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„Scheinbar drohen einige Leute der Synchronsprecherin Laura Bailey, weil sie Abby in The Last of Us 2 gesprochen hat und diese Figur einige nicht so nette Dinge tut. Wie dumm können Leute eigentlich sein.“

…schreibt Azurios auf unserem Discord-Server zu der ganzen Sache. Man muss sich das mal vorstellen: Eine Sprecherin, die weder was mit der Story oder dem Drehbuch zu tun hat und nur einer Figur in einem Computerspiel ihre Stimme leiht, bekommt Morddrohungen für das, was die Figur in dem Spiel tut. Lest Euch die Tweets mal durch. Was stimmt nur nicht mit den Menschen?



22 KOMMENTARE

  1. „Was stimmt nur nicht mit den Menschen?“

    Sind mehrere (meiner Theorie/Meinung nach) Ebenen dies bezüglich. Auf der einen Seite befinden wir uns inzwischen in einer soweit vernetzten Welt, dass wir jeden Tag quasi alle Probleme dieser Welt mitbekommen inkl. des einhergehenden Wandels in dieser Welt. Die Folge daraus ist, dass man gefühlt immer weniger an jenen Sachen festhalten kann, die einen Spaß bereiten. In dem Fall hier waren die Erwartungen eben so, dass der zweite Teil ähnlich zum ersten sein wird. Nun hat aber TLOU2 quasi mit fast allem gebrochen, was nicht wenigen Spielern gerade am ersten Teil gefallen hat, folglich: ein Wandel dessen, was einem Spaß gemacht hat.
    Mehrheitlich zusammen kommend (TLOU2 wird nicht das einzige sein, was sich für diese Menschen gefühlt oder real ändert) üben diese Änderungen einen immer größeren Druck aus, der sich irgendwann in Zorn entlädt.

    Die zweite Ebene ist dann, gegen wen sich dieser Zorn richtet. Meist sind das jene, die als „primär Mitwirkende“ (siehe auch das Beispiel von Malcolm McDowell) einem gegenüber stehen, also Schauspieler, Synchronsprecher, in der öffentlichkeit tätige Programmierer, Designer usw. Diese müssen überhaupt nicht die Entscheidungsgewalt über die Richtung, in der sich das Werk verändert hat, haben, sie können völlig beliebig sein. Nur: sie sind eben quasi das „Gesicht“ dieses Wandels und dahingehend entlädt sich dann die Wut.
    Wir hatten vor einer Weile einen ähnlichen Fall, in der der Lead-Map-Designer von Fans bedroht wurde wegen der Art und Weise der Monetarisierung (war, soweit ich mich richtig erinnere, bei APEX). Der Designer hatte gar keine Entscheidungsgewalt darüber, stand aber im regen Kontakt mit der Community und war dadurch quasi das „Gesicht“ dieser Entscheidung.

    Die dritte Ebene sind dann die Menschen selbst, die sich einerseits durch solche krassen Äußerungen erhoffen, dass sich zukünftig oder nachträglich etwas an ihrem ehemals geliebten Produkt ändert. Gleichzeitig ist es ein Umgehen mit der Ohnmacht gegenüber den Veränderungen aka „Dampf ablassen“. Und zu guter Letzt haben solche Äußerungen keinerlei Strafe zur Folge, wodurch dieses „Dampf ablassen“ in dieser Form quasi Salon-fähig wurde (ähnlich wie Swatting eine Weile lang).
    All diesen Menschen gemein ist aber, dass sie nie gelernt haben mit Veränderung, mit Meinungen anderer etc. umzugehen, da die Welt sich entweder nur selten für sie Verändert hat oder im stetigen Wandel war und in beiderlei Fällen diese Machtlosigkeit inzwischen sehr erdrückend wirkt.

    Eine Patentlösung gibt es dagegen jedoch leider nicht.

  2. Angesichts der immer zunehmenden Radikalisierung der Meinungen zu jeglichen Themen, bin ich auch einfach nur noch sprachlos und frustriert über die zunehmende Intoleranz auf nahezu allen Bereichen des Lebens.

