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scumbag_shkreli

Vielleicht habt Ihr die Sache schon mitbekommen: In den sozialen Netzwerken braute sich in den letzten Tagen ein wahrer Shitstorm gegen einen Herren namens Martin Shkreli zusammen. Warum? Community-Mitglied Timo hat die Sache schön zusammengefasst:

„Martin Shkreli, 32, ist Gründer und CEO von „Turing Pharmaceuticals“, ein Pharmaunternehmen aus den USA. In den letzten Tagen erwarb der Konzern die Rechte an „Daraprim“, ein Medikament zur Behandlung von Infektionen, welches es schon seit mehr als 65 Jahren gibt und heute häufig von Aids-Patienten benutzt wird.

Damit das Unternehmen auch genug Profit in Zukunft erwirtschaftet hat Shkreli einfach mal den Preis von dem Medikament erhöht – von 13,5 $ auf 750 $, also um mehr als 5500%!!!

Shitstorm lies natürlich nicht auf sich warten, aber anstelle sich demütig zu zeigen, feuert der Typ einfach eiskalt dagegen:

https://www.youtube.com/watch?v=euLFAHkMXF4
(Interview mit CBS)

https://www.youtube.com/watch?v=vx6Ct8kG0iU
(Shkreli auf Twitter)

Seine Vorgehensweise ist zwar legal, aber doch schon sehr erstaunlich, wie abgefuckt manche Personen sind in Bezug auf Geld. Immerhin werden dadurch die Missstände im US-Gesundheitssystem teilweise aufgedeckt – hat also auch einen positiven Effekt.“

Der Fall schlägt in den USA hohe Wellen. Es haben sich schon einige hochrangige US-Politiker mit der Sache beschäftigt, u.a. die ehemalige First Lady und US-Außenministerin Hillary Clinton, die dazu auf Twitter schreibt…

Wie seht Ihr die Sache?


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33 KOMMENTARE

    • Echt mind blowing. Da sieht man, welche Macht die „Medien“ haben. Als ich von dem Thema nur hier gelesen habe, dachte ich mir: 1. Was ein Spa**t 2. Hah, na USA, merkt ihr was? und 3. Steckt da noc was dahinter?

      Durch deinen Link finde ich diese Aktion sogar ganz cool. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen. Und wer keine KK hat, bekommt es kostenlos! Epic win.

  1. Hab mich gerade noch mit meinem Schwager unterhalten, der selbst Arzt an einem Bremer Krankenhaus ist. Lustigerweise kosten die Tabletten hierzulande auch nur einen Bruchteil von dem, was die Amis bisher bezahlt haben. (<2€/Stück)

    • Naja.. bei uns unter 2EUR/Stück , dort drüben bislang $13,50 / Packung.. da kommt es dann wohl vom Packungsinhalt ab, ob es bei uns wirklich „nur einen Bruchteil“ kostet…

  2. Natürlich sagt die Clinton das. Ich bin sicher, dass die Königin der Korruption bestens dafür geeignet ist, den Korporatismus in der Pharmaindustrie zu bekämpfen.

    • Ist ja nicht so, als hätte diese Frau, ein Interesse an der Freiheit der Menschen. Aber schon Witzig, wie viele Leute jetzt nach noch mehr Staat rufen.

  3. Tjoa…leider rechtlich erstmal so völlig Ok.

    Moralisch frag ich mich allerdings, wie man so ein ekelhaftes Stück Scheiße sein kann…

  4. Ich wünschte es würde ein Umdenken auf der Welt geben und mehr Non-Profit Unternehmen und Organisationen geben…. trauriges und krankes Kapitalismus…

