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Der Rechtsstaat setzt sich durch: Lebensmittelretter*innen sind Kriminelle, die mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden müssen.

Dem Kohlrabi geht wieder gut, ich bin erleichtert. Die Gerechtigkeit hat gesiegt und man kann das Ding wieder guten Gewissens wegwerfen. Danke Rechtsstaat!

10 KOMMENTARE

  1. Ich gehe seit über einem Jahr Containern und bin dafür noch nie über eine Mauer geklettert, habe einen Container aufgebrochen oder sonnst irgendwie einen schaden angerichtet. Tatsächlich gibt es einige Supermärkte die das Containern dulden und EXTRA ihre Container nicht abschließen oder wegsperren, sondern vom Parkplatz gut zugänglich aufstellen. Die Lebensmittel die ich dort rette sind nie auch nur ansatzweise schimmlig oder schlecht. Die meisten sind einfach nur nicht mehr den ideal entsprechend. Z.b. ein Apfel der eine kleine Druckstelle hat, Brokkoli der 1-2 leicht gelbe stellen aufweist oder Ein Kolrabi der leicht aufgeplatzt ist und deshalb eine Narbe hat.
    Ca. 1 Mal die Woche gehe ich Containern und bringe in der Regel 5-10 KG guten Lebensmitteln nach Hause. Oft ist es für mich alleine zu viel weswegen ich viel mit meiner teile WG oder an Freunde verschenke. Und denkt jetzt nicht ich nehme da den letzten Rotz mit. Ich bin beim Containern schon sehr pinibel und nehme nur die Lebensmittel mit die einwandfrei aussehen.
    Meines Erachtens nach fehlt es den meisten Konsumenten wie auch Supermärkten an einem gesunden Menschenverstand was denn jetzt noch gut ist und was nicht. Meistens wird auch überhaupt nicht darüber nachgedacht. Denn wir leben ja im Wohlstand der Überproduktion und all das was im Supermarkt heute weggeworfen wird kommt morgen schon wieder mit dem LKW an.
    Dann kommt noch die dummdreiste Gesetzgebung dazu wie ein LM auszusehen hat. Von der Richtlinie wie gerade eine Gurke sein soll hat sicherlich schon jeder Mal gehört. Solche Richtlinien wie ein bestimmtes Gemüse auszusehen hat gibt es für sehr viele Lebensmittel. Dabei wird vergessen, dass nicht der Gesetzgeben sondern die Natur diese Lebensmittel erschafft und so über ihre Form und ihr Aussehen bestimmt. Damit verliert auch der Verbraucher ein gesundes Verhältnis dazu was denn jetzt noch gut und was schlecht ist.
    Wer sich auf Märkten in den Nachbarländern mal umschaut wird feststellen, das dort die LM nicht den deutschen Standarts entsprechen und trotzdem schmecken. Nur weil ein Gemüse runzlig und etwas komisch aussieht sagt das nichts über den Geschmack aus.

    Weiterer Verschwendungspunkt: Umverpackungen. Wenn in einem Netz Kartoffeln, Karotten, Zitronen, Orangen etc. mehrere oder auch nur ein Stück schlecht ist, wird das komplette Netz entsorgt. Ich habe Mal 2 Säcke à 5 kg Kartoffeln aus dem miüll gefischt bei denen zusammen maximal 300 g schlecht waren oder nur schlecht aussehen. Regelmäßig finde ich Zitronen Netze bei denen 4 von 5 Zitronen noch knackfrisch aussehen.

    Ich könnte ihr noch ewig weitere Mängel aufzählen, aber ich denke jeder hat verstanden worum es mir geht.

    In deutschen Supermärkten werden ca. 2,5 Mio. Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle weggeworfen.
    -> https://mobil.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/das-grosse-wegschmeissen/ <-
    Das zu dulden ist meines Erachtens das wahre Verbrechen, denn mit Klimawandel und steigender Erdbevölkerung steuern wir zielsicher auf die nächsten Hungernöte zu. Uns wird das in den "gut zivilisierten" Industrieländern natürlich wieder als letztes Treffen. Doch dank unserer Naivität verhungern anderswo die Menschen. Und das alles aus reiner Habsucht und Unwissenheit.

    Klimaschutz fängt schon bei der Ernährung an. Also Esst weniger Fleisch und mehr Gemüse. Verschwendet weniger und rettet!

  2. Es gab in grauer Vorzeit mal Schweineeimer in der Kantine eines relativ grossen deutschen Krankenhauses.
    Da wurden alle essensreste gesammelt und an die Bauern in der umgebung verkauft. Zu so niedrigen preisen das es fuer alle lukrativ war.

    Dann hat das Gesundheitsamt den Eimer verboten bzw mit geforderten Tests teurer als industriell hergestellte Futtermittel gemacht.

    Sauerei? Wo ist mehr mist drin? Welche Schweine sind euch lieber? Das Problem ist das wer essen verschenkt oder annimmt fuer alle gesundheitlichen Risiken verantwortlich ist. Das ist im Mittel das kleinere Uebel. Allerdings kein besonders schoener gleichgewichtszustand.

