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Das soziale Netzwerk TikTok, vor allem bei jungen Menschen beliebt, ist für seltsame Trends und skurrile Videos bekannt. Eine aktuelle Challenge sprengt nun definitiv die Grenzen des guten Geschmacks […] Unter #autismchallenge (dt. etwa „Autismus-Herausforderung“) machen sich User über Menschen mit Behinderung lustig. Dabei ahmen sie vorgeblich autistisches Verhalten nach und tun so, als seien sie selbst von der Krankheit betroffen. (Via)

Wenn ich ein Außerirdischer wäre und würde die Erde besuchen, bzw. die Menschen beobachten. Meint Ihr, ich hätte Bock auf diese Spezies? Wir Menschen haben noch viele, viele Jahrhunderte vor uns, in denen wir uns in SEHR vielen Bereichen weiterentwickeln müssen…



10 KOMMENTARE

  1. Über diese „Challenge“ muss man wohl kein Wort verlieren.

    Nur eines stört mich: „We don’t need your hate“ … wie eben heutzutage gleich alles „Hass“ ist. Wann begreifen die Gutmenschen – auch wenn sie in der Sache ausnahmsweise mal im Recht sind – endlich, dass sich solche Schlagworte durch übermäßigen Gebrauch abnutzen?

    • Ich will gar nicht behaupten, dass Menschen nicht gerne übertreiben, gerade in ihrer Wortwahl, aber bei „Hass“ (und vor allem im Englischen bei „hate“) sehe ich das anders. Laut Duden ist Hass „heftige Abneigung, starkes Gefühl der Ablehnung“. Man kann sich jetzt darüber streiten, wie stark „stark“ und „heftig“ sind, aber dass man ein Gefühl der Ablehnung oder eine Abneigung gegen Menschen mit Behinderungen haben muss, um sich so über sie lustig zu machen, sehe ich durchaus. Außer jemand ist tatsächlich so blöd und unüberlegt, dass man sowas tut, ohne drüber nachzudenken.

      Im Englischen ist „hate“ schon länger abgenutzt, zumindest in der Umgangssprache. „Love“ und „hate“ werden ständig benutzt, um leichtere Gefühle zu beschreiben. Wenn man etwas nicht so gerne isst, „I hate pasta!!!“. Das ist kein neues Phänomen.

      • Der Herr Duden hat Recht: Hass ist ein Gefühl. In vielen Fällen der heutigen Zeit, ohne jetzt ein Fass aufmachen zu wollen, beruht die Ablehnung jedoch nicht auf einem Gefühl, sondern auf rationalen Überlegungen. Wenn der Gutmensch dann auch noch von „Hass“ spricht, ist es einfach sachlich falsch.

        Und auch hier sehe ich keinen Hass im Dudensinne. Ich sehe „!bestenfalls“, dass man sich über eine Behinderung lustig macht. So, wie es Witze über Epileptiker und Leprakranke gibt; da würde auch niemand von Hass reden. Oder Ostfriesenwitze … „hasst“ irgendjemand Ostfriesen? Also hier in Süddeutschland jedenfalls niemand!

        Nochmal: mir geht es in keinster Weise darum, diese Videos zu rechtfertigen, sondern ausschließlich darum, dass Gutmenschen dazu tendieren, alles Abweichende als Hass zu framen.

        • PS: „aber dass man ein Gefühl der Ablehnung oder eine Abneigung gegen Menschen mit Behinderungen haben muss, um sich so über sie lustig zu machen, sehe ich durchaus.“

          Klares Nein. Gerade im Freundeskreis kabbelt man sich doch gern mal, wohl wissend, dass derjenige das eben nicht als Herabsetzung auffasst. So werden „Dörfler“ von den „Städtern“ gerne mal auf ihren Wohnort reduziert (Schlimmste Pandemien? Ebola, Cholera, vom Heuberg ‚ra! Versteht man nur, wenn man die Mundart versteht.). Oder glaubst du, die blonden Haare meiner Freundin hätten mich jemals davon abgehalten, im passenden Augenblick ein bestimmtes Klischee hervorzukramen?!

          Also nochmal nein: „Hass“ ist heutzutage zu 99% Framing.

          • Ob „Hass“ nun passt oder nicht, sei dahingestellt; ich glaube nicht, dass wir uns da einig werden. Aber:

            „Gerade im Freundeskreis kabbelt man sich doch gern mal, wohl wissend, dass derjenige das eben nicht als Herabsetzung auffasst. So werden „Dörfler“ von den „Städtern“ gerne mal auf ihren Wohnort reduziert (Schlimmste Pandemien? Ebola, Cholera, vom Heuberg ‚ra! Versteht man nur, wenn man die Mundart versteht.)“

            Als Bundeslandnachbar versteh ich das noch. Find ich auch witzig. Aber der Freundeskreis ist ein denkbar schlechtes Beispiel. Wenn man genau weiß, wie die/der andere denkt, wenn man den Humor der/des jeweils anderen versteht, dann ist das was vollkommen anderes. Gerade bei solchen TikTok-Trends und ähnlichem Blödsinn macht man sich aber eben nicht über Menschen lustig, die einem nahestehen, sondern über eine gesamte Gruppe mit einem besonderen (als negativ empfundenen) Merkmal.

            Wenn ich mit meinem Stiefvater, der Pole ist, blöde Witzchen übers Autoklauen mache, ist das nicht mit einem (womöglich sogar gänzlich ernst gemeinten) bösen Witz über die klauenden Polen als generell nicht vertrauenswürdiges Volk zu vergleichen.

  2. Wobei ich ja immer noch den Glauben habe, das es nur eine (durch Social Media leider weitweit sehr präsente und laute) Minderheit ist. Ausschuss haste halt leider immer. Ich geb die Hoffnung nicht auf ^^

  3. Kann man diese App nicht bitte endlich aus dem Appstore werfen?
    Damit beweißt sie einfandfrei, das sie da nicht hin gehört.

    • naja 1 Minute auf Facebook, Twitter, Snapchat oder oder oder und du findest genau den gleichen Mist oder schlimmer. Willst du die Apps jetzt auch alle rauswerfen?

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