    • und was sollte das bringen? nix…
      geld wird nun einmal nur dort investiert, wo es auch etwas zu verdienen gibt.
      investoren lassen sich nicht vorschreiben wo sie ihr geld anlegen.
      du entscheidest doch auch „freiwillig“ zu welcher bank du dein geld bringst, oder? oder bringst du es zu der, die die meisten gebühren und niedrigsten zinsen bringt?
      und du kaufst auch nur im edelsupermarkt ein?
      sorry, aber irgndwoher muss nun einmal das geld herkommen,was wir verdienen.
      ich arbeite im geschäftsleben mit non-profit organisationen zusammen,diese müssen hergestellte waren vernichten, da sie sie nicht verkaufen dürfen… ob das sinnvoll ist, solltest du dich mal fragen…
      und bei anderen leistungen sind sie ein vielfaches teurer, als wenn man die dienstleistungen im östlichen ausland erbringen lässt und die waren hin und her kutschiert…
      kapitalismus ist nicht krank, sozialismus war krank und ist daher gestorben^^

  5. Das ist eben der freie Markt….
    Deswegen bin ich ja dafür, dass existenzielle Dinge wie Gesundheitsversorgung, Strom, Wasser, Bildung usw. vom Staat für alle sichergestellt werden muss. D.h. nicht, daas es nicht auch private Angebote für all das geben kann, aber nicht nur privat.

    • Das ist eben kein freier Markt….
      Das ganze nennt sich Korporatismus. Hätten wir freie Märkte, würde jetzt einfach ein Konkurrent auftreten, der die ganze Situation nützt, und dieses Produkt günstiger Anbietet.

  6. Tja, so ist halt die Pharma Industrie… geben wir Vitamin C hinzu und haben nochmal das Patent für ein paar Jahre und keine Generika und verdienen Millionen an recht billigen Pillen.
    Aber mal ehrlich – jedes Unternehmen auf der Welt arbeitet so. Darum auch gleich noch die Frage: wer von euch würde beim Lidl die 5€ Milch kaufen wenn daneben die um 1,50€ steht? Wer bei Amazon „billiger“ einkauft unterstützt so ein Geschäftsgebaren über zig Umwege genauso.

      • problem in der pharmaindustrie ist doch, dass neue/bessere medikamente nur durch massive und vor allem teure forschung auf den markt kommen können, ganz davon ab wie teuer erstmal die zulassung ist, wenn man erstmal was „erforscht“ hat.
        und wo soll das geld für diese forschung/entwicklung herkommen, wenn nicht über den preis, der für das ach so billig herzustellende medikament?
        genau,schaffen wir die ganze böse pharmawirtschaft ab und leben von naturprodukten NICHT…

  7. Finde jetzt gerade keine Quelle, meine aber mich erinner zu können, dass er sich dem Druck gebeugt hat und die Preissteigerung zurücknimmt (oder zumindest in einem verkraftbaren Rahmen vornimmt)

  8. Gehört dem nicht auch nen E-Sports Team?

    Ansonsten: Was soll man dazu noch gross sagen, Konzern Haifisch Mentalität vom feinsten. Das ist die negative Seite von zuviel Freiheit und dem fehlen staatlicher Kontrolle.

    Allerdings wollens die Leute ja so, bzw. es ist den meisten egal wenn die Gesetzentwürfe verabschiedet werden. Von daher kann man sich in den nächsten Jahrzehnten auf mehr dieser Fälle gefasst machen, auch hier in Europa.

    Je mehr Verantwortung und Kontrolle der Staat, und damit die Demokratie abgibt desto mehr Einfluss werden die Oligarchen und Industriekaptiäne auf unser Leben (oder Sterben) nehmen können.

    • Wobei Staatliche Kontrolle in der Vergangenheit meist auch nicht besser war, siehe die Kommunistischen Staaten. Dazu sitzen in der Politik zu viele Leute die eigentlich keine Ahnung haben oder Entscheidungen nicht aus fachlichen Gründe sondern aus populistischen Gründen treffen.

      • Kommunismus ist an der menschlichen Natur gescheitert, und war von jeher ne Utopie irgendwelche wirrköpfiger Philosophen ohne Bezug zur Realität.

