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Baden-Württemberg hat sich nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ bereit erklärt, schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich in seinen Kliniken aufzunehmen […] Ministerpräsident Kretschmann habe die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart sagte der Zeitung, es gehe um Menschen, die ohne Beatmung in den kommenden Tagen sterben würden. (Via)

Mich hat diese Nachricht von teilweise wütenden Community-Mitgliedern erreicht. Duergy schreibt dazu beispielsweise…

Also wir sollen zuhause bleiben um unser Gesundheitssystem zu schonen, damit wir Kranke importieren können?

Ist halt ne durchaus schwierige ethische Frage. Und ich verstehe auch, dass die Menschen darüber wütend sind. Auf der anderen Seiten haben wir massiv Plätze mit Beatmungsgeräten aufgerüstet, die aktuell noch leer stehen. Es geht hierbei um Menschen, die ohne ein solches Gerät vermutlich sterben werden – Frankreich hat nämlich offenbar aktuell zu wenig solcher Geräte.

Warum gerade in dieser schwierigen Zeit nicht anderen Menschen helfen?



42 KOMMENTARE

    • Finde ich auch aber ist halt wie mit Klopapier, da denken viele Leute an erster Stelle an sich, an zweiter an sich, an dritter auch an sich und jeder andere der es nur wagt den Dreck unter Ihrem Fingernagel zu neiden, der muss mit aller Macht bekämpft werden. Nicht die Krankheit ist Gefahr, sondern unsere Mitmenschen die in Kauf nehmen das andere leiden, oder gar sterben müssen, weil bei Ihnen eine Sicherung durchgebrannt ist.

  1. Es ist so deutsch in Kaltland.
    Das Menschen an den Außengrenzen sterben ist ja erstmal nichts neues und scheint auch niemanden weiter zu stören.
    Doch das man jetzt auch die französischen Nachbarn verrecken lässt, ist fast schon ne neue Stufe der Eigengruppe und Fremdgruppe.

    • Es ist so deutsch von Pizzamann.
      Eine gute Sache direkt in’s Negative ziehen, notfalls mit Querverweis auf eine unzusammenhängende Problembaustellestelle, ist ja erstmal nichts neues und scheint ihn auch nicht weiter zu stören.
      Doch dass er jetzt auch gleich noch die eigene moralische-ethische Überlegenheit raushängen lässt, ist fast schon ne neue Stufe des Eigenlobs.

    • Hä? Hab ich was verpasst? Wo steht das wir unsere französischen Nachbarn verrecken lassen? In Freiburg liegen doch schon die ersten Menschen aus Frankreich auf den Stationen. Fake News?

    • Ich beziehe mich mit der Äußerung auf die Kommentarspalte dieses Blogs und nicht auf die tatsächliche Wirklichkeit, in der zum Glück Menschen mit Bedarf behandelt werden können.

  2. Finde ich definitiv richtig.
    Auch in diesen Zeiten sollte der europäische Gedanke nicht verloren gehen.

    Es kann eklig werden, wenn dann eine große Welle in Deutschland startet, aber ich als braver Schwabe bleibe dafür bei dem Königswetter heute auch in meinen vier Wänden.

  3. Ich finde auch wir sollten helfen, wichtig ist aber unsere eigenen Kapazitäten nicht zu überanspruchen. Wenn unsere Ärtze und Krankanschwestern schon kurz vor dem Zusammenbruch sind bevor es bei uns richtig schlimm wird, haben wir auch nichts gewonnen. Grundsätzlich würde ich mir mehr wünschen das die Länder (vor allem der EU) bei denen noch Ressourcen verfügbar sind, denen Helfen die es richtig schlimm erwischt hat.
    Achja, es gab doch Stimmen in einem anderen Blog Eintrag die gesagt haben das sie gerne den Virus vor dem Sommer hätten, die könnten ja ehrenamtlich in Krankenhäusern arbeiten, dann würde ihnen der Wunsch schnell vergehen

  4. Ich wohne in Grenznähe, bin somit direkt ‚betroffen‘ und finde es absolut richtig! Wir regen uns hier zwar öfter mal über die Franzosen auf, die auch ohne corona regelmäßig unsere Läden stürmen aber trotzdem sind wir Nachbarn und profitieren auch gegenseitig aus dieser Partnerschaft.
    Ich fände es fatal wenn ‚drüben‘ Menschen sterben und bei uns sind noch ungenutzte Betten.

