mal Privatpersonen, die das in DE noch machen… oder der Staat haha…
    Aber es gibt Lösungen z.B. arbeiten und Weiterbildung. Wer 35 Std.-Wochen haben will oder mit 30 Jahren Work Life Balance oder so ein Müll braucht, der fährt halt in Zukunft Bus oder Kleinwagen und die, die wirklich was erreichen wollen, Mercedes. Ich würde sogar behaupten, in 5-10 Jahren, wenn die KI/AI fortschreitet, wird der 0815 Consumer keinen menschlichen Support & Beratung mehr bei seinen Fragen bekommen, sondern der wird der oberen Schicht vorbehalten sein, und das in allen Bereichen mit Interaktion. Also lieber sich mit Geld(anlange) beschäftigen, statt die zu kritisieren, die es tun, weil man es selbst nicht tun will. Wer mit 30 anfängt und jeden Monat nur 500€ oder 1k investiert, muss sich um all das keine Gedanken machen.

    • This. Wie schlimm wäre die Welt dran ohne unsere ehrgeizigen Milliardäre die vor Effizienz nur so strotzen. Gut, dass die Oligarchen dieser Länder den Laden am Laufen halten. Ich stimme auch dem Ziel zu, dass mehr Leute möglichst große und schwere Autos von Mercedes fahren sollen. Grüße – Deutscher Michel.

    • Und, wie viele Milliarden hast du schon?
      Klingt ja super easy. Kann ich in deine WhatsApp-Gruppe um krasse, top-secret-Anlagetipps zu bekommen?

      Ist ja auch alles nur ne Frage des richtigen Mindsets, stimmts? 80-Stunden-Woche ist die neue 35-Stunden-Woche!

  2. Gibt es die diese Podcastkommentare auch als Hörbuch, ich weigere mich das alles manuell zu lesen. Trefft euch doch im Discord dann kann ich dort mithören.

  3. Was sich in den letzten 10 Jahren verbessert hat?
    1. Rechenleistung
    2. Künstliche Intelligenz
    3. Medizin
    4. Erneuerbare Energien
    5. Umweltschutz
    6. Zugänglichkeit von Bildung (durch das Internet)
    7. Elektroautos
    8. Raumfahrt (Stichwort: Mars Rover)
    9. Globale Gesundheit
    10. Extra für unsere Roten: Soziale Fortschritte, z.B. mehr Rechte für homosexuelle Paare

    Ich könnte locker 100 weitere Dinge nennen und natürlich gibt es auch Dinge, die schlechter geworden sind. Trotzdem fand ich diesen Podcast nur sehr schwer zu ertragen. Aus meiner Sicht nichts anderes als Krokodilstränen. Sorry.

  4. Ach schön das gibt wieder gejammer.

    Ich kann zum Geld Thema nur Andreas Eschbach 1 Billion Dollar empfehlen (gibt auch als Hörbuch bei Spotify)

    Was das aufhetzen der Rechten angeht dann noch von Umberto Eco Nullnummer(gibt es auch als Hörbuch bei Audible)

  5. Kurze Zusammenfassung:

    Das Konsumopfer Steve sitzt im Hollister T-Shirt vor seiner Funko Pop-Wand, nippt am Shirin David Eistee und diskutiert mit dem linken Enclase, der niemals seine Wohnung verlässt und mit spielen im Internet Geld verdient, darüber wie schlimm der Kapitalismus ist. Wir leben in einer Simulation.

    Das war es dann leider für mich mit dem Podcast. Von einem Nerd-Gespann, welches sich leidenschaftlich über Videospiele und Serien unterhält, wird es leider jede Woche zu einem unerträglichen Politik-Talk, aus dem sich folgende Schlüsse ergeben:

    Die Grünen sind gut
    Habeck ist der geilste der geilsten
    Kapitalismus ist schlecht
    Reiche sind böse

    Gegenmeinungen sieht man nicht, weil „Wir sind ja kein Politik-Podcast“, höre ich jetzt schon den Gaming-Lehrer sagen. der das für sein Setup 17. Display am auspacken ist. Man will nur hoffen, dass beim Pseudo-Intelektuellen Enclase irgendwann mal das Kellerfenster geöffnet sieht und er die Relität mitbekommt.

