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Die „Bild“ sieht sich bei der Strafverfolgung augenscheinlich auch journalistisch in der Pflicht: Unter der Überschrift „Gesucht! – Wer kennt diese G20-Verbrecher?“ veröffentlichte das Blatt sowohl in der Printausgabe als auch online mehrere Fotos von vermeintlichen Straftaten während des Gipfels.

Der „Bild“-Bericht wirft Fragen auf. Beispielsweise, ob damit gegen Regeln der Pressearbeit in Deutschland verstoßen wurde. Diese Regeln sind im sogenannten Pressekodex zusammengefasst und werden vom Presserat überwacht. Darin festgeschrieben sind unter anderem der besondere „Schutz der Persönlichkeit“ oder die Bedeutung der „Unschuldsvermutung“. Im vorliegenden Fall will der Presserat nun klären, ob es sich um Verstöße handelt.

Erst einmal vorweg: Alle Menschen, die am vergangenen Wochenende gegen das Gesetz verstoßen haben, sollten verfolgt und auf eine faire Weise bestraft werden. Allerdings ist die Suche nach diesen Kriminellen die Aufgabe der Polizei, die man als Bürger auch tatkräftig auf der extra dafür eingerichteten Plattform unterstützen sollte.

Was die Bild in den letzten Tagen nun allerdings durch das Veröffentlichen dieser Bilder gemacht hat, ist in meinen Augen grob fahrlässig, in keinster Weise hilfreich und beinahe schon kriminell. Schließlich könnte es für unschuldige Bürger eine Reihe von Problemen verursachen, wenn ein etwas übereifriger Bildleser sie mit einem der abgebildeten Gesuchten verwechselt. Ein geschädigter Ruf wäre in solch einem Fall leider noch der beste Ausgang.

Ich hoffe wirklich, dass dieser Aufruf und das Veröffentlichen der Aufnahmen Konsequenzen für die Bild hat.

 

Quelle: tagesschau.de


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13 KOMMENTARE

  1. Wer liest eigentlich noch die Bild ?
    als ich mit 16 in der lehre war hab ich mir die alle paar tage wegen dem sporteil geholt aber die anderen Artikel triefen nur so von Hass, Hetze und Stammtisch Schlagzeilen und in der mitte das nackte weib.

    Die bild ist einfach eine ganz fürchterliche tageszeitung

  2. Bei den Pegidademonstrationen wurde ähnliches gemacht und auf breiter Front bejubelt. Auf Facebook gab es begeisterte Hetzjagden, um AfD-Mitläufer aus ihren Jobs zu kegeln.
    Von daher ist es nur natürlich und begrüßenswert, dass der Wind sich auch mal dreht.

  3. Nicht nur Verwechselungen sind tragisch, sondern auch schlichte Falschmeldungen.
    Ich bin auch über so einen „privaten Fahndungsaufruf“ gestolpert, ein mann, der angeblich einem Polizisten das Augenlicht genommen haben soll, auch wenn dies angeblich in einer Not-OP gerettet worden wäre. Zum Schluss noch der Aufruf „Findet ihn!“
    Die Hamburger Polizei hat dann eine Richtigstellung veröffentlicht: Der gezeigte Mann sei überhaupt nicht tatverdächtig, und es gäbe keinen erblindeten Beamten, sondern es sei „nur“ ein Knalltrauma…
    aber da war die Hetztjagd natürlich nicht mehr zu stoppen.

    Und zur Bild: Die werden irgendwo eine kleine Richtigstellung abdrucken, eventuell eine kline Geldstrafe zahlen.. und sich gleichzeitig über die Online-Werbeeinnahmen, etc. freuen… 😡

    • Kleine Korrektur:
      Eine Richtigstellung oder Gegendarstellung muss immer an der selben Stelle und der selben Größe sein wie der ursprüngliche Artikel. Das sieht man Lustigerweise relativ häufig in der Bild.

  4. Es ist nicht richtig was die Bild macht und sollte auch in keinster Form durch private Hände gehandhabt werden…
    ABER. Eventuell bleibt die Aktion auch bei denjenigen im Hinterkopf hängen und beim nächsten mal überlegen die sich es 2x bevor Sie wieder randalieren…

    Ja es ist ein schmaler Grad bei diesem Gedanken zwischen Stasi und auf die Hände klopfen…

  5. Nicht das erste Mal, dass diese „Zeitung“ soetwas macht.

    Sich einmal drüber aufregen und dann weiter Bild lesen. Und hoffen, dass man selber mal nicht da auftaucht ;).

    Wünsche alle weiterhin viel Spaß beim Lesen ihres Propagandablättchens!

  6. Wie jetzt? Wenn das nicht okay ist, was mach ich jetzt mit den Fackeln und der Mistgabel die ich mir extra gekauft habe?

  7. Kommt mir bekannt vor: „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen“ (1968! zu den Studentenprotesten)…

    • Tja, angesichts dessen, was die 68er bei ihrem Marsch durch die Institutionen so angerichtet haben, gab es damals zu wenig Wasserwerfer!

  8. „Was die Bild in den letzten Tagen nun allerdings durch das Veröffentlichen dieser Bilder gemacht hat, ist in meinen Augen grob fahrlässig, in keinster Weise hilfreich und beinahe schon kriminell.“

    Also typisch BILD 😉

    Wär ja nicht das erste mal, dass die BILD fahrlässig Hetzjagden auf unschuldige veranstaltet.

  9. „Er heißt Kevin, ist 19 und wohnt bei seiner Oma“
    aus dem aktuellen „Schlagzeilen“wirrwarr der Bild… joa, der Axel Springer Verlag spielt schon seit zu langer Zeit die Justice League Deutschlands und denkt, dass man aufgrund der Größe sich alles erlauben darf. Irgendwann langts aber auch mal.

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