TEILEN

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat ein mutmaßlicher Rechtsterrorist in Christchurch, Neuseeland 49 Menschen in zwei Moscheen erschossen. Seine Tat hat er live gestreamt.

Dieser Psychopath erinnert schon sehr stark an Anders Breivik – ähnlich gestörte Weltanschauung. Ich habe allein gestern dazu wieder drei Schlagzeilen gelesen, er hätte getötet wie in einem Computerspiel. Und das, obwohl es quasi nichts damit zu tun hat. Wenn man keine Erklärung hat, sind zur Not halt immer de bösen Spiel schuld.

Erschütternd finde ich auch, dass er die Sache streamen konnte (in voller Länge), ohne dass ihm irgendwer den Channel abgedreht hat. Das Video geht aktuell überall rum, und jeder kann sich den Amoklauf nochmal schön in voller Länge anschauen. Vor allem für die Angehörigen sicher total schön…

Quelle: Gamestar.de

25 KOMMENTARE

  1. Ich habe das Video gesucht und gefunden …. und bin auf einer Seite gelandet, auf der mehr solcher Videos zu finden sind … POV GoPro KillVideos etc ….

    warum bin ich nur so neugierig…. Das werd ich so schnell nicht wieder los….

  2. Nach dem, was ich gestern so gehört habe, erinnert die Tat nicht nur an Breivik, sondern der Täter hat sich explizit auf Breivik bezogen. Aber den Seitenhieb auf Computerspiele können sich die Medien wirklich mal sparen. Ich meine, hätte ich vor, ein Flugzeug zu kapern, läge es denn so fern, dass ich mich mit einem Flugsimulator so zumindest ein wenig darauf vorbereite? Das macht doch den Flugsimulator nicht zum „Gewaltspiel“.

    Übrigens habe ich das Video weder gesehen, noch verspüre ich Lust darauf, mir das anzuschauen. Ich will auch kein Bombenattentat „miterleben“, keine Vergewaltigung, kein Kopfabschneiden. Ich würde mir auch keine Hinrichtung im USA-Fernsehen anschauen, falls sowas als Live-Event zur Primetime übertragen wird. Diese Art von Voyeurismus ist mir ganz und gar fremd.

    Wobei ich damit niemanden verteufeln will, der sich das Video angesehen hat; es ist eben nur nicht meins.

    • Irgendwann mussten wir ja mal zusammenfallen. Ich werde mir das auch sicherlich nicht antun. Ehrlich gesagt fand ich sogar die Idee, die vor einiger Zeit mal jemand auf 9gag geäußert hat (da im Bezug auf school shootings in den USA) ganz charmant: Man nennt die Namen der Schützen einfach nicht mehr, sondern nummeriert sie nur noch. Denn neben den rassistischen (oder sonstigen) Beweggründen, die solche Täter haben, spielt der „Ruhm für die Nachwelt“) immer eine große Rolle. Wenn dieser nachhaltig verweigert wird, in dem man die Täter zu bloßen Nummern degradiert, wäre viel gewonnen.

      • Ich glaube nicht, dass das konsequent durchsetzbar ist; glaubst du, die SJWs würden sich darauf einlassen, nur noch vom „deutschen Diktator Nr. 1“ zu reden?! 😉

        Ernsthaft, gerade für mich als Jurist zählt niemals nur die Tat, sondern auch der Täter, seine Motivation im engeren Sinne, seine Lebensgeschichte im weiteren Sinne. Nur so kannst du einen kaltblütigen Mörder von einer gepeinigten Ehefrau, die in Verzweiflung ihren Mann vergiftet hat, unterscheiden. Der Massenmord in Neuseeland ist schrecklich, ebenso wie die Tat Breiviks. Die Täterbeschreibung „ein Rechtsextremist“ greift mir hier deutlich zu kurz, genauso wie mir die vielen „verwirrten Einzeltäter“ zu kurz greifen. Das soll nicht in eine Debatte gehen, ob linker oder rechter Terror schlimmer ist. Wenn man aber den Terror bzw. allgemein Straftaten verhindern will, muss man die Motivation dahinter begreifen.

        Das soll nicht dazu dienen, den Täter zu glorifizieren, es soll ihn vielmehr sezieren.