    P.S.: Aiwanger ist ein Holzkopf. Aber als Greta das „OMG, es ist März und 25 Grad in Paris, der Klimawandel ist REAL“-Foto gepostet hat, wart ihr wohl gerade nicht da

    • Ich musste bei dem Kommentar schon ein bisschen schmunzeln. Ganz unrecht hat er nicht.

      Trotzdem isses ein wenig CDU-Stil: Wenig Fakten und Inhalte, dafür die Gegenseite mit Scheiße bewerfen 🙂

      • Naja der Punkt ist ja valide und nervt mich extrem bei Leuten wie enclase: Es gibt KEINE Zeit in der Geschichte der Menschheit, in der es mehr Menschen gut ging als unter dem aaaach so bösen Kapitalismus. Keine. Nicht eine Sekunde. Noch nie gab es so wenig Kriegstote, so eine hohe Lebenserwartung, so eine niedrige Kindersterblichkeit, so geringe Todesrate bei Geburt, so wenige Hungertote, so wenige Analphabeten usw. usf. Die vergangenen +/- 10 Jahre haben da leider einen kleinen Knick verursacht (Finanzkrise, Corona, Krieg), gleichwohl war mE das Jahr 2012 objektiv das aller beste der gesamten Menschheitsgeschichte und zwar GERADE für die aller Ärmsten und auch seit dem ist es zwar nicht ganz so positiv gestiegen, aber die Welt ist gleichwohl unter jedem erdenklichen Gesichtspunkt besser als im Kalten Krieg – vor allem was die Lebensqualität der Menschen angeht. Kein Wirtschaftssystem hat die Ärmsten der Armen so zahlreich aus Armut, Hunger und Krankheit geholt wie der Kapitalismus und es ist dumm bis frech, wie wenig Anerkennung er dafür bekommt.

        Dann wäre noch die Frage zu klären was überhaupt mit Kapitalismus gemeint ist. Wann soll diese Zeit gewesen sein, als es keinen Kapitalismus gab? Auch im antiken Rom hat der Schmied das produziert, wonach es eine Nachfrage gab und diese Nachfrage hat den Preis bestimmt. Die Produktionsmittel waren in Privatbesitz. Bis auf die ganz kurze Zeit in der man die absolut dumme Idee des Kommunismus ausprobiert hat, wüsste ich nicht, zu welcher Zeit in der Geschichte der Menschheit es keinen Kapitalismus gegeben hätte. Ist also nur der industrialisierte Kapitalismus gemeint? Warum aber? Was ist an dem qualitativ anders, als am Kapitalismus den es schon gab seit der erste Höhlenmensch einen Fisch für 10 Pfeilspitzen getauscht hat?

        Es wäre auch extrem dumm es ohne zu versuchen, weil kein anderes System denkbar ist, dass die Aufgabe eines Wirtschaftssystems besser hinkriegt und diese Aufgabe lautet einzig und allein: knappe Ressourcen so verteilen, dass es am ehesten in der Produktion den Nutzerwünschen entspricht. Kein anderes System kann das auch nur theoretisch besser als der Kapitalismus.

        Wenn also solche populistische Totalkritik kommt, muss man schon mal 75% davon aus den o.g. Gründen abschneiden, bis man dazu kommt, was der Populist (in dem Fall enclase) EIGENTLICH sagen will: dass er nämlich mit den staatlichen Ausgleichsmechanismus nicht zufrieden ist. Denn so effektiv und gut der Kapitalismus an sich ist, ohne staatliche Regulierung produziert er suboptimale Ergebnisse. Deswegen, und das ist wichtig, geht es in solchen Debatten immer nur um die Frage wieviel und was für ein Sozialstaat. Darüber kann man gerne diskutieren, da gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Über eine Abschaffung des Kapitalismus kann eigentlich nur diskutieren wollen, wer sehr ungebildetet oder aber sehr bösartig ist und möchte, dass die Menschen verarmen, weil er unter dem typischen selbstgewählten „first world“ schlechten Gewissen leider, anstatt sein tolles Leben einfach zu genießen.

