Sylt-Tagebuch 12.07.

Sylt ist absolut faszinierend! Zwar kostet es hier schon 8 Euro, eine Toilette benutzen zu dürfen, aber die Insel ist einfach der Hammer. Ich habe heute zwei unterschiedliche Probanden intensiv studiert: Die Möwen und die Rosenverkäufer. Beide dreist, aufdringlich und seit heute auf meiner schwarzen Liste weit oben.

Fangen wir mal mit den Möwen an: Alle Exemplare auf Sylt sind fett und dreist. Das eine resultiert zweifellos aus dem anderen. Ich habe heute live miterlebt, wie eine Möwe einem kleinen Mädchen das Eis im Senkflug aus der Hand gerissen hat. Hätte ich ein Luftgewehr zur Hand gehabt, wäre es zu einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Ex-Möwe geworden. Die Frage, die mir nun stelle, ist, ob Möwen von Natur aus dreist sind, oder ob sie es einfach werden, weil sie hier jeder Trottel füttert und sie daher meinen, es wäre ihr Recht, den Touristen das Essen unter dem Hintern wegzureißen.

Noch eine Spur dreister sind die Rosenverkäufer hier in Westerland. Mir ist heute im Laufe des Tages aufgefallen, dass die Leute hier auf der Insel schon regelrecht von den Verkäufern eingeschüchtert sind. Ich kenne aus mehreren Großstädten die Masche der Rosenverkäufer: Die sind dreist und aufdringlich. Aber hier sind sie noch eine Spur krasser, denn hier werden sie sogar handgreiflich, wenn man ihre verdammten und vor allem vertrockneten Rosen nicht kauft. Folgendes Szenario: Ein kleiner Junge wird von den Abzockern hier auf der Insel vorgeschickt. Er hält jedem Passanten, der ihm über den Weg läuft, die Rose direkt ins Gesicht, so dass man quasi nicht dran vorbeilaufen kann. Der kleine Rotzlöffel hat das heute auch bei meiner Frau so gemacht. Als sie ihn dann ignorierte und weitergehen wollte, hat er einfach mal von hinten gegen ihr Bein getreten. Er ging dann weiter und zog die exakt selbe Nummer bei den nächsten Passanten durch. Ich ging daraufhin hinter ihm her, schubste ihn leicht und wies ihn “freundlich” darauf hin, dass er nicht einfach irgendwelche Leute treten könne, nur weil niemand Lust auf seine aggressive Art hätte. Aus dem Nichts kam dann urplötzlich wild brüllend die Mutter des Jungen an, spielte das Opfer und tat so, als hätte ich ihren Jungen gerade erschossen. Anschließend versuchte ich mehrfach, ihr die Situation zu erklären, aber sie verstand natürlich kein Wort. Statt dessen vollführte sie weiter ihre Variante des “sterbenden Schwans” und deutete ständig auf meine Geldbörse. Ja genau, ich zahle auch noch dafür, dass die kleine Pissnelke meine Frau tritt. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich rief die Polizei. Wahrscheinlich genau im richtigen Moment, denn mittlerweile war die halbe Verwandtschaft der “Rosenmafia” von Sylt angerollt. Es ist schon krass, wie organisiert die ganze Masche abläuft. Den Rest der Geschichte erspare ich Euch mal.

Aber der Tag hatte auch seine schönen Seiten: Ich saß heute bei strahlendem Sonnenschein den gesamten Vormittag auf der Terrasse unseres Hotels und schrieb an meinem Buch. Meine Frau lag ca. 50 m weit entfernt am Strand. Da sie einen äußerst aufregenden Bikini anhatte, war es gar nicht so einfach, sich aufs Schreiben zu konzentrieren.

Den Abend haben wir dann wieder zusammen in einem Strandkorb vor dem Hotel verbracht (siehe Foto). Dabei war es allerdings richtig kalt. Hier auf Sylt zieht ein Sturm auf. Naja, ich haue mich jetzt erstmal ins Bett. Bis morgen, liebe Community. Lasst es Euch gut gehen!

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