  5. Ich wollte eigentlich einen längeren Kommentar schreiben, bin aber tatsächlich gerade echt angewidert von allen, die jetzt nur „mimimi teutschland soll nicht, mimimimi erst wir,# und dann vielleicht die, mimimimimi…“ schreien

  6. Die Kommentare hier sind teilweise sowas von armselig. Stendig „wir“ und „uns“. WIR sind die EU und wir müssen UNS einander helfen.
    Als nächstes sollen Patienten auch nicht mehr zwischen den Bundesländern ausgetauscht, weil sie ja „unsere“ Kapazitäten wegnehmen, oder was? Traurig.

    • Komisch, dass gerade kein Hahn nach der EU kräht. Alle Nationen regeln ihre eigenen Angelegenheiten offenbar mehr oder weniger selbst wenns ernst wird.

      • Ich finde auch, dass die EU hätte mehr machen müssen und bin in einigen Bereichen enttäuscht vonr ihr.

        gleichzeitig
        – gehören die getroffenen Maßnahmen in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Mitgliedstaaten
        – handelt es sich um eine niedagewesene Notsituation – es ist einfacher schnell allein zu entscheiden als im kollektiv mit 26 weiteren Ländern (was nicht heißt das die Entscheidungen richtig waren und auf EU-Ebene nicht ein bessere Ansatz hätte gefunden werden können. In der Praxis ist das aber nunmal in solchen Situationen schwierig und braucht mehr Zeit)
        – kommt der EU auch in dieser Situation nachweivor eine extrem wichtige Rolle, z.B.: aufrechterhaltung des europäischen Binnenmarkts trotz Grenzschließung. Die Supermärkte wären hier ohne Binnenmarkt nicht jeden Tag wieder voll (trotz der scheinbaren Wunschvorstellung vieler, dass deutsche Supermärkte ausschließlich deutsche Bananen verkaufen)

  7. Wenn wir mit unserem Gesundheitssystem den Karren aus dem Dreck ziehen, sehen die Leute vieleicht mal ein, dass sie ihres lieber „verdeutschen“ sollten anstatt dass unseres ausgehölhlt und „amerikanisiert“ wird.
    Ethisch ist sowieso jeder Arzt verpflichtet Leiden zu lindern. Insofern ist die Aufregung ein Nonstarter.

  8. Willst du den französischen Patienten wieder abstöpseln, wenn wir plötzlich nicht mehr genügend Betten haben? Wahrscheinlich nicht. Und wie willst du dann dem deutschen Patienten erklären, dass er leider sterben muss, weil ein Franzose, der keine Krankenkassenbeiträge in Deutschland zahlt, in seinem Bett liegt. Sicherlich ist das menschlich, hier seine Hilfe anzubieten. Aber die Sache bietet ein gewisses Konfliktpotential. Und ich wäre ehrlich gesagt enttäuscht.

    • Und der Konflikt wird dadurch besser, dass wir sagen:
      „Morgen könnten wir das Bett für nen Deutschen brauchen. Daher lassen wir dich jetzt sterben und helfen dir nicht.“
      Ich glaube nicht.

      • Und der Konflikt dadurch besser, dass wir sagen: “ wir können leider unsere eigenen Landsleute nicht versorgen weil wir halt die Station voll mit Franzosen haben. Pech gehabt.“.?

        • Der Konflikt wird dadurch besser, dass man sagt, in diesem Bett liegt kein MENSCH, also wird es besetzt. Andersherum genau so. In diesem Bett liegt bereits ein MENSCH.

  9. Es gibt keinen Grund dagegen. Die Betten stehen aktuell leer. Deutschland hat noch gute Reserven. Selbst die mehr ausgelastete Schweiz nimmt Patienten auf. Es ist schlicht falsch die Geräte ungenutzt und jemand sterben zu lassen weil sie vielleicht in zwei Wochen gebraucht werden. Frankreich ist nicht der Feind, die haben dieselben Probleme. Eine Eindämmung ist im Sinne aller, das Virus macht nicht an der Grenze halt. Meiner Meinung nach hat die EU versagt, Italien hätte man deutlich intensiver und vor allem früher helfen müssen. Jetzt tun es die Chinesen. Und die Russen sind ab nächster Woche auch da, während die EU bunkert und sich abschottet.