        Deshalb: wer ernsthaft ein Ende des Kapitalismus fordert, muss erst mal irgend eine Alernative präsentieren (die es bislang nicht gibt) und zweitens erklären, wie das das Leben des Einzelnen besser machen soll (was es nicht kann, weil es kein System gibt, das besser die Bedürfnisse des Individuums abdeckt als der Kapitalismus). Eine intelligente und differenzierte Totalkritik am Kapitalismus habe ich jedenfalls noch nie gehört und sie ist mE auch gar nicht möglich.

        Wer wirklich gegen Kapitalismus an sich ist – also den privaten Besitz von Produktionsmittel und die freie Entsheidung was und wie er/sie produzieren möchte sowie freie Konsumentenwahl – dem ist tatsächlich kaum zu helfen. Der will tatsächlich unsere Welt abschaffen und dass wir in irgend eine primitive, vorzivilisatorische Gesellschaft abrutschen, die Medizin aus Baumrinden macht und ansonsten hauptsächlich damit beschäftigt ist Getreide anzubauen und mit Holz zu spielen. Weil er denkt, dass es „fair“ ist, wenn es allen gleich scheisse geht als wenn es vielen Menschen viel besser geht und ein paar weiterhin scheisse. Ich hab aber was dagegen, wenn jemand sein Gewissen auf Kosten meiner Lebensqualität oder der meiner Familie erleichtern möchte und daher keinen Respekt für solche Ansichten.

        • „Der will tatsächlich unsere Welt abschaffen und dass wir in irgend eine primitive, vorzivilisatorische Gesellschaft abrutschen, die Medizin aus Baumrinden macht und ansonsten hauptsächlich damit beschäftigt ist Getreide anzubauen und mit Holz zu spielen. Weil er denkt, dass es „fair“ ist, wenn es allen gleich scheisse geht als wenn es vielen Menschen viel besser geht und ein paar weiterhin scheisse. Ich hab aber was dagegen, wenn jemand sein Gewissen auf Kosten meiner Lebensqualität oder der meiner Familie erleichtern möchte und daher keinen Respekt für solche Ansichten.“

          Nimm mal die Schere aus dem Kopf wer hat das gesagt?
          Für dich ist „allen sollte es besser gehen“ man will dir etwas wegnehmen.

          Du machst den Fehler das du einen Begriff aus der Neuzeit , den wir in der Moderne erst richtig definiert haben bis in die Antike zurück zudatieren.
          Und das ist Historisch gesehen Unfug.
          Handel ist nicht Kapitalismus,
          In der Antike wurde Wohlstand mit Landbesitzt/Eroberung/Auspressung gemacht und Handel war für die Oberschicht verpönt.Du musst ja das Silber haben was du als Münze rausgeben kannst.Und zum Ende Roms wurden ja die Münzen jedes Jahr im Wechsel 4 für 3 eingezogen wobei die neuen dan immer einen geringen Silberanteil hatten.
          Familien wie die Julier galten zb als Homo novus.

          Im Feudalsystem waren Preise ,Eigentum und was jemand stellen musst oder auf was er Anrecht hatte fest geregelt.
          Die Städte waren durch Zünfte verwaltet die nicht jeden aufgenommen haben.
          Die geregelt haben wer was Produziert und wann.
          Die Hanse zb basierte auf Warentausch nicht auf Gold,Silber oder Wechseln.Darum würde sie ja gegründet von den Schleswig Kauffahrern.

          Ach ja wollen wir von den Unchristlichen Zins anfangen?Und wer Geldhandel betrieben hat ?

          Also man könnte jetzt sagen das klingt alles nach Sozialismus oder? Nein natürlich nicht weil man moderne Begriffe nicht zurück datieren kann.

          Und das mit dem Kriegen würde ich noch mal überdenken also in die Zeit des Kapitalismus fallen die Fleischwölfe.

          Und ja Gräser ernten und essen ist 1000xmehr wichtiger als Zahlen im Computer,ein Auto und das neuste i Phone.
          Darauf basiert alles aber das ist für manche halt nicht zu verstehen

          • Oh Gott, Du steigst also direkt mal mit der antisemitischen Verschwörungstheorie, dass Juden den Geldhandel kontrolliert hätten? Ooookay.

            Und wie gesagt, ich bitte zunächst nur um Klarstellung was überhaupt gemeint ist, denn Kapitalismus bedeutet erst mal in der herkömmlichen VWL, dass die Produktionsmittel ebenso wie die Produktionsstätten in Privatbesitz sind und Unternehmen im rechtlichen Rahmen produzieren was sie wollen und nicht was ein staatlicher Plan vorgibt.

