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Overwatch 2 game director Aaron Keller has provided more insight into why developer Blizzard decided to can a long-promised PvE mode that has been in development since 2019. In a newly released blog, Keller says the discussion going around about “how we’re canceling PvE outright…isn’t accurate” before getting into details about the game’s origins, development process, and future. (via)

Gestern Abend hat Aaron Keller in seiner Funktion als Game Director von Overwatch 2 ein neues Status-Update zu dem Spiel veröffentlicht. Während seine bisherigen Beiträge für gewöhnlich recht fröhlich formuliert waren und sich um positive Dinge drehten, so folgt der neueste Beitrag aber nicht wirklich diesem Trend. In diesem Blogeintrag thematisiert er nämlich die Einstellung des PvE-Modus von Overwatch 2 und er liefert den Spielern einige weitere Hintergrundinformationen zu dieser Entscheidung.

Diese Ankündigung hat viele Spieler in der vergangenen Woche ziemlich frustriert. Dazu kommt dann noch der Umstand, dass einige Beiträge im Netz und in den sozialen Netzwerken von der kompletten Entfernung von PvE aus Overwatch 2 sprachen. Die Spieler sind außerdem wütend über die Entwickler, weil die Inhalte für Overwatch 2 mit dem Versprechen von PvE verkauft wurden und dieses Versprechen jetzt einfach dreckig gebrochen wurde. Mit seinem Beitrag wollte Aaron Keller einige der Unklarheiten beseitigen, die falschen Annehmen aus dem Weg räumen und erklären, wieso der Modus jetzt auf einmal gestrichen wurde.

Der vermutlich wichtigste Teil des Beitrags ist eine offizielle Entschuldigung von Aaron Keller an die gesamte Fangemeinde von Overwatch. Er persönlich hatte Probleme damit, sich von dem PvE-Modus in Overwatch 2 zu distanzieren. Das Projekt ist ihm wohl sehr wichtig gewesen und er hat zu lange an einer Idee festgehalten, die einfach nicht funktioniert hat. Im Nachhinein wünscht er sich, dass er das Ganze früher abgebrochen und die Spieler eher über diese Entscheidung informiert hätte.

„In this case, I had trouble pivoting away from a vision that just wasn’t working. And for that I would like to apologize to our players and to our team. I’m sorry.“

Was die Gründe für die Aufgabe des PvEs betrifft, so war das Projekt einfach viel zu groß. Die Arbeit an dem PvE-Modus war noch lange nicht fertiggestellt und dieses Feature war auch nicht annähernd so unterhaltsam, wie die Entwickler es sich gewünscht hätten. Noch mehr Zeit und Arbeit in einen mies gestalteten Aspekt des Spiels zu investieren, hätte weder den Entwicklern noch den Spielern geholfen. Blizzard hat dann die Entscheidung getroffen, die Arbeit daran einzustellen und nicht länger Ressourcen von dem Live Content wegzunehmen.

In der Entwicklung von Spielen laufen die Dinge selten wie geplant. Das Team hat sich sehr schwergetan, die korrekte Vorgehensweise für die Heldenmissionen zu finden. Dann wuchsen die Ziele für diese Neuerung und die Entwickler versuchten zu viele Dinge gleichzeitig abzuarbeiten. Dadurch verloren die Entwickler ihren Fokus und das Gesamtpaket litt unter der zu sehr aufgeteilten Arbeit des Teams. Trotzdem haben die Entwickler einige richtig coole Dinge wie beispielsweise Talente oder neue Feinde erschaffen, die wohl in der Zukunft verwendet werden sollen.

Gleichzeitig betonte Keller, dass das PvE nicht komplett aus Overwatch 2 verschwinden soll. Das Team plant noch immer die angekündigten Story-Missionen mit Saison 6 zu bringen und diesen Content mit zukünftigen Saisons weiter auszubauen. Dort werden wohl auch die Inhalte eine Verwendung finden, die für den verworfenen PvE-Modus entwickelt wurden. Die Story-Missionen erzählen eine gradlinige Geschichte in der Welt von Overwatch, die den Spielern sowohl durch das Gameplay als auch Zwischensequenzen vermitteln werden soll. Dafür hat das Team sich ordentlich ins Zeug gelegt und eine Erfahrung erschaffen, die weit über die Missionen aus den Archiven hinausgeht.

