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Aus „Mein Indianerheft“ wird „Mein Anoki-Heft“. Weil Eltern einer Hamburger Grundschule ein Mathe-Übungsheft für rassistisch halten, stoppt der Verlag das Werk und benennt es um. Als Erklärung meint er: Als das Heft erschien, sei es eben eine „andere Zeit“ gewesen. (Via)

JEDEN Tag was Neues. Wahnsinn. Wobei ich echt froh bin, dass ich in dieser Zeit lebe: So weiß ich endlich, wie rassistisch meine Kindheit und Jugend war. Eigentlich erstaunlich, dass ich nicht direkt eine neue nationalsozialistische Partei gegründet habe, wo ich nur so rassistisches Zeug in meiner Jugend gemacht habe: Indianer gespielt, Jim Knopf gelesen, den Otto-Film geschaut und viele andere schlimme Dinge. Ich denke ernsthaft darüber nach, meine Mutter zu verklagen, weil sie mich all dem Kram ausgesetzt hat.

Am besten finde ich übrigens diesen Satz hier…

Zwar seien die Mathe-Übungen im Heft „zeitgemäß“, wird die Hamburger Schulbehörde im „Abendblatt“ zitiert, „aber warum ein Indianer auf dem Buch abgebildet ist, erschließt sich uns nicht und könnte ein Grund werden, warum Grundschulen von der Bestellung Abstand nehmen“. (Via)

Ja bestimmt sogar. Wer bestellt denn auch ein Heft, auf dem ein Indianer abgebildet ist und das dann auch noch so heißt? Das will man natürlich nicht. Durch die Umbenennung in „Mein Anoki-Heft“ ändert sich nun zum Glück alles: Gut, es bleibt natürlich ein Indianerheft, heißt aber jetzt anders. Anoki ist natürlich WESENTLICH weniger rassistisch. Begrifflichkeiten retten die Welt. Gott sei Dank!



22 KOMMENTARE

  1. Bei Schulbüchern mal kurz nachzudenken, kann aber doch auch nicht zuviel verlangt sein. Haut ja auch keiner das große Mathebuch der Nigger raus.
    Früher haben wir auch „Negerkuss“ gesagt ohne uns was dabei zu denken oder das gar negativ zu meinen, trotzdem muss man sowas ja nicht aufrecht erhalten.

  2. Ich setze mich auch dafür ein das alle historischen Strategiespiele wie CIV, die Indianerstämme namentlich streichen und durch Roboter ersetzen! Denn indem man alles umbenennt und aus der Geschichte entfernt, bekämpft man Rassismus!

    – Euer 100% PC SJW!!!

  3. Ich hätte gerne ein Buch á la „Was man heute nicht mehr sagen darf!“ oder so ähnlich. Dass „Indianer“ mittlerweile auch als rassistisch gilt, ist voll an mir vorbeigegangen.

    • Komisch das sich meist nie die betroffenen Kulturen beschweren und oft nicht mal ein Problem sehen, sondern Dritte Parteien die mit der Kultur nichts zu tun haben. Die meinen anderen Kulturen beibringen zu müssen, wann sie sich angegriffen und zu schämen haben und wann nicht.

      • Das sind dieselben Leute, die vor einigen Jahren Halal-Kantinen und Hallenbadtage für Musliminnen gefordert haben. Diese Forderungen kam nicht von unseren Gästen, sondern von genau diesen SJWs, die sich anmaßen, die Sorgen und Nöte der Gäste zu verstehen und für sie zu sprechen. Warum tun sie das? Weil sie die anderen für zu schwach halten, als dass sie sich selber wehren würden. Nein, ich sag das Wort jetzt nicht. Jeder hier weiß, wie man es bezeichnet, wenn man andere Völker oder Ethnien für schwächer als die eigene hält.

  4. Man muss wirklich froh sein, wenn man schon erwachsen ist heutzutage. Ich möchte nicht in dieser indoktrinierten Welt aufwachsen.
    Was sind wir doch alle für böse NaRzis geworden mit unseren Mohrenköpfen und Indianerspielen…

    Genau wegen diesem Quatsch wird Trump übrigens wiedergewählt.