            Ansonsten hast Du viel geschrieben aber irgendwie keine Aussage darin. Du meinst mit Kapitalismus also die Zeit nach der Industrialisierung. Ok. Auch da zeigt Dir jede Statistik, dass es der gesamten Menschheit mit Kapitalismus deutlich besser geht. Oder anders gefragt: Wenn Du sofort wiedergeboren werden MÜSSTEST und Du könntest nicht darüber entscheiden an welchem Ort oder in welcher Schicht Du zur Welt kommen würdest, welche Zeit würdest Du dafür wählen? Vorindustrielle? Oder doch lieber 2012 oder so? Wo wäre deine Lebenserwartung und dein Lebensstandard wohl höher? Kein Mensch mit auch nur einem Hauch einer Ahnung würde sich ins Jahr 1780 oder auch 1880 oder auch 1950 wünschen, wenn er auch im Jahr 200x geboren worden sein könnte.

            Also was genau möchtest Du? Dass wir den Motor unseres geilen Lebens und Wohlstandes abschaffen, weil es auch ein paar Verlierer gibt? Damit dann alle zusammen Verlierer sein können und nicht nur ein paar? Cool. Aber nein, Danke.

            Und eine „Welt in der es allen besser geht“ ist genau die Welt, die wir Dank Kapitalismus erschaffen haben, wie jetzt mehrfach dargelegt. In jeder anderen Welt und in jedem anderen Wirtschaftssystem ging es allen schlechter. Manchmal glaube ich, dass das so Kapitalismusfeinde am Liebsten hätten. Sie haben nicht ein Problem mit der Armut, sie haben ein Problem damit, dass manche eben erfolgreicher sind als andere und würden lieber alle gleich scheisse leben lassen, als dass Menschen unterschiedlich gut leben. Aber schlechte Nachricht für dich: Menschen sind nicht gleich klug, fleißig, talentiert und auch nicht gleich mit Glück gesegnet. Deswegen ist es völlig ok, wenn sie sehr unterschiedlich leben, solange niemand verhungert.

        • Kapitalismus ist im Endeffekt auch nur ein Oberbegriff, den es in verschiedenen Ausführungen gibt. In der freien Debatte wird es natürlich einfach synonym mit dem Neoliberalismus/Monetarismus genutzt, was nicht korrekt ist. „Kapitalismuskritik“ ist aber einfach catchy im Vergleich zu „Neoliberalismuskritik“, außerdem kann sich jeder was darunter vorstellen.
          Es ist immer nur die Frage, in was für einer Form von Kapitalismus wir leben wollen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass „die andere Seite“ teilweise genauso pauschal argumentiert, wie du es hier ankreidest. Da wird aus jeder Form von „das könnte besser laufen“ direkt ein „aha, ein Sozialist, der will das wir alle im Wald leben!“.

          Es ist nun einmal legitim, über die Auswirkungen und Ausgestaltungen unseres Wirtschaftssystems, welches de facto auch unser Gesellschaftssystem darstellt, zu diskutieren. Denn es ist meiner Ansicht nach ziemlich offensichtlich, dass das System schon seit langer Zeit kränkelt und aktuell im Turbomarsch dabei ist, zu kippen. Und damit meine ich nicht so einen lächerlichen Quatsch wie das Deutschlands Wirtschaft um 0,3% schrumpft, was sicher wieder viele tausende Menschen mit ihren Arbeitsplätzen, ihrem Gehalt oder bald ihrer Lebenszeit (Stichwort Renteneintrittsalter) bezahlen dürfen. Weird, wenn die Wirtschafts 2% pro Jahr wächst geht das alles irgendwie nie so rapide…

          • Und niemand hat hier etwas gegen soziale Marktwirtschaft. Ich habe nur etwas dagegen, wenn der Marktwirtschaftsteil hinter überkippt, weil nur der die Gelder erwirtschaften kann, um sozial zu sein.

            Insofern, ja, fände ich es präziser, wenn es „Kritik an unreguliertem Kapitalismus“ handeln würde und man auf ein catchy aber völlig falsches und irreführendes Motto verzichten würde.