        Im übrigen finde ich, dass die Opfer zu kurz kommen. Vereinzelt kennen wir mal Namen, wie z. B. Maria Ladenburger. Aber kennen wir die Opfer von Ütöya? Vom Breitscheidplatz? Von Neuseeland? Wenn man schon den Täter degradieren will, so wäre es viel effektiver, seinen Namen mit denen der Opfer zuzuschütten.

        Auch auf die Gefahr hin, dass die Opfer der Bevölkerung wirklich bewusst werden. Das ist nämlich – wenn du mich fragst – das wesentliche Motiv der Politik zumindest hierzulande: 12 Tote am Breitscheidplatz, das klingt wie eine Massenkarambolage auf der A1: shit happens. Anonym, abgehakt. Auf der anderen Seite braucht der Täter einen Namen: Wir reden stets von Anis Amri. Nicht, dass irgendjemand auf die Idee kommen könnte, von einem muslimischen Massenmörder zu sprechen. Vielleicht teilst du diese Ansicht nicht, aber denk mal darüber nach: Das Narrativ bestimmt die Story: Einmal reden wir von einem psychisch kranken Täter, einmal reden wir vom Exemplar einer bestimmten Religionsgemeinschaft. Egal, was „richtig“ ist, hinterfrage doch einfach mal, wer maßgeblich das Narrativ bestimmt.

      • @Balmazza
        Das mit dem Nummerieren denk ich mir schon seit Jahren. Ähnlich kennt man es ja vom Werther-Effekt: je weniger die Person dargestellt wird, desto weniger Nachahmer gibt es.
        Ich würde bei Mördern allerdings noch weiter gehen und sie lächlich machen. Also besipielsweise „Furzgesicht 7 erschoss zwölf Leute“ 😛
        Nee im Ernst, leider werden sich Medien wie die Bild es nie nehmen lassen, alles haarklein zu sezieren.

  3. Hey Steve,
    Ich habe mir das Video gestern angesehen. Leider muss ich sagen, dass es wirklich etwas von einem Egoshooter hat. Die Perspektive ist halt annähernd identisch. Keinerlei Reaktionen vom Schützen und der offensichtliche Reflex auf alles zu schießen was sich bewegt, kommt mir selbst (zum Glück in einem anderen Zusammenhang!) Sehr bekannt vor. Ich möchte mich zu den Ereignissen an sich nicht weiter äußern, da alles gesagt wurde und diese so schon schlimm genug sind. Ich möchte an der Stelle nur festhalten, dass ich es nicht bereue das Video gesehen zu haben. Mir war danach schlecht und ich habe mich übergeben… jedoch hat mir das Video eine ganz andere Perspektive dieses abscheulichen Attentates gezeigt. Diese Menschenverachtung und die Kaltblütigkeit, mit dem Leben ausgelöscht wurden ist wiederwertig! Für mich ist es durch das Video mehr als nur ein weiterer Terroranschlag auf der anderen Seite der Welt. Ich rate aber grundsätzlich von dem Video ab. Ich habe in meinem Leben nichts verstörenderes gesehen als dieses Video! Das steckt man nicht einfach weg!

  4. Auf /pol/ hat er gepostet er hat sich „nur“ mit CoD und auf einer Shooting Range darauf vorbereitet. Zu den 49 Toten kommen noch 50 zum Teil schwer verletzte. Er konnte erst 36 Minuten nach dem ersten Notruf gestoppt werden. Der Stream brach aber nach 16 Minuten ab. Er hatte noch jede Menge Waffen und Brandsätze übrig. Der hätte also noch länger weiter gemacht. Die Polizei scheint da auch ziemlich versagt zu haben finde ich.

  5. Ich habe die Computerspiele Debatte aller Pfeifer eh gefressen, aber was mir mehr Sorgen bereitet ist, das ich dass Video gestern unzensiert gesehen habe in voller Länge und ich dabei kein Mitleid/Angst oder sonstige Gefühle hatte.
    Ich merkte richtig wie abgestumpft ich bin durch das Jahrelange zocken, so wie durch die Filme und Serien.
    Was mir aber auffiel ist, das er wie in einem Shooter agierte.
    Also die Bewegungen usw.
    Vor Jahren habe ich mal mit einem Sturmgewehr geschossen und er wirkte nicht so als wäre er ein Amateur, er war Zielsicher und konnte sehr gut mit dem Rückstoß um.

    • Das agieren ist halt wie, wenn man mit ner Waffe umgeht, ganz normal.

      Und Warum soll man bei nem Video Angst haben, dafür gibt Horrorfilme. etc.