  5. Was ist denn so cool an stereotypen Fremdbezeichnungen, die verschiedenste Gruppen und Kulturen in einen Topf werfen, dass man die unbedingt so vehement verteidigen muss? Hier in Franken echauffieren sich die Leute sogar darüber, sie seien Franken und keine Bayern – aber einfach jeden Ureinwohner Indianer nennen ist in Ordnung?

    Sagt doch niemand, dass jeder automatisch ein Rassist ist, der diese Bezeichnungen verwendet, aber ist es gleich zu viel verlangt zu versuchen, sie nicht weiter zu reproduzieren?

    • Ich seh da jetzt kein Problem. Du vergleichst glaub ich zwei total unterschiedliche Dinge. Franken als Bayern zu Bezeichnen ist nicht so wie alle Ureinwohner Indianer zu nennen, sondern eher wie wenn ich einen Indianerstamm mit dem Namen eines größeren Nachbarn bezeichnen würde.
      Alle Indianer Indianer zu nennen ist eher wie Europäer zu sagen. Natürlich ist der Unterschied, dass sie sich selber nicht so bezeichnen, allerdings ist es ja nicht unüblich das Namen in anderen Sprachen nichts mit der Selbstbezeichnung eines Volkes zu tun haben.

    • Ich finde es auch unmöglich, von Briten als Germane bezeichnet zu werden. Germania war zuletzt das Hirngesprinst einer Person, deren optisches Merkmal so ähnlich wie ein zu heiß gekochter Mundschutz aussieht!

      Dieses Land heißt Deutschland, ich bin Deutscher. Wer mich Germane nennt, rückt uns alle in eine Ecke, in die keiner will. Ich fühle mich rassistisch beleidigt dadurch.

      /set Ironie off

    • Naja hier geht es meines Erachtens immer noch um zwei Paar Schuhe.
      Das Bezeichnen von echten Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents (historische oder lebendige) als Indianer würde ich auch als stereotype Fremdbezeichnung und ggf. als rassistisch ansehen. Da bin ich bei dir.

      Jedoch ist für mich und ich glaube für viele andere der „Indianer“ ein fiktiver Typus der allerhöchstens „inspired by“ amerikanischen Ureinwohnern ist. Gerade im deutschsprachigen Raum ist ja die Vorstellung von Indianern durch Karl May beeinflusst und romantisiert worden.
      Und Mays Darstellung war und ist halt pure Phantasie. Der junge Indianer im Matheheft gehört ohne Zweifel zur Fiktion. Ich denke hier können wir alle klar differenzieren.

      Ich wünschte solche Diskussionen würden wesentlich rationaler und mit weniger Emotionen geführt werden. Dann würde man zu dem Schluss kommen das hier eine Umbenennung absolut nicht notwendig ist aber eben auch nicht ausgeschlossen. Die Umbenennung tut keinem weh und ändert nichts grundsätzlich.

      Der Verlag macht hier bzgl. seiner Interessen alles richtig. Shitstorm von überkompensierenden Eltern -> Der Verlag benennt es um und steht gut da -> Shitstorm von der IHRZERSÖRTMEINEKINDHEIT-Fraktion. Macht schön Publicity und der Verlag hat längerfristig wieder seine Ruhe.

      BTW:
      Bei Anoki musste ich irgendwie hart an diesen Hokuspokus denken:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Anunnaki
      Wollen wir nicht hoffen das aus dem Indianer ein Alien gemacht wird…

  6. Wem tut es weh, wenn es jetzt Anoki Heft heißt? Genau… keinem. Und damit ist die Diskussion eigentlich auch schon vorbei. Alle sind happy. Es ist schon erstaunlich, welchen Widerstand eine Umbenennung bei vielen auslöst, obwohl es sie nicht mal im entferntesten selbst betrifft. Bei kulturell wichtigen oder wertvollen Werken, kann man ja in Zweifel ziehen, ob die ursprüngliche Intension des Werkes mit einer Angleichung der Sprache noch erhalten bleibt. Aber das Beispiel hier ist aus meiner Sicht keiner Diskussion würdig. Ich denke niemand hier hat die Bibel je in seiner ursprünglichen Form gelesen, komisch dass da niemals so ein Tamtam losgetreten wurde.