            Wenn wir uns darüber einig sind, dass nur eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaft diskussionswürdig ist, kann man über den GRad sozialpolitischer Regulierung gerne debattieren. Wenn aber jemand mit „Kapitalismus abschaffen“ ankommt, dann ist das nunmal ein politischer, wirtschaftlicher und auch moralischer Totalausfall und keine Diskussionsgrundlage.

            Dein Beispiel hingegen ist irgendwie schräg. Das ist so als ob Du dich wunderst, dass es schneller geht ein Haus abzureißen als es aufzubauen.

      • Das klassische Doppelmoral-Vorwurf den sich jeder anhören darf der irgendwas zum besseren verändern will. Die Zeit hat das ganz gut zerlegt:

        „An dieser Stelle nutzen die Doppelmoral-Moralisten einen Taschenspielertrick von solcher Schlichtheit, dass es verwundert, dass sie selbst darauf hereinfallen. Aus den vielen Maßstäben, die an die Moralität eines Menschen angelegt werden können, wählen sie einen einzigen aus und machen ihn zum alleinigen Kriterium: Nämlich den Grad der Übereinstimmung von Tun und Sagen, beziehungsweise von Moral und Wirklichkeit. Und plötzlich – Abrakadabra – avanciert der Zynischste zum Moralischsten, weil er wenigstens zu seinen Schwächen steht und von niemandem mehr verlangt, als er selbst zu leisten bereit ist, nämlich nichts. Durch diesen Trick kann noch der blankeste Egoismus in das Gewand moralischer Überlegenheit gehüllt werden, Nietzsche für Arme gewissermaßen. Der Ferrari wird mit diesem Trick zum Geschoss der Ehrlichkeit und das Hybridauto zum Gehäuse der Heuchelei. Entscheidend für die umwelt-ethische Qualität beider Gefährte sind jedoch nicht die moralischen Prätentionen der Fahrer, sondern die Emissionen, die dem Auspuff entweichen.
        Nichts tun zu müssen, als, was man nicht auch ohne Müssen tun würde, das kennzeichnet die Moral des Status quo. Nur ist der eben gerade so furchtbar prekär geworden. Sich nicht mehr vorzunehmen und abzuverlangen, als man auch sicher erreichen kann, das ist in Zeiten großer Sprünge über tiefe Abgründe darum ein ziemlich reaktionäres Unterfangen.“
        https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-07/doppelmoral-vorwurf-politische-debatte-gesellschaft

      • Freut mich, war auch nicht beleidigend gemeint, nur überspitzt, um es humorvoll darzustellen.

        Mit den Inhalten habe ich allerdings aufgegeben. So habe ich unter den letzten Folgen, in denen es um dieses Thema ging, stets mit Inhalten argumentiert. Dies wurde dann meistens ignoriert oder maximal mit der entgegengesetzten Meinung abgetan, also was bringt das noch? Ich kann und will hier keine Meinung ändern und man würde sich eh nur im Kreis drehen. Aber einen gebe ich euch:

        Laut Enclase sei der Kapitalismus und die bösen Firmen schuld, weshalb die Mieten unbezahlbar geworden sind. Ich kann ihn mir auch sehr gut mit einem „Deutsche Wohnen Enteignen“-Schild in Berlin vorstellen. Aber Überraschung, erstmal besitzen die Deutsche Wohnen, zu der nun auch die Vonovia gehört, unglaubliche 0,4% der deutschen Wohnimmobilien.

        Was viel mehr die Kosten treibt, ist zum einen erstmal die aktive Verhinderung von Neubau. Gerade Berlin ist da ein gutes Beispiel, wo die Parteien „Die Grüne“ und „Die Linke“ aktiv den Bau neuer Wohneinheiten blockieren und sabotieren. Ich arbeite für eine Baugesellschaft in Berlin und kann ein Lied davon singen, wie noch vor 30 Jahren eine Wohneinheit mit 30 Wohnungen in nichtmal 2 Jahren erstellt wurde. Heute sind es im Durchschnitt 7 Jahre. Im Durchschnitt, unser ältestes Projekt wartet nach 13 Jahren immer noch auf die finalen Papiere. Unsere 3 größten Konkurrenten sind schon aus Berlin ins Ausland geflüchtet, generell hat keiner mehr Lust, hier zu bauen. Und das beobachtet man in der ganzen Bundesrepublik. Bürokratie, 20.000 Bauverordnungen, Umweltsanierungen, 5 jähriges warten auf eine Genehmigung und und und. Also ja, die bösen Kapitalisten, die gerne mehr Wohnraum erschaffen würden. Aber die wollen ja nur mehr Geld haben.

