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Um der Homeofficewampe Paroli zu bieten, hatte die Fitnessstudiokette McFit letzte Woche zehn Outdoorstudios eröffnet – in Zelten auf den Parkplätzen der Studios, sollte trainiert werden. Alles schien gut ausgedacht: Für das Training auf der Außenfläche mussten Kunden vorab einen Zeitslot im Internet buchen. Maximale Länge: 45 Minuten. Damit soll gewährleistet werden, dass die maximale Auslastung nicht überschritten wird und eine Kontaktverfolgung im Nachhinein sichergestellt ist. Das Ordnungsamt schaute vorbei: Neunkirchen wurde sofort wieder dichtgemacht, Hamburg, Bremen und Mainz erst bei der zweiten Visite des Ordnungsamts.

Schwieriges Thema, oder? Auf der einen Seite sind Fitnessstudios während des Lockdowns verboten, auf der anderen Seite sieht das Hygienekonzept von McFit ja ganz ordentlich aus. Wir haben beim Vereinfacher mal ein Video zu dem Thema gemacht und die ganze Sache analysiert. Schaut mal rein, falls es Euch interessiert.

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9 KOMMENTARE

  1. Generell befürworte ich den Lockdown. Aber andererseits gibt es Punkte, wo es wirklich so wirkt als ob die Entscheidungsträger ohne Sinn udn Verstand handeln. Das ist dann sehr frustrierend.

    Ich bin z.B. zwingend angewiesen auf Sport für meinen kaputten Rücken. Da ist nichts zu machen. Ich würde sogar dafür zahlen alleine(!) im Studio trainieren zu dürfen. Der Betreiber würde das sogar mitmachen. Ordnungsamt lehnt ab.

    Anderes Beispiel, ich ziehe bald um. Dafür brauche ich eine neue Küche. Im Küchenstudio sitzen aktuell zwei Mitarbeiter auf >500 m² Ausstellungsfläche. Die haben ein Hygienekonzept entwickelt bei dem nur ein Kunde und ein Mitarbeiter, immer räumlich mindestens 1,5 Meter entfernt, im Laden sind. Danach wird alles desinfiziert. Ordnungsamt lehnt ab.

    Dann muss man halt beim Aufmaß in der Wohnung um Musterkataloge kuscheln statt mit Abstand vor nem 65 Zoll Fernseher im Studio die Planungsoftware mit den gewählten Oberflächen etc. anzugucken. Ich kaufe meine Küche jetzt halb blind, das ist richtig toll bei ner Ausgabe die fast fünstellig ist. Einen Kreis weiter dürfen Küchenstudios mit Sicherheitskonzept Leute reinlassen. Scheint nur am inkompetentes Ordnungsamt zu liegen. Passt aber zu dem, was man sonst so gewohnt ist bei uns. Mit klugen Entscheidungen hat mans hier wirklich nicht so…

    Ach ja, ab Montag „darf“ meine Freundin übrigens wieder teilweise in den Präsenzunterricht gehen. Wenigstens ist es warm. Fällt mir nichts mehr zu ein…

    • Ja und nicht zu vergessen, dass die total überflüssigen Friseure wieder öffnen sollen, wo die Leute die am Kopf/Gesicht rum tatschen…

  2. Ich hab mich vor Wochen schonmal über die Schließung von Tennisplätzen und -hallen ausgelassen. Das Argument war ganz klar: 2 Leute auf einem Tennisfeld bei einer Sportart ohne Körperkontakt, das ist geradezu prädestiniert dafür, zwingend vom Lockdown ausgenommen werden zu müssen. (Ich rede nicht von der Gaststätte, von den Umkleideräumen oder der Dusche.)

    Hier ist es genau dasselbe. Es gibt keine rationale Begründung für die Schließung eines Open Air-Fitnessangebotes. Da lässt sich keine höhere Infektionsgefahr herbeiphantasieren, als wenn zwei Leute auf dem Trottoir aneinander vorbeilaufen.

    Ich hoffe, die Betreiber klagen die Behörde in Grund und Boden. Die Erfolgsaussichten sind gut; die Gerichte haben sich in den letzten Monaten eigentlich ziemlich resistent gegen den Holzhammer-Wahnsinn gezeigt. Naja, wenn schon Legislative und Exekutive versagen, dann muss eben die Judikative das Banner des Rechtsstaats hochhalten.

      • In BaWü sind sie zu. Unsere beiden Tennisverbände haben aber dagegen einen Eilantrag beim VGH laufen. Wenn die Hallen bei Euch offen sind, herzlichen Glückwunsch, Eure Landesregierung zeigt noch Ansätze von Restintelligenz!

  3. Da sieht man wieder das ein Unternehmen nicht in der Lage ist die 3 goldenen Regeln des Wirtschaftens einzuhalten.

    es gilt: Lobbyarbeit, Lobbyarbeit , Lobbyarbeit

  4. Was mich langsam müde macht, ist das man sich soviel Mühe gibt irgendwo Schlüpflöcher zu finden, doch früher auf zumachen. Alles was man damit erreicht, ist ein längerer Lockdown. Trotz der tollen Hygienekonzepte, ist doch das einzige was die Zahlen gedrückt hat ein harter Lockdown. Das suckt hart, aber wenn es das einzige ist, was uns in einen einigermaßen normalen Sommer zurückführt, dann lasst doch das experimentieren.

    • „Trotz der tollen Hygienekonzepte, ist doch das einzige was die Zahlen gedrückt hat ein harter Lockdown.“
      Ist das wirklich so, ja?
      Sehe ich etwas anders. Der erste Lockdown hat kaum etwas gebracht, die Zahlen gingen schon vorher herunter. Der zweite Lockdown begann im Dezember und bis Ende Januar war keine Verbesserung der Zahlen in Sicht. Erst jetzt gehen die Zahlen herunter, obwohl nichts geändert wurde.

    • Ich bin bei dir, jedes Schlupfloch, das auch nur 3 Tage geduldet wird verlängert den Lockdown immens. Aber – und das ist das Problem mMn: Man hätte einfach mal für 1 Monat das Land komplett runterfahren müssen. Ein- und Ausreise komplett untersagen und wir hätten ähnliche Zustände wie auf Inselstaaten… Aber nein, wir müssen ja in Pandemie Zeiten trotzdem den freien Wahrenverkehr, die EU Gleichberechtigung bei der Arbeit halten usw… wir handeln und fordern noch immer Rechte ein, die einfach in solchen Zeiten einfach zweitrangig sein sollten und jammern dann aber, dass wir nach einem Jahr noch immer nichts auf die Reihe bekommen…

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