  10. Bei Italien haben wir abgelehnt aber hier ist es der Nachtbar und genug an der Grenze und vielleicht unser engste Verbündeter und können später falls es nötig ist selber um Hilfe hoffen.

    Also haben wir Platz?
    Bin dann auch das hier gestoßen und man sieht halt wieder wie mächtig unser Gesundheitssystem ist im vergleich zum Rest der Welt!

    „…Deutschland hat eine der größten Bettendichten der Welt
    Ähnlich sieht das Andreas Gassen. „28.000 Intensivbetten sind, soweit ich weiß, weltweit spitze. Das sind rund 30 auf 100.000 Einwohner. Das Vereinigte Königreich zum Beispiel hat 6 auf 100.000 Einwohner, Frankreich 12 auf 100.000. Da sind wir schon extrem gut aufgestellt“…“

    https://www.focus.de/gesundheit/news/corona-lage-als-bewaehrungsprobe-fuer-kliniken-berliner-gesundheits-professor-uns-wuerden-italienische-verhaeltnisse-nicht-ueberlasten_id_11772437.html

  11. Sorry aber was für ein widerlicher, geistiger Dünschiss
    „Also wir sollen zuhause bleiben um unser Gesundheitssystem zu schonen, damit wir Kranke importieren können?“
    Es geht darum freie kontingente optimal zu nutzen.
    Wenn ein Krankenhaus in Bremen keine Plätze mehr frei hat, ein Krankenhaus in Niedersachsen aber ja, heißt das dann das der Bremer verrecken soll weil die Niedersachsen sich keine kranken Bremer „importieren“ möchte?

    Abgesehen davon: es ist eine Grenzregion. Es gibt tausende deutsche die auf frz. Seite wohnen (ich gehöre dazu, ich wohne im Elsass (straßburg) und arbeite in Deutschland.

    Folgt man dieser menschenverachtenen, komplett asozialen Logik würde es folgendes für mich bedeutenden: werde ich hier in Frankreich krank – sollten die Ärzte hier nach Nationalität aussortieren?
    Der ärztliche Berufsethos lautet nicht „wir heilen nur Bürger einer Nationalität – Ärzte behandeln Menschen, nicht Nationalitäten.

    (und dazu noch diese armselige opfer-Mentalität: „DER ARME DEUTSCHE BLEIBT ZU HAUSE DAMIT DER FRANZOSE HIER BEHANDELT WIRD“)

  12. Welt.de ca. 20:39 Uhr, aus dem Ticker:
    Erste Corona-Patienten aus Frankreich in Freiburg eingetroffen

    In der Uniklinik Freiburg sind die ersten schwerstkranken Patienten aus der französischen Region Elsass eingetroffen, wie die Präsidentin des Departementrates Haut-Rhin, Brigitte Klinkert, twittert. „Danke (Ministerpräsident) Winfried Kretschmann“, schreibt sie. Der „Badischen Zeitung“ sagt Klinkert, die Uniklinik solle zwei Patienten aus dem Elsass aufnehmen, drei würden nach Heidelberg überstellt und drei weitere nach Ulm. Jeweils einer werde in Mannheim und in Villingen-Schwenningen untergebracht. Alle müssten beatmet werden. Die französische Armee hatte zuletzt Patienten aus dem Elsass in andere Regionen des Landes ausfliegen müssen, weil die Beatmungsplätze knapp wurden. Klinkert bat daraufhin Baden-Württemberg und die Schweiz um Hilfe. Die Schweiz will nach ihren Worten sechs Patienten aufnehmen.

  13. Warum die Menschen Sauer sind? Weil sie Wasser predigen und Wein trinken.

    Genau wie bei Hamsterkäufen und Moralaposteln geht das ganze nämlich immer bis zu dem Punkt an dem man selbst betroffen sein könnte.

    Von geheuchelten Sozialen aufrufen sind die Netze dieser Tage ja voll, aber wenn ein „Ausländer“ eine Beatmungsstation bekommt, die ICH(im übertragenden sinne) eventuell brauche, hört der Spaß auf, dann zeigt sich die widerlich egoistische Fratze.

  14. Aus meiner Sicht eine absolute Frechtheit. Wir sollen alles dafür tun, um die Verbreitung des Virus so weit zu strecken, damit unsere Krankenhäuser nicht überfordert werden und eine Versorgung der Betroffenen gewährleistet ist – um dann kranke Ausländer zu importieren?
    Hier wird so eine Panik geschoben, dass viele Menschenleben auf dem Spiel stehen und dann sowas…
    Ehrlich gesagt bin ich da ein wenig fassungslos.