        Das funktioniert zwischen 2 Leuten, das funktioniert zwischen 10 Leuten etc. aber niemals im Leben zwischen Millionen.

        Der Kern meiner Aussage ist das nen gewisses Mass an „wohlwollender“ Diktatur auch in ner Demokratie nicht falsch ist, zumindest in den Bereichen wo die Freiheiten einzelner Schaden auf Kosten der Mehrheit anrichten.

        • Und wer denkst du, sollte das Recht haben über das Leben anderer, zu herrschen? Wie sollen einige wenige, entscheiden können was für Millionen von Menschen gut und richtig ist?

          • Das Recht sollte der/die haben dem die Millionen das Recht zugestehen, das ist doch der Grundgedanke hinter dem ganzen Demokratie Schmonzes.

            Gegenfrage: Und was denkst du wäre die alternative? Anarchie wo jeder alles für sich selbst entscheidet und keinen Rattenschiss auf andere gibt?

            Der Mensch ist nen Tier, und braucht genau wie nen Hund jemand der die Leine hält, und ihm eins draufgibt wenn er böse war. Ob das jetzt durch Gesetze die eine Gewählte Legislative aufsetzt ist, nen König der Gesetze verabschiedet oder ne Gemeinschaft die Regeln festlegt ist relativ egal.

        • @nihilius Libertarismus. Jeder darf tun was er will, solange er niemand anderem Schadet(Privatrechtsordnung). Ich sehe die Freiheit als erstrebenswertes Ziel an. Denkst du, dass du ein Tier bist, bzw. wieso Unterstellst du anderen Menschen, Tiere zu sein? Du definierst dich damit ja selbst als ein Tier, wie also kannst du dann wollen, dass ein Tier über andere Tiere herrscht?

          • Ich seh uns alle als Tiere die sich selbst zu wichtig nehmen, und nur noch wenig Bezug zu der Welt haben in der sie leben.

            Eine der simpelsten Regeln ist das in jeder Gruppe von Tieren einer der Chef ist und sich ne Hackordnung bildet, das ist unter Menschen auch nicht anders.

            Deine Meinung und Überzeugung ist natürlich dein Vorrecht, aber persönlich hab ich wenig Vertrauen das ne Welt wie du sie dir vorstellst so funktioniert.

    • Zu viel Freiheit? Fehlen staatlicher Kontrolle?

      Wie bitte?

      Zu wenig Freiheit, zu viel staatliche Kontrolle ist die richtige Erklärung. Staatliches Eingreifen ermöglicht dieses Monopol überhaupt erst. Der Mann hat das exklusive Recht erworben, dieses Produkt zu verkaufen. In einer freien Marktwirtschaft wäre das niemals machbar. Kein noch so großer Konzern hat ohne staatliche Hilfe die Mittel, dem Rest der Welt das Konkurrieren zu verbieten. Ohne dieses kranke „Recht“ würde nicht nur Medizin weitaus billiger werden, sondern auch Konzerne wie Monsanto hätten nicht annähernd die Macht, die sie jetzt haben, international Druck auszuüben und per Gesetz zu verhindern, dass jemand den armen Bauern in der 3. Welt das gleiche Saatgut billiger anbietet oder vllt sogar welches herstellt, das über mehrere Generationen fortpflanzungsfähig ist.

      Die staatliche Einmischung ist die Ursache des Problems, nicht die Lösung.

      • Konzerne haben zuviel Freiheiten und Zugeständnisse von Seiten der Politik, und die müssen meiner Meinung nach beschnitten werden, und das kann nur die legislative.

        Allerdings wird das mit dem System der Amerikanischen Politik und der Natur der Wahlkampfgelder wohl nie funktionieren.