We will begin to release them in Season 6. The work done here is amazing, leaps and bounds above what we’ve built for PvE previously in our game

Ein weiterer interessanter Punkt dreht sich um den Grund dafür, warum Blizzard das PvE überhaupt in diesen PvP-Titel einbauen wollte. Laut Keller versucht Blizzard schon seit 2016 zu dem MMO FPS zurückzukehren, welches ursprünglich einmal das Projekt Titan darstellte. Das Team sah sich in der Vergangenheit immer als ein MMO-Team und Overwatch war im Grunde nur ein Teil des Plans für das eigentliche Projekt. Das Team hatte immer die Absicht zu den eigentlichen Plänen zurückzukehren und das Spiel stärker als MMO FPS auszurichten.

Die Entwickler wollten Krabbeln, Laufen und irgendwann Rennen. Das Krabbeln war das grundlegende Overwatch und mit dem PvE von Overwatch 2 wollte man das Laufen erreichen. Das Rennen als finale Phase des Spiels wäre ein richtiges MMO gewesen. Diese Absicht steckte tief in der DNA des Teams und es wäre wirklich die Rückkehr von Projekt Titan gewesen. Deshalb startete die Arbeit an dem PvE Teil des Spiels auch schon im Jahr 2016 mit dem Launch von Overwatch. Keller denkt mittlerweile, dass dieser Schritt ein Fehler gewesen ist.

Die Entwickler haben sich zu sehr darauf konzentriert, was die Zukunft bringt und was der nächste Schritt sein sollte. Dabei wollten sie zu Titan zurückkehren und ihre ursprüngliche Vision umsetzen. Bedauerlicherweise sorgte diese Einstellung dafür, dass Overwatch als Spiel nicht wirklich im Fokus des Teams stand. Sie hatten zwar einen gewaltigen Erfolg erschaffen, aber Overwatch war für sie nicht wirklich das finale Produkt. Laut dem Game Director hätte das Team schon damals darauf reagieren sollen, was für ein Spiel sie tatsächlich besitzen und wie sie dieses Produkt verbessern können. Diese Erkenntnis lässt vermuten, dass die Entwickler sich jetzt wirklich darauf konzentrieren werden, wo die Stärken von Overwatch 2 liegen und was für Inhalte die Spieler sehen wollen.

Eine Entschuldigung zu erhalten ist immer ein guter erster Schritt. Das Ganze deckt zwar nicht alle Punkte ab, aber der Game Director darf, vermutlich auch nicht zu viele Fehler offen zugeben. Trotzdem dürften diese Aussagen die Spieler nur bedingt beruhigen. Leute im Internet neigen nicht dazu, solche Dinge zu verzeihen oder sinnvoll auf Entschuldigungen zu reagieren. Ich für meinen Teil bin froh über die zusätzlichen Details und die einigermaßen offenen Worte. Der Verlust von PvE ist tragisch. Allerdings will ich kein mieses Produkt und es wäre gut, wenn der Fokus jetzt wirklich komplett auf dem PvP liegen würde. Jetzt muss das Team sich nur noch etwas von der gierigen und unverschämten Vorgehensweise mit der Monetarisierung distanzieren.

 

Director’s Take – Reflecting on the future of Overwatch 2

Hey all. It’s been an emotional week in the world of Overwatch. A few days ago, we talked about our change in approach to PvE in Overwatch 2 and released a high-level roadmap for the year. We’re really excited for everything we’ll be launching soon, but much of the discussion this week has been about how we’re cancelling PvE outright, which isn’t accurate, so I want to take some time to discuss some of that with you here.

When we announced Overwatch 2 in 2019, the idea for the game was centered around the PvP game we released last October, and on the PvE side, Story Missions and Hero Missions.

Story Missions focus on fast-paced, co-op gameplay, as well as story, cinematics, and cutscenes that expand the world of Overwatch. Story Missions tell a linear narrative about the heroes of Overwatch reuniting and battling the new Null Sector threat, pushing the story of Overwatch forward for the first time since our original game released. These missions take place on huge maps with new enemies and new cinematics. We will begin to release them in Season 6. The work done here is amazing, leaps and bounds above what we’ve built for PvE previously in our game, and I can’t wait for our players to get their hands on them. We’ll be sharing more details there in the coming weeks.

