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Gianluigi Buffon ist für ein Spiel der Serie A gesperrt worden. Der Grund: Blasphemische Äußerungen […] Der Verband hatte die Ermittlungen nach dem 4:0-Sieg über Parma aufgenommen, bei dem Buffon die entsprechende Äußerung in der 80. Minute gegenüber seinem Mitspieler Manolo Portanova getätigt haben soll. (Via)

Was er genau gesagt haben soll, wird nicht zitiert. Er muss jedenfalls 5000 Euro Strafe zahlen und wird für ein Spiel gesperrt – wegen „Verunglimpfung des Namens Gottes“. Ich für meinen Teil bleibe dabei, dass Politik und Religion im Sport eigentlich nichts zu suchen haben sollten. Auch in Sachen Politik wird hier ja in letzter Zeit (weil angeblich für die „richtige Sache“) des Öfteren eine Ausnahme gemacht. Wenn jemand auf dem Fußballplatz ein „Black Lives Matter“-Shirt trägt, ist das in Ordnung und niemand stört sich daran. Würde derselbe Spieler aber ein „Es ist okay, weiß zu sein“-Shirt tragen, dürfte er sich wohl einen neuen Verein suchen. Also wo zieht man die politische Grenze? Wer entscheidet, was okay ist und was nicht? Wie im Fall Dahlmann der Twitter-Mob?

Wenn es nach mir ginge, wären jegliche politischen und religiösen Äußerungen und Aktionen auf dem Sportplatz verboten. Fernab des Platzes können die Sport-Stars gerne ihre Meinung zu allem sagen, aber auf dem Platz sollten für ALLE dieselben Regeln gelten…



14 KOMMENTARE

  1. Kirche und der ganze Kram nimmt sich viel zu wichtig, aber ich sag mal nix, will ja nicht aufm Klo vom Blitz getroffen werden….

  2. Hat er etwa den Imperator gelästert?
    Mal ehrlich, wir leben weder in 40k noch im Mittelalter, ‚Gotteslästerung‘ sollte im Europa des 21. Jahrhunderts nicht strafbar sein.
    Wtf.

  3. > Wenn es nach mir ginge, wären jegliche politischen und religiösen Äußerungen und Aktionen auf dem Sportplatz verboten.

    Ja fühl ich eigentlich, aber wie du schon selbst schreibst: Wo zieht man die Grenze?
    Danach müssten z.b. die Trikotaktionen der Nationalmannschaften gegen die WM in Katar auch kategorisch verhindert werden, obwohl das ja an sich Politik in eigener Sache, also innerhalb des Fussball-Kosmos ist. Und nirgendwo wird die Reichweite und Wirkung so groß sein für solche Aktionen wie auf dem Platz selbst.

  4. Ich denke es gibt Statements, die sind für den Sport relevant und gut. Zum Beispiel die „Say No to Racism“-Kampagne, gegen die man sich objektiv einfach nicht wehren kann.
    Gegenüber allem anderen -und da würde ich BlackLivesMatter miteinbeziehen- sollte man sich jedoch versperren. Was nicht heißt, dass ich es nicht unterstütze, wenn Sportler oder Vereine bestimmte Aktionen unterstützen, sie müssen halt nur mit den Sanktionen leben bzw. diese in Kauf nehmen.

    • Ne, auf einer „Say no to Racism“-Demo, möchte ich genauso wenig Fußballparolen hören. Passt eben nicht zusammen und sollte „meiner Meinung“ nach getrennt behandelt werden.

      Jeder Spieler hat in seiner Freizeit die Möglichkeit zu allen Themen zu äußern. Macht er dies bei einem werbewirksamen Spiel, nutzt er seine Position aus.

      • Da in diesem Fall der Verband (hier z.B. die UEFA) die Parole ausgibt, ist es in Ordnung, weil dadurch für alle dieselben Regeln gelten. Und da Rassismus durchaus auch ein Fußball-internes Problem ist, ist es völlig legitim, dagegen vorzugehen. Der Völkermord an den Uiguren hingegen ist -so hart das klingt- nicht Fußball-intern.

    • Mich würde ja mal interessieren, wen man mit „say no to racism“ ansprechen will. Gehts um die drei Leute, die mit einem „ich bin foll der Rassist“-T-Shirt herumlaufen?!

      Das ganze ist also entweder der berühmt-berüchtigte Gratismut, den sonst Gutmenschen so gerne präsentieren, wenn sie sich ganz dolle auf die politische Linie stellen, oder der „racism“ soll so verstanden werden, wie ihn gewisse Kreise gerne verstehen, „strukturell“ und so … dann wäre es aber genauso politisch wie BLM.

      Ich bin übrigens nicht der Ansicht, dass „der Fußball“ ein besonderes Problem mit Rassismus hätte. Im Gegenteil: wir sind uns sicher einig, dass viele Ethnien, ob dunkelhäutig, asiatisch usw., auf dem Platz gegenüber ihrem Anteil an der Bevölkerung überrepräsentiert sind. Was nur natürlich ist, wenn sich die Bundesligavereine auf der ganzen Welt die besten Spieler zusammenkaufen; der größte Teil der Welt ist nunmal nicht „weiß“. Und dennoch ist es ja nicht so, als wären rassistische Vorfälle an der Tagesordnung. Ich würde sogar die These wagen, dass gemessen an der o. g. Überrepräsentation genauso viel oder wenig Rassismus auf dem Platz stattfindet wie im Alltag.

      • Es gibt keinen Rassismus im Fußball weil es „überproportional viele“ Schwarze gibt in den Mannschaften?

        Krasse Definition von Rassismus im Fußball. Und ich Deppi dachte, der Rassismus im Fußball zeigt sich an: Affenlauten, Nutzung des Wortes „Nigger“ oder Gesängen wie „Husch husch Neger in den Busch“. So habe ich Rassismus im Fußball erlebt, als es noch Zuschauer in den Stadien gab…

  5. Unvorstellbar im 21 Jahrhundert. Schickt ihm am besten noch die Inquisition auf den Hals.

    Religion ist eine Geisteskrankheit und sollte endlich öffentlich als solche betitelt werden!

  6. Was richtig und was falsch ist entscheidet der Verband oder der entsprechende Verein, im Zweifel halt noch der Spieler selbst (wenn er an einer Aktion nicht teilnehmen möchte).
    Fußball und Sport im allgemeinen haben und hatten immer schon einen inkludierenden Charakter, da sind doch Kampagnen gegen Rassismus absolut willkommen. Ich verstehe auch nicht so recht das Problem des Entscheidens über richtig und falsch. Werbung für Integration und Toleranz ist willkommen, Werbung für einzelne politische Parteien nicht – da gibt es doch eine breite Akzeptanz.

    Die Kirche hat nunmal in so fern eine Sonderstellung, als das sie einem enormen gesellschaftlichen Wandel unterliegt. Für die einen ist sie nach wie vor eine moralische Institution, für die anderen stehen die Missbrauchsfälle im Vordergrund. Diese krasse Diskrepanz wird man nur sehr schwer ein zweites mal finden.

    Der Sport sollte in meinen Augen seine gewaltige Aufmerksamkeit in jedem Fall dazu nutzen die Wichtigkeit von Menschenrechten und Toleranz (auch hier wird man kaum über richtig oder falsch diskutieren müssen) in den Köpfen der Menschen zu verfestigen.

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