        Aber gut, auf das perfekte System des lieben Enclase bin ich gespannt. Das typisch linke System, welches es entweder schonmal auf der Welt gab und für Hunger und Elend gesorgt hat oder ein absolutes Fantasiekonstrukt, welches niemals funktionieren wird. Ich lade Enclase ein, mich zu überzeugen. Ich würde gerne von diesem perfekten System hören, in dem es keine Probleme mehr gibt.

        Und ich möchte keineswegs den Kapitalismus als perfekt darstellen. Nur gibt es reale Experimente, die man besser nicht hätte planen können: BRD/DDR und Nordkorea / Südkorea. Jeweils ein Land, welches in Kapitalismus und Sozialismus geteilt wurde. Jetzt kann sich jeder mal ans Herz fassen, wo er lieber wohnen würde. Das erübrigt eigentlich jede Diskussion, doch die linken kommen dann damit, dass dies nicht „der echte Sozialismus war, wie er sein soll“. Ach ja, der in Kuba, Venezuela, China, Bangladesch und der Sowjetunion war es übrigens auch nicht. Versuchen wir es einfach weiter, irgendwann klappt es schon.

        Apropos Venezuela: Wer wusste, dass Venezuela in den 80er Jahren zu den 20 reichsten Ländern der Welt gehört hat? Nach wie vor besitzen sie eines der größten Erdölvorkommen. Aber Anfang der 2000er war man der Meinung, dass es doch besser wäre umzuverteilen und den Sozialismus einzuführen. Heute ist man eines der ärmsten Länder und hat 1.000.000% Inflation. Die Geschichte wiederholt sich, so fängt es immer an und so endet es immer. Wer an das gute in dieses Systemen glaubt, kann nicht ernst genommen werden.

        Aber lieber, allwissender Enclase, ich warte auf deine Erleuchtung. Wenn du dir die Mühe gemacht hast, dieses Text zu lesen, werde ich dies auch bei deiner Antwort tun, versprochen. Auch wenn ich zu 99,9% Voraussagen kann, was du sagen wirst. Das Schema und die Argumente sind nämlich immer die gleichen bei den linken. Aber ich lasse mich gerne darauf ein

        • Nur um dir zwei Punkte zu geben, die du (in)direkt angesprochen hast und um dir zu zeigen, dass es eben sehr viel Wasser zwischen „Kapitalismus beschde“ und „Sozialismus jetzt“ gibt.

          Thema Mieten:
          Du hast Recht, die deutschen Mietriesen sind…keine Riesen. Deswegen durfte die Vonovia auch die DW übernehmen, weil der Marktanteil auch zusammen immer noch gering ist. Wir sind in Deutschland halt ein Land der Kleinvermieter, was ja auch erstmal nicht schlecht ist. Ich meine übrigens sogar, dass die LEG(?) sich letztes Jahr trotz Rekordgewinne eine Sonderdividende geklemmt hat, mit der klaren Ansage, dass man Rücklagen aufbauen will und Investitionen absichern. Das ist löblich und die Art von Kapitalismus, gegen die ich niemals etwas sagen werde.

          Nun aber das Aber: Die Preise für Büroräume und städtischen Wohnungen sind deswegen so exorbitant hoch, weil diese Häuser oft als Wertanlage behandelt werden. Und eine Mietsenkung würde den Wert des Hauses senken und dementsprechend hinderlich sein. Also ist es oft profitabler, ein Haus oder ein Büro leerstehen zu lassen, anstatt die Miete der Realität anzupassen.
          Und das ist so ein Punkt, wo ich ernsthaft fragen möchte, für wen wir eigentlich wirtschaften? „Naja, es ist schon schlimm wenn die Innenstädte aussterben und Menschen nicht mehr arbeitsplatznah wohnen können, aber wirklich doof wäre es doch, wenn reiche Leute nicht mehr an der Börse herumspielen könnten!“
          Es geht dabei nicht um Enteignung. Es geht auch nicht darum, dass alles gratis sein muss. Aber Wohn- und Gewerbefläche nicht zu nutzen, weil irgendwer damit seine Kredite decken oder an der Börse hantieren will, ist ein Luxus den wir uns nicht leisten können.