        Hab letztens nen schönen Spruch gehört der das komplette (Amerikanische) Problem zusammenfasst: „A King by the grace of others is a debtor and not a ruler“

        • In Sachen Zugeständnisse würde ich definitiv zustimmen. Es ist nur wichtig dabei nicht alles über einen Kamm zu scheren. Wenn Konzerne Exklusivrechte haben (oft dank Vitamin B), dann ist das Korporatismus, nicht Kapitalismus. Grundsätzlich braucht man kein Privateigentum, um eine korrupte Regierung und Bürokratie zu haben, solange die in ihrer eigenen Welt mit ihren eigenen Gesetzen leben. Die Mächtigen rotten sich früher oder später zusammen. Natürlich macht es die Sache nicht besser, wenn man diesen Interessengruppen schon von vornherein die Treue schwören muss, um überhaupt gewählt zu werden.

    • Da mein Kommentar scheinbar nicht durchgekommen ist, werde ich ihn mal sinngemäß wiederholen:

      Der Staat greift bereits sehr stark in die Pharmaindustrie ein. Eben deswegen ist es überhaupt möglich, exklusive Verkaufsrechte an Produkten zu erwerben. Das Gleiche trifft z.B. auch auf Monsanto mit ihren Saatprodukten zu. Durch die Androhung von Strafe mit Hilfe Staates wird Konkurrenz verhindert, was das exakte Gegenteil einer freien Marktwirtschaft ist, und wodurch diese teure Abhängigkeit von bestimmtem Anbietern entsteht. Es gibt nicht zu viel Freiheit, sondern zu wenig. Staatliche Eingriffe sind nicht die Lösung des Problems, sondern die Ursache.

      • Damit machst du es dir aber auch etwas zu einfach. Diese exkulsiven Verkaufsrechte gibt es ja deswegen, weil das Entwickeln eines Medikaments extrem teuer ist. Wenn die Entwickler nicht für eine gewisse Zeit das exkusive Verkaufsrecht hätten, würde es sich für niemanden mehr lohnen, Medikamente zu entwickeln.

        Warum man nun in den USA offenbar die Rechte von lange etablierten Medikamenten kaufen kann, verstehe ich nicht.

        • Exklusive Verkaufsrechte müssen absolut nicht existieren. Man muss sich nur mal die Computerindustrie angucken, wenn man einen freien Markt sehen will und wie das mit der Innovation funktioniert. Es kommen jedes Jahr neue Smartphones, Tablets und Teile für Gaming-PCs raus, die für denselben Preis bessere Leistung liefern. Es dauert nicht lange, bis man einen PC mit doppelter Leistung bekommt, der weniger kostet als der letzte. Mit Medikamenten ist das nicht viel anders. Natürlich gilt da Moore’s Law nicht, aber es gibt auf jeden Fall einen starken Anreiz, vor allen anderen eine schwere Krankheit heilen zu können. Wer als Erster verlässlich und ohne Nebenwirkungen Krebs heilen kann, wird als der womöglich reichste Mensch der Welt enden. Dazu muss man es anderen nicht verbieten, dasselbe später auch zu tun. Der Entwickler hat bereits einen Vorteil aus zeitlichen Gründen und wenn er den nicht nutzt, ist er selbst schuld. Die Patienten sollten nicht dafür bestraft werden, indem ihm das Recht bescheinigt wird, willkürlich den Preis zu heben.

  9. Die Sache ist noch interessanter, da er Besitzer eines professionellen LoL-Teams ist. Riot überlegt das Team wegen dieser Sache von der LCS auszuschließen, es handelt sich um Team Odyssey.

    Allerdings ist der Herr ein HedgeFond-Manager und in dieser Branche ist so ein vorgehen gar nicht unüblich. Das erst heute dieses lächerliche System in die Kritik gerät ist daher richtig aber meiner Meinung nach auch etwas spät.

  10. bin mir da nicht ganz sicher wie das bei den amis ist,
    aber unterliegen medikamente nicht nur xx jahre einem patentschutz? zumindest was die grundstoffe betrift?

    da war doch mal was bzgl. der pfizer pillen.

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