  3. Laura Bailey ist so eine tolle Synchronsprecherin. Vorallem als Jaina Proudmoore ist sie überragend. Und wer das Video kennt, in welchem sie „Daughter of the sea“ live singt, der wird bestinmt eine Gänsehaut bekommen. Und es ist beschämend, dass es Vollidioten gibt, die Drohungen/Morddrohungen an eine Person schicken, weil sie einer Spielfigur ihre Stimme leihen und diese halt böse Sachen macht etc. Was kann der/die Sprecher/in denn dafür? Hat die Sprecherin von Sylvanas (Patty Mattson) etwa sowas durchmachen müssen, weil ihr Charakter Teldrasil abgefackelt hat oder das Weichei Saurfang gekillt hat? Manche nehmen Spiele viel zu ernst. Und gerade jetzt, wo man mit Worten Menschen viel mehr verletzen kann und im schlimmen Fall gleiten diese dann in eine Depression.

  4. So um 2000 rum waren die LEute nicht so behindert und die Stimmung wesentlich aufgeklärter, nüchterner und bescheidener oder irre ich mich?
    Hat das Internet und Social Media uns ruiniert? ODer whatever?

    • In den 90er und frühen 2000er Jahren war das Netz selbst noch teils für die etwas „besser betuchten“ und hatte zum anderen einen recht „nerdigen“ Charakter. Kurz: es bewegten sich allen voran recht technokratisch veranlagte Menschen durch das Netz. Es gab zwar auch sehr „starke“ Meinungen, aber mehrheitlich war die Meinungslandschaft recht „homogen“ (der alte „Star Wars vs Star Trek“ Diskussionen im Internet Scherz kommt nicht von ungefähr).
      Jene, die so reagierten, wie es inzwischen gefühlt an der Tagesordnung im Netz ist, waren unter sich in der „Realität“ am sogenannten Stammtisch.
      Durch den immer weiter wachsenden Zugang zum Internet fanden aber eben auch jene irgendwann eben ihren Weg ins Datennetz und damit auch deren Verhalten, Meinungskultur etc.

      Kurz gesagt: weder das Inet noch Social Media hat die Menschen ruiniert, sie waren schon immer so. Das Internet hat nur zum einen diese „Stammtischmentalität“ einem breiteren Publikum vorgestellt und zum anderen offenbar gemacht, wie stark verbreitet solches Verhalten/Gedankengut doch ist.

  5. Auch wenn es traurig ist so ist das nun mal die Zeit in der wir Leben. Ich glaube das solche Morddrohungen viel häufiger vorkommen als so manch einer denkt.

  6. …bin sprachlos. Aber das bin ich dieser Tage häufig. Irgendwie spinnt ein erschreckend großer Teil der Menschheit nur noch.

  7. Vollidioten, allesamt. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein. Die arme Sprecherin, die kann dafür ja nun am allerwenigsten etwas…

  8. Ich bin ja eigentlich kein Fan von einer klaren Personenzuordnung im Netz und eher pro Anonymisierung. Aber bei sowas bin ich immer mehr der Meinung, dass es Maßnahmen braucht um dagegen etwas zu tun.
    Die Leute sind seit Jahren schon recht radikal in ihren Meinungen. Das sieht man ja auch immer in den Steam Foren. Beleidungen sind Alltag. Extreme Meinungen und diese nur in Schwarz oder Weiß ebenfalls. Die Leute differenzieren nicht mehr. Und wenn dann ein Spiel so handwerklich perfekt umgesetzt ist wie TLOU2 und sich mal traut Dinge zu tun, die vielleicht nicht Friede, Freude Eierkuchen sind und eben durch die Perfektion entsprechend Emotionen auslöst, dann ist die Kombination aus allem eben sowas wie hier beschrieben.

    Ich verstehe halt nicht was in den letzten Jahren passiert ist, dass die Leute so dermaßen ihren Verstand aufgeben. Mittlerweile ist es so oft der Fall, dass du entweder die Meinung von jemandem teilst oder du bist der Feind. Objektive, differenzierte Diskussionen sind auf so wahnsinnig vielen Seiten nicht mehr möglich.

    Und das Problem sind da nicht die Spiele-Entwickler, die Seitenbetreiber oder derartiges, sondern das sind all die Leute die sich irgendwann überlegt haben gemeinschaftlich den Verstand das Klo runterzuspülen. Das nervt mich seit Jahren mittlerweile. Und das Ausmaß, was das hier annimmt finde ich unmöglich und jeder Einzelne, der so einen geistigen Dünnschiss von sich gibt wie hier im Artikel beschrieben, sollte zur Rechenschaft gezogen werden. Und zwar konsequent. Außerhalb des Netzes würden auch entsprechende Maßnahmen angewendet werden. Aber die Leute fühlen sich durch die Anonymisierung halt sicher. Traurig wie sich das alles entwickelt.