          Thema Venezuela:
          Ich habe mich wahnsinnig wenig mit Venezuela beschäftigt. Ich habe die Vermutung, dass es nicht einfach nur „lol, Sozialismus“ ist, aber again, ich habe mich wenig damit befasst, also akzeptiere ich die verbreitete Meinung.
          Dabei muss ich nur immer an den witzigen Umstand denken, was in Chile passiert ist. Dazu muss man vielleicht wissen, dass Chile damals ein Testfeld für die „Chicago Boys“ war, quasi die Erfinder des heutigen Neoliberalismus. Chile wurde damals von einem (teil)sozialistischem Staat unter Pinochet in einen kapitalistischen umgeformt und die Chicago Boys durften sich austoben.
          Der wirtschaftliche Schaden, den diese Kapitalisten angerichtet haben, war so groß, dass Chile viele Unternehmen wieder aufkaufen musste, damit diese nicht pleite gehen. Ich meine mich zu erinnern, dass der Staat in Chile noch heute der größte Arbeitgeber ist.

          Was ich damit nur sagen will: Wir haben eine ganze Reihe von wirtschaftlich gescheiterten Sozialistenstaaten und ich selbst würde gerade Planwirtschaft niemals als ernsthafte Alternative vorschlagen. Aber man sollte nicht vergessen, wie viele Wirtschaftskrisen wir durch gierigen Kapitalismus ausgelöst haben und bezahlt wurden diese eigentlich stets vom Staat. Das Geld, das in der Immobilien- und Bankenkrise verbrannt wurde von Firmen und Managern, die nicht selten danach reicher waren als davor, hätte locker gereicht um die DDR noch Jahrzehnte am Laufen zu halten.

          Um zum Ende dieses unorganisierten Textes zu kommen: Ich will auch weiterhin in einem kapitalistischem System leben, gar keine Frage. Ich glaube das jedes „bessere“ System Utopie ist. Aber wir müssen unser Wirtschaftssystem immer noch dem gesellschaftlichem Wohl unterordnen. Wirtschaften nur um des wirtschaften willen wird auf Dauer nicht funktionieren und wenn es kollabiert, verspreche ich dir das der Preis natürlich wieder nicht von denen gezahlt wird, die jetzt mit dem größten Klingelbeutel durchs Land ziehen.

    • Puuhh, ja, ist schwierig.
      Also er drückt es natürlich sehr hart und sehr persönlich aus hier. Aber wie du schon sagst, ganz Unrecht hat er nicht.

      Die letzten paar Folgen war es wirklich sehr extrem politisch. Einerseits will ich ja, dass ihr euch auch über aktuelle Themen unterhaltet, anderseits war es in den letzten paar Folgen sehr monoton, thematisch gesehen.
      Ich denke es wäre eine gute Idee wieder zu 80% on-topic (Gaming, Serien, Hardware?!, etc.) zurückzukehren und 20% off-topic. Aktuell fühlt es sich eher nach 80% off-topic an.
      Genau das hat mir eigentlich an dem Podcast so gut gefallen am Anfang. Ein eher konservativer Auswanderer in den USA, ein deutscher Lehrer und ein Streamer, die sich gemeinsame Hobbys teilen, aber in ihren Ansichten völlig verschieden sind. Es hat mal davon gelebt, dass daraus eine Diskussion entstanden ist.