Hero Missions (or Hero Mode), on the other hand, encompassed an in-development game mode that allowed players to upgrade individual heroes through talent trees, providing a deeply replayable version of PvE in Overwatch 2. It was a really exciting concept, something that not only resonated with players, but that the team was passionate about and really dedicated to. This is the mode we’re no longer moving forward with.

To give you some context for this change, I’d like to talk about the past and the origins of Team 4. The Overwatch team was founded in the wake of a cancelled game at Blizzard called Project Titan. That game had many facets, but at its heart, it was an FPS MMO. The Overwatch team, especially at its inception, considered itself an MMO development team. As we transitioned away from that original concept and started creating Overwatch, we included plans to one day return to that scope. We had a crawl, walk, run plan. Overwatch was the crawl, a dedicated version of PvE was the walk, and an MMO was the run. It was built into the DNA of the team early on, and some of us considered that final game a true realization of the original vision of Project Titan.

When we launched Overwatch in 2016, we quickly started talking about what that next iteration could be. Looking back at that moment, it’s now obvious that we weren’t as focused as we should have been on a game that was a runaway hit. Instead, we stayed focused on a plan that was years old. Work began on the PvE portion of the game and we steadily continued shifting more and more of the team to work on those features.

Things rarely go as planned in game development. We struggled to find our footing with the Hero Mission experience early on. Scope grew. We were trying to do too many things at once and we lost focus. The team built some really great things, including hero talents, new enemy units and early versions of missions, but we were never able to bring together all of the elements needed to ship a polished, cohesive experience.

We had an exciting but gargantuan vision and we were continuously pulling resources away from the live game in an attempt to realize it. I can’t help but look back on our original ambitions for Overwatch and feel like we used the slogan of „crawl, walk, run“ to continue to march forward with a strategy that just wasn’t working.

We had announced something audacious. Our players had high expectations for it, but we no longer felt like we could deliver it. We needed to make an incredibly difficult decision, one we knew would disappoint our players, the team, and everyone looking forward to Hero Missions. The Overwatch team understands this deeply – this represented years of work and emotional investment. They are wonderful, incredibly talented people and truly have a passion for our game and the work that they do.

Lastly, people have wondered why this announcement came at this time. After Overwatch 2 had launched, we started refining our plans for future seasons. As those plans grew, we tried to find ways to make all of our ambitions fit together in a plan that we believed in.

We couldn’t. And we also knew that we couldn’t go back to pulling people away from the live game in service of that original vision again. So, we made the difficult decision to cut Hero Missions and started planning for the future.

From there, we needed to update the vision for the game, gain confidence in our new direction and roll out the changes to the team. The decision was the start of a long process, not the final piece of it.

This has been hard for us, but as the director on this project, I have to do my best to make decisions that put the game and the community first, even when those decisions are disappointing. In this case, I had trouble pivoting away from a vision that just wasn’t working. And for that I would like to apologize to our players and to our team. I’m sorry.

We are focusing our efforts and our passion into making this game an ever-evolving experience. We are still committed to building many of the elements we talked about at BlizzCon 2019, including the Story Missions that delve into the next chapter of the Overwatch universe, new types of co-op content we haven’t yet shared, and new stories that we’re planning to tell both in and out of the game. We’re excited about this direction and we can’t wait for you to finally get to experience what we’ve been building.

Overwatch was born from the ashes of Project Titan. It was a moment of metamorphosis for the team and the project… and something beautiful came out of it. This is another moment of change. And the future of Overwatch will be born out of it.

(via)


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2 KOMMENTARE

  1. Laut dem einen Interview hat man bereits vor 1,5 Jahren entschieden PvE zu canceln. Das heißt vor Release das Spiels war diese Entscheidung bereits getroffen. Egal wie man sich jetzt entschuldigt oder sich rausreden will, man hat hier bewusst Spieler hinters Licht geführt um den Overwatch Spielern ein nachteiligen Shop-Overhaul als neuen Titel anzudrehen. Ich bin mal gespannt ob das demnächst noch etwas größere Wellen schlagen, immerhin hat man neben den Spielern auch Aktionäre misleitet

  2. Würde gerne die Kurve aktiver Spieler -7 +7 Tage vor und nach Ankündigung sehen. Würde behaupten min. eine Halbierung.

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