    Deutschland leistet sich eine vernünftige Gesundheitsversorgung, und soll dann wieder den Retter für alle anderen EU-Länder spielen?

    • Also würdest du deine Familie sterben lassen, wenn sie zur Behandlung in ein Nachbarland gebracht werden müssten? Na das ist mal echte Liebe (:

    • Es ist eben so wie immer. Deutschland muss den Karren ausm Dreck ziehen. Bin gespannt was passiert wenn die Kapazitäten für deutsche gebraucht werden. Schickt man die dann weg? Sollen die sich ne andere Klinik suchen? Das Ding wird uns noch übel auf die Füsse fallen.

      • Das wäre tragisch. Dennoch bleibt Mensch = Mensch.
        Was wäre wenn es bei uns voll wäre und du nach Frankreich müsstest? Ich wünsche dir, dass du gehst und dich behandeln lässt und vielleicht mit anderen Gedanken zurückkehrst. Ich lade dich aber ein, deine Menschlichkeit auch ohne Tragödie wiederzufinden.

        • Würden wir nicht andere Nationalitäten bei uns behandeln müsste ich nicht nach Frankreich.

          Bei anderen Erkrankungen ohne eine Krisensituation mag das alles toll sein. In einer Situation wie wir sie aber jetzt haben kann das noch böse Enden.

  15. Menschlich sicher eine richtige Entscheidung. Aber sollte mein 73jähriger Vater sterben, weil er sich Corona einfängt und ein Franzmann an „seinem“ Beatmungsgerät hängt, dann gnade Kretschmann Gott …

    • Es werden jüngere Menschen sowieso älteren vorgezogen, wenn also ein waschechter 30 jähriger Deutscher Hilfe braucht, wird deinem Vater für dem echten Deutschen das Gerät entzogen, da kommen man wohl manche besser damit klar, als im Fall eines nicht deutschen.

  16. Als Saarländer muss ich sagen das regt die Leute zu Recht auf.
    a) Was ist wenn die Leute die hier ein Beatmungsgerät brauchen und bezahlen, keins mehr kriegen? Klemmen wir die Franzosen dann ab?
    b) Viele da drüben sind deutsche Steuerflüchtlinge. Man spart halt gut wenn man drüben wohnt. Dann soll man halt auch mit den Nachteilen leben. Eine kommende Triage darf dann auf jedenfall nicht zulasten der Deutschen gehen.

    • a) eine Beatmung dauert nur ca.7-10tage sagen führende Ärzte
      b) wer nicht raus geht steckt sich auch nicht an also selbst schuld… wenn andere vor euch sind.. bleibt einfach das ganze Jahr zuhause dann passiert euch nix… so mach ich es jedenfalls.

  17. Also wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wird man etwa 1 Woche beatmet, falls dies benötigt ist.
    Und ich hoffe doch, dass bei uns nicht die Kapazitäten in 1 bis 2 Wochen erschöpft sind.
    Und vielleicht hat sich die Lage in Frankreich gebessert, wenn hier so richtig die Kacke am dampfen ist und sie können von uns Patienten aufnehmen.

    Kann Null verstehen, warum die Menschen sauer sind. Zumindest solange nicht, bis deswegen deutsche Patienten nicht aufgenommen werden können.

  18. Warum schickt man nicht die Geräte? Ich bin strikt dagegen hochansteckende Patienten zu importieren. Sollen die die Geräte abgeben und gut – aber wehe es geht dann hier los und die Teile fehlen. Dann brennt die Hütte aber.

  19. Mal wieder Leute mit 0 Empathie, so lange in der Grenzregion noch so viele Betten frei sind wäre es einfach ein Unding die Menschen 30km weiter verrecken zu lassen, nur weil sie auf der anderen Seite einer Grenze wohnen.

  20. Ethisch und moralisch sicher eine richtige Entscheidung. Aber, wenn man befürchtet in ein bis zwei Wochen evtl nicht genügend intensivplätze mehr zu haben, ist es da sinnvoll Patienten aus anderen Ländern aufzunehmen? Was macht man in dem Fall? Schickt die Franzosen zurück?
    Schwierige Frage.

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