  9. Das gibt es in Deutschland leider auch… Ein Beispiel der Schauspieler Wolfgang Bahro spielt „Jo Gerner“ in der Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten… Er erzählt auch soft, dass er auf der Straße und beim Einkaufen angefeindet wird… komische Leute gibt es…

  10. Malcom Mcdowell ging es nach dem 7ten Star Trek Film auch so, weil seine Figur Captain Kirk tötet. Solche verstrahlten Leute wird es leider immer geben. In unserem Zeitalter ist es nur einfacher jemanden zu belästigen. Malcom musste man noch Briefe schreiben^^

  11. Hier sehen wir leider mal wieder die dunklen Ecken des Internets bzw. der „Gaming“ Community.
    Und wie immer gilt die alte Regel wer am lautesten schreit bekommt die meiste Aufmerksamkeit.

    Dieser momentane Shitstorm um TLOU2 ist wohl eine der unrümlichsten Debatten die wir seit langem hatten.
    Es fing ja bereits mit dem review bombing an, wo 2 Stunden nach Release bereits etliche Leute das Spiel mit reihenweise 0 Punkten auf Metacritic herab gewertet haben. Wie man bei einem Spiel das ca. 25-35 Stunden Spielzeit hat nach dieser Zeit zu einem Fazit kommen kann muss man wohl nicht verstehen.
    Aber wenn so etwas eine Eigendynamik entwickelt ist es halt nicht mehr zu stoppen.

    Ich habe TLOU2 letzt Woche duchgespielt und muss sagen. dass es wirklich eine Frechheit ist was hier gerade passiert. Das Spiel ist in nahezu allen Punkten ein absolut überwältigendes Erlebnis. Alleine die audiovisuelle Arbeit die hier von Naughty Dog geleistet wurde sucht seines gleichen.

    Ich glaube jedoch das ein großteil des Aufruhrs vor allem an falschen Erwartungen liegt. Ein gewisser Teil der „Fans“ hat wohl einfach erwartet das hier eine Fortsetzung nach Uncharted Art abgeliefert wird.

    Die Abenteuer von Ellie und Joel 2. Die beiden erleben ein paar neue Geschichten zum Ende gibts dann noch eine Priese Dramatik und dann geht doch wieder alles gut aus.

    Genau das bietet TLOU2 eben nicht. Es spielt mit den Erwartungen, zwingt zu unangenehmen Perspektivwechseln und vor allem zwingt es den Spieler dazu die schonugslose Gewalt zu reflektieren.
    Alle Charaktere befinden sich in einer Grauzone. Sie handeln zwar von den Motiven her verständlich jedoch zunehmen unmoralisch.
    Und genau das ist der Punkt. Ellie als ist zwar Protagonistin aber keine „Heldin“ nicht mal eine „Antiheldin“.
    Die Heldenreise bleibt aus, vielmehr entwickelt es sich zu einem Abstieg in den menschlichen Abgrund.

    Ich kann verstehen wenn sich einfach nicht jeder auf eine derartige Handlung einlassen kann und will, aber es ist dann doch mehr als unfair das Spiel aus einer subjektiven Abneigung heraus derart zu verreißen. Der Kritiker Schnitt von 94 spricht hier wohl für sich.

    Aber die sind wahrscheinlich alle von Sony gekauft und haben einen dicken Koffer mit Geld bekommen.

    Zum Thema Diversität möchte ich noch sagen, dass ich Diese zu keinem Punkt im Spiel aufgezwungen wirkte. Ellie ist eben lesbisch, Dina ist Jüdin und eine Charakter auf den ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen möchte ist Transsexuell. Dies sind jedoch keine definierenden Charaktereigenschaften. Es sind einfach Hintergründe unerschiedlicher Menschen die für den Ausgang der eigentlichen Story dementsprechend „fast“ keinerlei Rolle spielen.

    • Naja es ist der falsche Ort um jetzt wieder über das Spiel zu diskutieren.
      Aber man kann über das Spiel lange diskutieren. 10/10 review bombing direkt bei erscheinen gab es halt auch.
      Es gibt viele die das Spiel feiern so wie es ist. Es gibt aber auch viele, die berechtigt mit der Story nicht klar kommen. Und die Story ist der Knackpunkt, denn seinen wir ehrlich das Gameplay ist eher durchschnittlich.
      Klar es ist wie du schreibst, eine Frage der Erwartungshaltung. Nur wenn man einen ersten Teil hat mit 2 Hauptcharakteren und mit diesen im 2. Teil so umgeht, wie hier geschehen, darf man sich nicht wundern wenn das nicht allen gefällt.
      Dies hat auch nichts im Kunst, oder die haben das Spiel nicht verstanden zu tun.