  3. Findest du also, dass es erlaubt sein sollte, verschlossene, unmarkierte Container auf fremdem Grundstück aufzubrechen und den Inhalt zu stehlen?
    Die bekamen eine Verwarnung(!) wegen Diebstahls. Die Sachbeschädigung und der Hausfriedensbruch wurde kurioserweise gar nicht erst aufgeführt.
    Es ging auch nicht um Bedürftige, sondern um Aktivisten, die genau diesen Quatsch provozieren wollten.

    • Es sollte wohl eher eine Straftat sein nachweislich gute Lebensmittel einfach wegzuschmeißen mit weil sie nicht mehr perfekt aussehen.

  4. Ich unterstelle jetzt mal kühn, dass die Entsorgung dieser Lebensmittel für den Supermarkt die billigste Alternative ist, dass er also nicht aus Lust und Laune das Zeug wegschmeißt, sondern weil Tafelspenden etc. teurer wäre (Lagerung, Kühlung, Transport, Kontrolle, Haftungsrisiko).

    Dann gibts zwei Möglichkeiten:
    a) er legt die Kosten und Risiken auf die Preise um, d. h. der Kunde bezahlt den Spaß, und ich rede hier nicht nur über einen Cent für den Liter Milch. Dann geht die Kundschaft nach nebenan, wo es billiger ist.
    b) er wirfts weg.

    OK, jetzt liegt das Zeug also in der Mülltonne. Ich frage jetzt einfach mal in die Runde: Wie würdet ihr Euch fühlen, wenn ständig Euer Hausmüll, Biomüll, gelbe Tonne etc. durchwühlt werden würde? Die Frage geht dabei insbesondere an die Mädels, die ja vermehrt Kosmetikartikel zu entsorgen haben; Typen, die sich an einer gebrauchten Binde aufgeilen, laufen genug rum! Wäre kein schönes Gefühl, oder?

    Der Punkt ist folgender: Ich sehe keine wirklich rechtssichere Möglichkeit, sauber zwischen dem “Müll” eines Supermarktes und dem Müll anderer Haushalte und Gewerbebetriebe zu unterscheiden, dem Supermarkt also mit dem Wegwerfen das Eigentumsrecht abzusprechen. Denn darum gehts im Kern: Mein Müll bleibt mein Eigentum, und damit kann ich relativ sicher sein, dass keiner die Blitz-Illu, die ich vielleicht verschämt weggeworfen habe, mitsamt zugehörigem klebrigen Taschentuch wieder rausfischt! Dass der Müll bis zur Abholung durch die Müllabfuhr mein Eigentum bleibt, hat schon seinen Sinn.

    Ich spreche mich nicht gegen die Idee des Containerns aus. Im Gegenteil, jede Anschlussverwendung wäre mir recht, insbesondere wie ich sehe, wie Rentner nach Pfandflaschen wühlen. Aber dann macht bitte einen rechtlich brauchbaren Vorschlag. Einfach nur fordern “Containern erlauben” reicht halt nicht. Forderungen werden zur Zeit schon freitags genug erhoben, wir brauchen praktikable Lösungen!

    • Schließe mich dem nur an. Tafelspenden ist für den Markt kostenlos und wegwerfen ist vergleichsweise teuer. Jedoch muss man immer bedenken, dass Tafeln/Tierheime nicht gerade Kühllager haben und manchmal nur bestimmte Tage abholen können.
      Des Weiteren wird auch mal Ware im Markt vernichtet weil jemand vom Gesundheitsamt da war und etwas entdeckt hat. Woher weiß ich wann Lebensmittel noch verzehrbar sind und wann nicht wenn ich den Container öffne?

      • Tafel ist das eine.. zum einen gibt es auch Tafeln, welche die geschenkte “Ware” schlicht weiterverkaufen…
        Es gibt wohl auch Fälle in denen Tafel-Helfer bereits vorselektieren: was nehme ich mir (unterschlage also die Ware der Tafel) und was darf der Rest bekommen.

        Außerdem sollte man sich auch vor Augen führen, was da so alles in den Tonnen landet… ich glaube es ganz vor nur wenigen Tagen einen großen Skandal um einen Wurst und Fleischfabrikanten… Wer trägt denn die Veranwortung wenn “vernichtete Ware” aus Rückrufen beim Containern den Weg wieder zum “Verbraucher” findet und jemand daran erkrankt oder stierb? Der Hersteller? Der Vermarkter (welcher die Ware ja “vernichtet ” hatte?!

        Lebensmittelverschwendung ist eines der schlimmsten Verbrechen der heutigen Zeit, doch jeder Konsument hat mit seinem Einkaufsverhalten dazu beigetragen, dass wir an dem aktuellen Punkt sind. Kein Händler kann sich erlauben bestimmte Waren anzubieten, wenn er wiederrum über diverse Kanäle zerrissen werden will…

  5. Lustig dieser Spot aber komplett an der Realität vorbei.
    Wir hatten in der Firma mal eine Große Feier anstehen die Kurzfristig abgesagt werden musste, wohin mit dem ganzen essen?
    Tja landete im Müll, weil keine einzige Hilfsorganisation die wir angerufen haben es haben wollte und in Berlin haben wir einige, nicht mal die obdachlosen Hilfe wollte es haben und das war zum Teil echt gutes Zeug. :/

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