      • „Und Warum soll man bei nem Video Angst haben“
        „und ich dabei kein Mitleid/Angst oder sonstige Gefühle“

        Gibt sehr sehr viele meiner Freunde/Bekannten die anders eher Richtung emotional auf das Video reagieren.

  6. Beste was ich gelesen hab:
    Medien allgemein: er ist rechts
    liveleak: er ist kommunist
    und dann das schon aufgezählte. Was isser nu?

    Aber waurm hat der typ auf ner pumpgun ein scope drauf?

  7. Es ist mittlerweile ja schon einiges bekannt über die Motivation des Täters. Sein Manifest trägt den Titel „the great replacement“ ; eine in der alt right verbreitete Verschwörungstheorie nach der ein gesteuerter Bevölkerungsaustausch stattfindet. In Deutschland wird die Theorie vor allem von der IB aber auch von Teilen der afd verbreitet, das gleiche Gedankengut gibt es also auch bei uns. Wenn man dazu die „Hannibal“ Recherche der taz liest wird einem Angst und bange.

  8. Kann man nicht viel zu sagen, furchtbare Tat. Finde es allerdings interessant, dass die neuseeländische Regierung in einer ersten Reaktion gleich mal angekündigt hat, die Waffengesetze zu verschärfen. Jetzt habe ich natürlich keine Ahnung, wie lax (oder streng) die Gesetze bisher waren, aber es ist vermutlich eine gute „Antwort“.

  9. Die Tat ist rund 2 Minuten lang.
    Hätte er nicht noch wie ein Idiot rumgeballert, wäre er jetzt noch auf freiem Fuß… was eher erschreckend ist.

    • Die Tat ist keine 2 Minuten, wie kommt man auf so eine Idee?
      Der hat 17 min gestreamt wie man liest und war in 2 verschiedenen Moscheen. Der wäre auch nicht auf freien Fuß, sondern hätte weiter gemacht schätze ich mal.

      • Weil das Video selbstverständlich nicht nur die Tat zeigt. 6 Min Anfang ist er wie er zur Moschee fährt. Dann ist er 2 Minunten drin und danach sieht man ihn den Rest der Zeit wegfahren. Er war auch nicht in 2 Moscheen, zumindest ist das nicht im Video zu sehen.
        Ich hab das Video auch nur geschaut, weil mich der kranke Geisteszustand des Typs interessiert hat (er nennt seine Aktion unter Anderem ein „Feuergefecht“). Zum Glück war das video eh <480p, gesehen und gehört haste kaum was identifizierbares.
        Hätte er eben nicht noch rumgeballert und wäre abgehauen, hätte man ihn nicht erwischt (er hat bei der Wegfahrt auch kurz aus seinem Auto geschossen). Zum Glück sind solche Täter i.d.R. extrem kurzsichtig, ein kalter Mörder mit Sachverstand würde einen enormen Schaden anrichten.

      • Der Stream bzw. das Video ist 17min, davon ist er aber über 10min im Auto. In den restlichen 7min ist er 2x in der selben Moschee. In der 2. war wohl ein anderer Schütze.

  10. Vergleich mit einem Shooter kommt einfach von der PoV-Perspektive die durch die Helmkamera entsteht und es sieht auch wirklich so aus wie aus einem FPS.

    „Interessant“ find ich eher wie viele memes er so im Video und in seinem Manifest benutzt, sehr komisch das so zu sehen. Im Manifest schreibt er übrigens auch dass Games nichts damit zu tun haben, aber wieviel ist das Wort eines verrückten Terroristen schon wert?

    Hat Neuseeland außerdem nicht viel in „Terrorbekämpfung“ Überwachungsstaat Zeug investiert? Langsam zieht die Ausrede der Terrorbekämpfung hoffentlich nicht mehr um die Bevölkerung zu überwachen.

  11. Ich warte schon auf die Schlagzeile, dass er sich den Umgang mit den Waffen (wieso kann er sich so ein Arsenal an Waffen überhaupt problemlos besorgen?) bei Counterstrike oder Battlefield antrainiert hat.

  12. Naja bin auf twitter auch über einen Teil seines Filmes „gestolpert“, selbst Stunden danach, der Vergleich mit einem Shooter hat sich mir auch direkt aufgedrängt.
    Absolut abartig. In Fällen wir diesen hier, wie eben auch bei Breivik, fällt es echt schwer die Todesstrafe abzulehnen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here