      Es hat sich auch ein bisschen festgefahren, also hauptsächlich spreche ich da jetzt von Folgen ohne Gast. Am Anfang geht es meist um Fußball, da hat USascha gar nichts zu zu sagen. Was ja per se nicht schlimm ist, aber sollte man das dann wirklich so lange thematisieren wenn 33% der Moderatoren mit dem Thema nichts anfangen können?
      Andere Sportarten werden gar nicht mehr beleuchtet, früher war wenigstens noch etwas NFL mit drin.
      Dann geht es ganz lange um Politik, mit meist demselben Ausgang. Auch hier hält sich USascha meist komplett raus, weil er, denke ich, ganz anderer Meinung ist, welche ehrlich gesagt nie von euch zugelassen wurde. Und auch, wenn ich diese konservative Meinung auch nicht unterstütze, so ist es eigentlich immer eine ganz nette Gegenmeinung von jemanden, der in den USA lebt gewesen. Gefühlt hat USascha da gar keine Lust mehr etwas anzusprechen, da ihr beide diese Meinung sowieso sofort unterdrückt.
      Dann kommt ein „Serientalk“, welcher mit deinem „Wie ich Enclase kenne hat er das nicht gesehen weil er nur noch Animes guckt“ beginnt, was Enclase mit „Ja, stimmt“ beantwortet. USascha hat oft viel auch noch nicht gesehen, aber kommt hier wenigstens etwas zu Wort. Größtenteils ist das aber dann eher ein StevinhoTalks-Monolog über das was du in letzter Zeit gesehen hast.

      Ich bin auch nach wie vor kein Enclase-Fan und das meine ich nicht böse. Aber ich finde seine „Nein, du hast Unrecht, jetzt lass mich mal 10 min das erzählen, was ich jede Woche erzähle und damit alle deine Argumente totschlagen“-Art nicht gut erträglich (das ist jetzt meine persönliche Meinung), aber auch nicht gut für eine offene Diskussion (das wäre jetzt eher die sachliche Meinung).

      Jan hatte unfassbar viele interessante Themen, z.B. die Insights über Gollum und trotzdem wurde irgendwie wieder der übliche Politik-Talk aus dem Gespräch.

      Vll. wäre es auch für eure Trio-Podcasts eine gute Idee vorher Themen festzulegen (ich denke nicht, dass ihr das macht?!), anstatt einfach die üblichen Punkte abzuarbeiten.
      Also, sowas wie „Hast du das endlich geguckt?“ will ich eigentlich in einem Podcast nicht hören. Das sollte euch im Vorfeld klar sein und dann wird entweder drüber gesprochen oder man sagt kurz „Serie XY verschieben wir auf den nächsten Talk, weil Z hat es noch nicht geschaut, daher machen wir weiter mit A“.

      Wie wäre es denn, wenn ihr euch für den Trio-Podcast ein Community-Mitglied einladet, einfach nur um mal ein wenig die Meinungen zu streuen?

      • Auch wenn es mich vllt nicht ganz so stört wie dich kann ich die angesprochenen Punkte alle nachvollziehen und finde deine Verbesserungsvorschläge ganz gut.

        Auch wenn ich den Fußballpart immer gern verfolge und mich zB NFL gar nicht interessiert finde ich die Entwicklung auch nicht so gut, dass immer max. 2 von 3 Personen sich an einem Gespräch beteiligen bei vielen Themen. Leider sind manche Gäste auch eher zurückhaltend, wenn es sich nicht gerade um special guests wie Jan, Jörg Langer und Co. handelt.. nicht selten können sie aber auch nicht zu allem was beisteuern aufgrund anderer Interessen, aber das ist ja auch iwie verständlich.

        • Naja, was heißt „stört“?
          Ich meine, ich höre den Podcast ja noch. Ich finde die Entwicklung die der Podcast nimmt nur nicht gut.
          Klar, kann nicht jeder etwas zu allem sagen, aber ich habe eben manchmal das Gefühl die Themen sind so ein bisschen „auf Sicht fahren“. Einfach mal die üblichen Themen ansprechen und schauen wer was dazu sagt, was dann halt in der letzten Zeit leider in dem Beschriebenen geendet hat. Ich meine Steve sagt auch oft genug im Podcast den Satz „Ja, über was können wir noch reden?“. Da würde ich mir einfach etwas mehr „Planung“ wünschen. Ist mir auch klar, dass hier kein 30-seitiges Skript geschrieben werden soll für jeden Sonntag, aber mir kommt es manchmal so vor als würden sich die drei gar nicht über den Inhalt unterhalten vorher. Einfach mal 10-20 min vorher off-air Themen sammeln. Vll. stelle ich mir das auch zu einfach vor oder vll macht ihr das auch schon und das Problem ist nicht die Themenfindung, sondern die Ausführung, dass dann ein Thema zu sehr ausartet.

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