    • Und als ob es irgendeinen amerikanischen Ureinwohner gab oder jemals gibt dem es weh tut, dass irgendein Matheheft Indianerheft genannt wird.

      Glaubt ihr denn tatsächlich, dass diese Menschen irgendjemanden benötigen der für sie irgendwas entscheidet?

      • Na ja wir Europäer haben doch schon früher über ihr „Leben“ entschieden und da uns dieser Spaß geraubt wurde, nehmen wir ihnen die Letzte Würden, indem wir nun entscheiden wie sie sich zu fühlen haben.

      • Ich sage einfach nur, dass es die Empörung nicht wert ist. Wenn Dir persönlich es scheiß egal sein kann, welche Farbe dein Flur hat, Du aber weißt, dass seine Frau blau haßt, wirst Du den Flur höchstwahrscheinlich auch nicht blau streichen, oder? Und Dir kanns ja egal sein, weils Dich nicht kümmert. Wo ist also das Problem? Heißt es halt Anoki Buch… wertfrei, ohne Bezug auf Ethnie. Können nur noch die Feministen meckern, wieso es ein männlicher Charakter ist. Denn das Könnte ja sterotypische Geschlechterrollen vermitteln oder aussagen, dass Mathe für Jungs ist. Also der nächste Änderungsvorschlag liegt wahrscheinlich schon in der Schublade.
        Aber weißte, was? Ist mir scheiß egal, wie das Popelsheft heißt, da hab ich andere Sorgen.

        • Ziemliche Paragraphen für jemanden dem das doch egal ist.
          Ich sags mal so, wenn es dir egal ist, dass irgendwelche extremisten dir vorschreiben was richtig ist und was falsch, was gut ist und was schlecht, dann ist das dein gutes Recht. Aber wie kommst du dazu, uns zu sagen wir sollen das einfach akzeptieren? Es geht hier nicht einfach um ein Buch, sondern ums Prinzip und wenn dir das so egal ist oder das nicht begreifst, dann sei einfach still und verteidige diese Leute nicht auch noch.

          • Welches Prinzip denn? Was wird Dir denn genommen? Ich finde das auch nicht extremistisch. Aber da ich es nicht verstehe: Erkläre mir doch einfach, wieso Dich diese Änderung stört. Ich bin gespannt.

            Wann ich still und wann ich laut bin, entscheide ich im übrigen selbst. Und gerade fange ich an neugierig zu werden, ob ich das hier nicht zu leise formuliert habe.

    • Geht darum, dass wenn es so weiter geht, das Jugendamt vor der Tür steht. Wenn die Kinder im Garten Cowboy und Indianer spielen. Meine Kids sagen Indianer zu Indianern. Fertig aus. Denen erkläre ich jetzt nicht alles um, nur weil sich irgendwelche SJW daran stören könnten.

  7. Wäre natürlich schon nice gewesen, wenn Focus sich wenigstens die Mühe gemacht hätte zu ergründen, was denn nun genau an dem Buch rassistisch gewesen sein soll. „Stereotypische Darstellungen“ kann ja so ziemlich alles sein. Raucht der Indianer Friedenspfeife und bildet so die Matheaufgaben oder wie? Wirkt so’n bisschen wie „da war irgendwas mit Umbenennung und rassistisch, fix einen Artikel zusammenklöppeln, dat triggert und gibt Clicks!“
    Vorallem wenn der Verlag scheinbar an dem Heft nix ändern will, nur den Namen ändert. Alles ein bisschen weird.

  8. Bin ich der einzige einziger der nicht weiß wer oder was die Anoki sind? Ich habe den Begriff noch nie gehört. Klar, es wird sich wahrscheinlich um einen Stamm von „Ureinwohnern des Amerikanischen Kontinents“ handeln.. Oder?

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