      Nur egal wie, rechtfertigt sowas natürlich in keinster Weise jemand wie Frau Bailey so anzugehen.

    • „Ich habe TLOU2 letzt Woche duchgespielt und muss sagen. dass es wirklich eine Frechheit ist was hier gerade passiert. Das Spiel ist in nahezu allen Punkten ein absolut überwältigendes Erlebnis. Alleine die audiovisuelle Arbeit die hier von Naughty Dog geleistet wurde sucht seines gleichen.“

      Das mag auf dich zutreffen aber auf viele andere eben nicht. Ich finde Gameplay Technisch ist TLOU2 immer noch langweiliger 0815 kram und die Story naja. Man kann sicher drüber streiten aber gerade bei einem Spiel fühlt es sich halt nicht gut an wenn der Charakter Plötzlich dinge tut denen man nicht mehr folgen kann oder will und man keine Entscheidungsfreiheit hat das zu ändern. Sowas Funktioniert in Filmen aber in Spielen halt eben nicht für jeden.

  12. Ja da kann es keine 2 Meinungen geben, sowas ist einfach nur erbärmlich und traurig.
    Aber leider wird es wohl immer eine Handvoll Spinner geben, die da Realität mit Fiktion nicht trennen können. Erlebt man ja, auch immer wieder mal, wenn Schauspieler einen kontroversen Charakter spielen.

    • Kann man natürlich nur zustimmen, aber „Morddrohungen“ haben in der heutigen Zeit auch irgendwie an Qualität verloren, wenn man ihre Quantität berücksichtigt. Was ich meine: wenn – vor Social Media – jemand eine abgeschnittene Affenzunge in der Post gefunden hat, dann war das schon ein Grund, öfter mal über die eigene Schulter zu schauen. Wären in der heutigen Zeit alle Morddrohungen, die eben mal so auf SM ausgeschissen werden, ernst gemeint, hätten wir keine Klimaschutzdebatte mehr angesichts der restlichen paar Handvoll Menschen!

      99% dieser Morddrohungen auf Twitter sind Ausdruck der Enttäuschung und vielleicht Wut, aber nicht ernstzunehmen. Aber das machts natürlich nicht einfacher, das restliche Prozent herauszufiltern.

      • Ich kann dir versprechen, so für die Gaming-Community allgemein gesprochen…diese Erkenntnis hilft dir nicht.
        Meine erste „ich schlitz dich auf“-Drohung als Shoutcaster hab ich vllt. mit 17 oder 18 bekommen. Natürlich weiß man, dass das irgendein frustriertes Arschloch-Kiddy ist, dass pampig ist, weil es seinen Willen nicht kriegt. Trotzdem ist es ein mulmiges, komisches Gefühl. Will jetzt nicht sagen, ich wäre panisch geworden, aber die nächsten 2-3 Tage läuft man doch etwas komischer durch die Welt.

        Deswegen, auch wenn es nicht „ernst“ gemeint ist, sollte man es nicht bagatellisieren, frei nach dem Motto „YOLO, muss man aushalten!“. Vor allem nicht heute, wo der eigene Datenschutz noch dünner ist als früher und die Leute scheinbar so angestachelt sind, dass sich immer mal ein Wahnsinniger findet. Im Zweifelsfall unterstützt diese ekelhafte Unart eher noch den Erzberger-Effekt.

      • ja sicher, nur was willst du machen? Hinnehmen, weil ist ja immer so?
        Klar wenn wir uns jetzt hier empören, interessiert das Leute die sowas schreiben null.
        Es müsste eben generell mal verbal etwas abgerüstet werden im Netz, aber wer will da beginnen? Wird auch nicht passieren.

      • Es reicht ja schon, wenn eine einzige Morddrohung ernst gemeint ist. Abgesehen davon macht es einen wahrscheinlich auch einfach psychisch fertig, so etwas für längere Zeit ausgesetzt zu sein.

  13. War doch bei Lena Headey und Cersei auch so.
    Frage mich immer was in der Erziehung falsch lief, dass sie nicht fiktive und reale Personen unterscheiden können.

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